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    Abfallbilanz 2006: Rückgang an Altpapier wegen Konkurrenzsammlung (30.05.2007)


    Rund 21.000 Tonnen Hausmüll haben die Landkreisbewohner im vergangenen Jahr produziert. Das entspricht zwar einem minimalen Anstieg von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erweist sich jedoch im Zehn-Jahres-Vergleich als eine sehr konstante Entwicklung (1997: 21.578 t). Die Mengen an Biomüll (10.524 t) und Leichtverpackungen bzw. Gelbem Sack (2.770 t) sind ebenfalls nahezu identisch geblieben. Insgesamt lag das Gesamtentsorgungsvolumen bei rund 74.000 t. Das belegt die Jahresbilanz 2006, die der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises jetzt vorlegte.

    Einen auf den ersten Blick deutlichen Rückgang gab es bei der Sperrmüllabfuhr. Wurden 2005 mehr als 4.200 t eingesammelt, waren es 2006 nur noch knapp 1.700 t. Hinzu kamen jedoch weitere 1.350 t Sperrmüllteile aus Holz, die erstmals getrennt abgeholt wurden. Auf der Deponie Borg wurden rund 21.300 t an Bau- und Abbruchabfällen angeliefert. Im Vorjahr wurden wegen einiger großer Abrissprojekte noch fast 120.000 t dieser Abfallstoffe zur Bauschuttdeponie Emmendorf gebracht, die jedoch Ende 2005 geschlossen wurde.

    Ein ebenfalls rückläufigen und sehr bedauerlichen Trend musste der AWB beim Altpapier hinnehmen (~13%). Bereits 2005 waren die Chargen deutlich gesunken. Die Ursache hierfür liegt jedoch nicht in einem allgemeinen Rückgang an Altpapier, sondern an der Zusatzsammlung eines Unternehmens. „Der Abfallwirtschaftsbetrieb ist als öffentlich-rechtliche Einrichtung verpflichtet, die Abfuhr und Verwertung von Altpapier und Pappe aus Haushalten flächendeckend sicherzustellen – auch im entferntesten Dorf“, erklärt Werksleiterin Renate König. Der AWB führe die Sammlung zwar nicht selbständig durch, habe aber die Firma Melosch damit beauftragt. Die Kosten für den Abholservice decke das Unternehmen durch den Verkauf und die Verwertung des Altpapiers. Die zusätzlichen und nicht mit dem Landkreis abgesprochenen Abfuhrtermine des Konkurrenten Formata gefährdeten daher die Wirtschaftlichkeit dieses Service.

    Die Kostenrechung für 2006 ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Während der AWB 2005 trotz Gesamtausgaben von rund 8.5 Mio. Euro noch einen Überschuss von fast 350.000 Euro erwirtschaftete, geht Renate König in diesem Jahr von einem Defizit aus. Bislang konnte der AWB noch Überschüsse verwenden, die durch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Celle entstanden waren. Von 2003 bis Ende Mai 2005 hatte der Nachbarlandkreis die  Deponie Borg für seine Müllentsorgung mitgenutzt. Dort dürfen seit dem Inkrafttreten der TA Siedlungsabfall vor zwei Jahren jedoch keine unbehandelten Abfälle mehr gelagert werden. Seitdem sind höhere Kosten für die Restabfallbehandlung angefallen, die bislang noch aufgefangen werden konnten.