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    Kultusminister Hendrik Tonne beeindruckt von der "Bildungsregion Uelzen" (03.05.2018)

    Um sich über den aktuellen Entwicklungsstand der „Bildungsregion Uelzen“ beziehungsweise der hiesigen Bildungslandschaft vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, hat der niedersächsische Kultusminister Hendrik Tonne auf Einladung von Landrat Dr. Heiko Blume den Landkreis Uelzen besucht.    

    Infos aus erster Hand: Agentur-Leiterin Kerstin Kuechler-Kakosche (2.v.r) und Teamleiterin Franziska Bürgermeister gaben Kultusminister Hendrik Tonne (3.v.r.), Landrat Dr. Heiko Blume (3.v.l.), Uelzens Schuldezernent Uwe Liestmann (r.) und Franz-Josef Kramp von der Landesschulbehörde (2.v.l.) Einblicke in die Arbeit der JugendberufsagenturDen Auftakt des mehr als zweistündigen Programms bildete zunächst eine Stippvisite in der Agentur für Arbeit in Uelzen, wo der Minister neben dem Landrat auch durch dessen Leiterin Kerstin Kuechler-Kakoschke begrüßt wurde. Anschließend ließ Hendrik Tonne sich ausführlich über die Arbeit der im Jahr 2016 gegründeten „Jugendberufsagentur Uelzen“ informieren – eine Einrichtung, die aus einer der jährlich stattfindenden Uelzener Bildungskonferenzen bzw. aus dem Engagement einer der daraus hervorgegangenen Arbeitsgruppe hervorgegangen ist.

    Anschaulich erläuterten Kuechler-Kakoschke und die Teamleiterin der Jugendberufsagentur, Franziska Bürgermeister, nicht nur die Entstehungsgeschichte, den Aufbau und die Zielsetzung der Einrichtung, sondern sie gaben auch einen Einblick in den Arbeitsalltag und in wichtige Problemstellungen, die es – auch in Zusammenarbeit mit dem Land – noch zu lösen gelte. „Um niemanden beim Übergang von der Schule in den Beruf aus dem Blick zu verlieren, ist ein umfassender Datenaustausch und -abgleich zwischen Schulen und der Jugendberufsagentur erforderlich“, so Kuechler-Kakoschke. Hier könne und müsse noch mehr getan werden, um die Arbeit noch effektiver gestalten zu können, so die Agentur-Leiterin. Tonne äußerte Verständnis für die Forderung. Das Land arbeite daran, rechtliche Grundlagen für besseren Datenaustausch zu schaffen. „Wir müssen schauen, wo wir Schrauben weiterdrehen können und müssen, um möglichst optimale Voraussetzungen für Ihre Arbeit zu ermöglichen“, so der Minister.

    Zweite Station des Ministerbesuches waren die nur wenige Meter entfernt liegenden Räume der Förderschule Uelzen und des „Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrums Inklusive Schule“ (RZI), wo im Beisein der jeweiligen Einrichtungsleitungen Petra Dehning und Markus Börger weitere bildungspolitische Fragestellungen hinsichtlich der „Bildungsregion Uelzen“ diskutiert wurden.

    Von großem Interesse für den Landkreis Uelzen, so Landrat Dr. Heiko Blume, sei die Frage der Digitalisierung in den Schulen – insbesondere auch vor dem Hintergrund des im Bau befindlichen Glasfasernetzes beziehungsweise des kurzfristig bevorstehenden Anschlusses der Schulen an dieses Glasfasernetz.  

    Minister Tonne machte diesbezüglich seine Haltung deutlich, dass diese Anbindung aller Schulen ein wichtiger Schritt sei. Vorrangig gehe es ihm jedoch darum, alle Schulen mit mobilen Endgeräten auszustatten und innerhalb der Schulen den Umgang mit digitalen Medien sicherzustellen. Dazu müssten viele unterschiedliche Beteiligte – unter anderem auch der Bund – an einen Tisch geholt werden. Alle Ebenen seien hier gefordert. „Zur Klärung der Frage, wie nach der Anbindung der Schulen deren digitale Mindestausstattung aussehen soll, hat das Land eine entsprechende Erhebung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll zeigen, was in welchem Umfang genutzt beziehungsweise benötigt wird“, so Tonne. Der digitale Ausbau an Schulen könne nur Stück für Stück erfolgen. Grundsätzlich jedoch, so der Minister, sollten die Medienbildungskonzepte der Bildungseinrichtungen schon jetzt auf zunehmende Digitalisierung abgestimmt werden.  

    Auch das Thema „Schülerbeförderung“ ließ Blume nicht aus. Auch dieses Thema sei für den Landkreis Uelzen als Flächenlandkreis von besonderer Bedeutung. Minister Tonne konstatierte, es seien diesbezüglich auf Landesebene zwei Modelle in der Diskussion. Modell 1 beinhalte ein sogenanntes „Landesschülerticket“, das zweite Modell beschränke sich dagegen auf die Übernahme der Schülerbeförderungskosten im Sekundar-II-Bereich. Wohin die Richtung gehe, lasse sich derzeit aber noch nicht seriös sagen.    

    Abschließend ging es in dem Gespräch um die Zukunft der Förderschule Uelzen – einer Einrichtung, die angesichts der im Landkreis Uelzen fortgeschrittenen Inklusionsbemühungen zwar über keine Schülerinnen und Schüler mehr verfügt, aktuell aber als „Dachorganisation für knapp 70 Förderschullehrerinnen und –lehrer“ diene und insofern unverzichtbar sei, wie deren Leiterin Petra Dehning dem Minister mit auf den Weg gab. Dies unterstrich auch Erster Kreisrat Uwe Liestmann: Der Landkreis Uelzen benötige eine Ausnahmegenehmigung zum Weiterbetrieb der Förderschule. Minister Tonne zeigte auch hier Verständnis für die Uelzener Belange und lud zu einem weiteren kurzfristigen Fachgespräch in sein Ministerium ein, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.