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    Asyl-Unterkünfte in Bad Bevensen und Stadensen werden geschlossen (21.11.2017)

    Aufgrund ausreichender anderweitiger Unterbringungskapazitäten wird der Landkreis Uelzen die Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in Bad Bevensen zum 31. Dezember 2017 und in Stadensen zum 31. März 2018 schließen. Die entsprechenden Miet- bzw. Betreiberverträge mit dem Deutschen Roten Kreuz, das die Unterkunft in Bevensen unterhält, sowie mit der Diakonie, die für den Betrieb der Unterkunft in Stadensen Verantwortung trägt, wurden vor wenigen Tagen jeweils in beiderseitigem Einverständnis gekündigt. Im Gegensatz zu der Unterkunft in Bad Bevensen wurde in Stadensen jedoch nur der Betreibervertrag gekündigt. Der dortige Mietvertrag bleibt weiterhin bestehen, so dass das Gebäude im Falle eines neuerlichen erheblichen Flüchtlingszustroms erneut als Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden kann.

    „Die derzeitige Zahl der hier lebenden bzw. uns durch das Land zugewiesenen Flüchtlinge und die entsprechenden Vertragsgestaltungen ermöglichen es uns, die beiden Asyl-Unterkünfte zu schließen und damit letztlich auch erhebliche Kosten einzusparen“, so Anna Katharina Bölling, Sozialdezernentin des Landkreises Uelzen.

    Aktuell wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft in Bad Bevensen noch 23 Flüchtlinge, in Stadensen sind zurzeit insgesamt noch 18 Flüchtlinge untergebracht. Damit sind in beiden Häusern derzeitig deutliche Unterbringungskapazitäten frei. Deren jetzige Bewohner werden entweder in anderen Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises Uelzen oder in angemieteten Wohnungen untergebracht. Ausgenommen sind jene, die bereits als Asylbewerber anerkannt sind und deshalb ohnehin die Unterkünfte hätten verlassen müssen. Diese Flüchtlinge müssen sich eigenverantwortlich um Wohnraum bemühen.

    Auch aus diesem Grund appelliert der Landkreis nochmals an alle Eigentümer von Wohnungen und Häusern, diese auch den neuen Einwohnern und Einwohnerinnen des Landkreises zu vermieten und damit deren Integration zu ermöglichen. Benötigt wird sowohl Wohnraum für Einzelpersonen als auch für Familien. Die jeweiligen Kommunen nehmen entsprechende Angebote gern entgegen.                   

    Landrat Dr. Heiko Blume dankt angesichts der bevorstehenden Schließung der beiden Unterkünfte sowohl den jeweiligen Betreibern als auch den ehrenamtlichen Helfern und Betreuern: „Zwei Jahre ist es her, dass alle Regionen gefordert waren, um große Zahlen von in Deutschland ankommenden Geflüchteten unterzubringen. Dies meisterte der Landkreis Uelzen nicht zuletzt dank der großartigen Unterstützung durch ehrenamtliches Engagement, weltoffene Nachbarschaften und den institutionellen Beistand durch die sozialen Träger sowie die aktive Mithilfe der kommunalen Ordnungsämter. Deshalb an alle Akteure ein herzliches Dankeschön.“

    Inzwischen habe sich die Situation deutlich entspannt. Deshalb fahre der Landkreis die offenen Kapazitäten im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen zurück, so Blume weiter. Sollten künftig durch geopolitische Entwicklungen neue Gruppen Geflüchteter kurzfristig untergebracht werden müssen, sei der Landkreis Uelzen trotz der beiden Schließungen vorbereitet.

    Die den Bewohnern der Bad Bevensener Asyl-Unterkunft vertraute Sozialpädagogin wird die Veränderungsprozesse auch über deren Auflösung hinaus begleiten. Um sich über die Neuerungen für die lokal engagierten Ehrenamtsgruppen auszutauschen, lädt der Landkreis Uelzen die jeweiligen Gruppen am Freitag, 24. November 2017, für Bad Bevensen und am Dienstag, 23. Januar 2018, für Stadensen zu einem Treffen ein.