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    Willkommensfeier: Landrat überreicht Einbürgerungs-Medaillen (26.10.2017)

    Hady Ezzo – nur einer von 14 Frauen und Männern, die während der vergangenen zwei Jahre durch den Landkreis Uelzen eingebürgert wurden und aus diesem Anlass an einer offiziellen „Willkommensfeier“ im Uelzener Kreishaus teilnahmen. Sie waren damit einer Einladung von Landrat Dr. Heiko Blume gefolgt, die dieser in den vergangenen Jahren wiederholt an die jeweils neu Eingebürgerten ausgesprochen hat.

    Landrat Dr. Heiko Blume (hintere Reihe r.) überreichte insgesamt 14 Männern und Frauen jeweils eine speziell angefertigte Erinnerungs-MedailleUnd auch dieses Mal wurden wieder einige der Eingebürgerten durch ihre Familienangehörigen begleitet, um sich in dem festlichen Rahmen gemeinsam über die Zuerkennung der deutschen Staatsbürgerschaft zu freuen. Freude über die deutsche Staatsangehörigkeit, so Hady Ezzo, empfinde auch er. In einem kurzen Vortrag schilderte der in Ägypten geborene 40-Jährige aber auch seine innere Zerrissenheit auf dem „langen Weg zur Einbürgerung“. Nach seiner Magister-Ausbildung in Lüneburg habe er sehr lange überlegt, nach Ägypten zurückzukehren, wo seine Familie und seine Freunde leben. Im Laufe der Zeit sei ihm jedoch immer bewusster geworden, dass er sich hier wohl fühle. „Heute ist hier meine Heimat, obwohl Ägypten nach wie vor ein Teil von mir ist“, so der inzwischen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ostfalia Hochschule in Suderburg tätige Ezzo. „Jetzt bin ich Deutscher und darauf bin ich stolz“, beendete Ezzo seinen Vortrag unter lautem Beifall der Anwesenden.

    Zuvor hatte Landrat Dr. Heiko Blume seine Gäste offiziell begrüßt. „Mit Ihrem Wunsch deutsche Staatsangehörige zu werden, bringen Sie auch zum Ausdruck, dass Sie gerne in Deutschland leben und wie ich hoffe, sich auch im Landkreis Uelzen wohlfühlen und hier heimisch geworden sind“, so Blume. Ihre Einbürgerung sei nicht nur für die Betroffenen und deren Familien ein wichtiger Schritt, sondern habe auch für unsere Gesellschaft besondere Bedeutung.
    Eröffnet worden war der Festakt musikalisch durch Dominic Alt, der auf der Geige „Freude Schöner Götterfunken“ aus der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven darbot – unterstützt durch Susanne Niebuhr auf dem Akkordeon. Auch die Deutsche Nationalhymne, die zum Abschluss der Veranstaltung durch die Anwesenden angestimmt wurde, begleiteten die beiden mit ihren Instrumenten.

    Der Landrat würdigte in seiner Ansprache die gesellschaftliche Teilhabe der Eingebürgerten: „Sie haben in diesem Land viel miterleben und auch mitgestalten können – bei der Arbeit, in Vereinen, im Ehrenamt und immer wieder in unserem gemeinsamen Alltag.“ Eine Art der Mitgestaltung sei bis zur Einbürgerung jedoch nicht möglich gewesen, nämlich an Wahlen teilzunehmen. Egal, ob als Wähler oder auch als Kandidat. Dies habe sich nun geändert.

    Die im Grundgesetz verankerten Grundrechte seien für viele Menschen auf der Erde nicht selbstverständlich und würden oftmals nur unter großen persönlichen Gefahren eingefordert oder gar gewaltsam unterdrückt. „Deshalb flüchten Menschen aus solchen Ländern. Menschen, die auch im Landkreis Uelzen ein neues Zuhause gefunden haben“, so Blume. In diesem Zusammenhang verwies der Landrat auf die Ausstellung „ALLES ANDERS“, die zurzeit im Kreishaus gezeigt wird und deren Inhalte vielleicht den einen oder anderen Eingebürgerten an eigene Erlebnisse erinnere.

    Anschließend überreichte Blume den eingebürgerten Frauen und Männern jeweils eine eigens für diesen Zweck angefertigte Erinnerungsmedaille. Diese, so der Landrat, werde ausschließlich im Rahmen der „Willkommensfeier“ ausgehändigt.         

    Seit der letzten „Willkommensfeier“ wurden im Landkreis Uelzen insgesamt 55 Frauen und Männer mit 21 verschiedenen Staatsangehörigkeiten bzw. bei Staatenlosigkeit eingebürgert: Ägypten (2), Brasilien (2), Bulgarien (2), Frankreich (1), Großbritannien (3), Honduras (1), Irak (3), Italien (1), Kasachstan (4), Libanon (3), Moldau (1), Niederlande (1), Polen (4), Rumänien (3), Russland (1), Syrien (1), Thailand (2), Türkei (10), Ukraine (5), Ungarn (1), Vietnam (2), staatenlos (2);