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    Aus- und Rückblick: Schul- und Kulturamt nimmt neue Projekte in Angriff (22.02.2007)


    Das Schul- und Kulturamt gehört in der Kreisverwaltung zu den „kostspieligsten“ Ämtern. Mit laufenden Ausgaben von rund 15 Millionen Euro - davon mehr als ein Drittel für die Schülerbeförderung - rangierte es im vergangenen Jahr gleich hinter Sozial- und Jugendamt. Die Aufgabenpalette ist jedoch auch sehr umfangreich: Abgesehen von der dem Land obliegenden Einstellung der Lehrer ist das Amt für die komplette Ausstattung der 15 kreiseigenen Schulen zuständig. Neben Sachmitteln wie Mobiliar, Kreide oder technischem Equipment stellt der Landkreis mit den Schulsekretärinnen und Hausmeistern auch Teile des Personals zur Verfügung. Zudem muss für die Instandhaltung der Gebäude gesorgt werden. Dafür waren im Vermögenshaushalt 2006 fast 1,7 Millionen Euro veranschlagt.

    Abgeschlossen werden konnte im letzten Jahr die  Erneuerung der naturwissenschaftlichen Fachräume in einigen Schulen. Die Sanierung der Chemie- und Physikräume mit einem Gesamtvolumen von 250.000 Euro war im Rahmen eines Stufenplans auf insgesamt fünf Jahre angelegt gewesen. Weitaus größere Baumaßnahmen waren der Ausbau der Ganztagsschulen in Bad Bodenteich und Suderburg sowie die Vorbereitung zum Bau von Mensa und Aufenthaltsräumen an der KGS Bad Bevensen. Hierfür musste der Landkreis jedoch nur einen Eigenanteil von jeweils 10 % aufbringen, da die umfangreichen Maßnahmen zu 90 % aus Fördermitteln für Ganztagsschulen finanziert wurden. 

    „Da wir auch für die Schülerbeförderung zuständig sind, ist uns vor ein paar Jahren der gesamte ÖPNV-Bereich zugeteilt worden“, erklärt Amtsleiter Jörg Tilly. Erfreulich sei, dass der Landkreis seit 2005 jährlich 450.000 Euro für Projekte ausgeben könne, die der Qualitätssteigerung und Verbesserung des Angebots im öffentlichen Personennahverkehr dienten. Diese sogenannten „Regionalisierungsmittel“ stammen aus den Mineralölsteuereinnahmen des Bundes.

    Auch die Sportförderung ist im Schul- und Kulturamt angesiedelt. Ein Großteil der hierfür im Verwaltungshaushalt veranschlagten 140.000 Euro fließt in die Jugendförderung. „Wir unterstützen die Vereine mit sieben Euro pro jugendlichem Mitglied“, berichtet Tilly. Mit der restlichen Summe werden der Einsatz von Übungsleitern oder Veranstaltungen wie das Kreiskinderturnfest oder der Sportehrentag finanziert.

    Mit jährlich etwa einer halben Million Euro werden die kulturellen Einrichtungen im Landkreis gefördert. Dazu gehören neben den Museen beispielsweise die Musikschule, die Kreisvolkshochschule oder die Kulturkreise. Die Gründung der Bürgerstiftung, so freute sich Tilly, sichere die finanzielle Unterstützung in diesem Bereich auch in Zukunft.

    In diesem Jahr wird das Schul- und Kulturamt einige neue Projekte in Angriff nehmen, darunter ein Medienentwicklungskonzept für die allgemein- und berufsbildenden Schulen. Dabei geht es in erster Linie um die Festlegung von Ausbildungsstandards bei der Hard- und Software und einen entsprechenden Zeit- und Finanzplan. Ein EDV-Pilotprojekt startet bereits am August in Suderburg, wo eine sog. „Laptop-Klassen“ eingerichtet wird: Jedes Kind erhält einen tragbaren Computer, der im Unterricht und bei Klassenarbeiten zum Einsatz kommt und mit dem Rechner des Lehrers vernetzt ist.

    Neben der Neugestaltung des Sportehrentags wird auch die Realisierung von bereits im vergangenen Jahr angedachten Kooperationsprojekten wie die Schulnetzplanung oder das „Zentrum für Ehrenamt und Weiterbildung im Alter“ zusammen mit den Nachbarlandkreisen verfolgt. Der Bildungsverbund Nordost-Niedersachsen startet bereits im Frühjahr. Die Geschäftsstelle wird in Lüneburg ihre Arbeit aufnehmen. Sie soll langfristig alle Einrichtungen und Initiativen vernetzen, die in der Großregion im Bereich von Bildung und Qualifizierung tätig sind. Der Verbund soll Anbieter und Nutzer beraten und die inhaltliche Abstimmung von Bildungsmaßnahmen koordinieren.