• Pressearchiv

    Bundesverdienstkreuz für Regina Lübke und Roswitha Stille (26.03.2014)

    „Als Bürgermeister der Gemeinde Soltendieck bin ich sehr stolz, dass ich Bürger wie Sie in der Gemeinde habe“, mit diesen Worten brachte Jürgen Wöhling seine Wertschätzung gegenüber zwei Menschen auf den Punkt, die in der vergangenen Woche im Uelzener Kreishaus durch Landrat Dr. Heiko Blume mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurden.

    Landrat Dr. Blume nahm die Ehrungen im Namen des Bundespräsidenten vorDieser hatte unmittelbar vor der Würdigung durch den Soltendiecker Bürgermeister Regina Lübke und Roswitha Stille im Beisein zahlreicher Gäste die durch Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichneten Ehrenurkunden sowie die Verdienstorden ausgehändigt. „Ich danke Ihnen für Ihr aufopferungsvolles Engagement und kann Ihnen nur meinen aufrichtigen Respekt und meine Anerkennung aussprechen“, so Blume in seiner Laudatio. „Mit Ihrem ehrenamtlichen Einsatz für Wachkomapatienten und deren Angehörige machen Sie vielen anderen Menschen Mut und sind Ihnen damit eine wichtige Stütze im Alltag.“

    Seit 1992 pflegt Roswitha Stille gemeinsam mit ihrer Mutter Regine Lübke ihren Ehemann Jürgen Stille, der bei einem Unfall schwer verunglückte. Obwohl die behandelnden Ärzte eine häusliche Pflege für nicht durchführbar hielten, holten die beiden Frauen ihren Ehemann bzw. ihren Schwiegersohn nach Hause und sind seitdem rund um die Uhr für ihn da.

    Und dennoch haben Roswitha Stille und Regina Lübke seit 1993 zusätzlich auch noch die Leitung der Selbsthilfegruppe „Junge Hirnverletzte und Angehörige“ und seit 1999 die Leitung der Selbsthilfegruppe „Angehörige von Wachkomapatienten“ für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen (MeH) im Bezirk Hannover und dem Landkreis Uelzen des SelbstHilfeVerbandes (SVH) – Forum Gehirn e. V. übernommen. Seither treffen sich die Angehörigen einmnal im Monat zu Gesprächen und Veranstaltungen sowie zur Organisation von Fortbildungsseminaren. Seit wenigen Tagen ist Roswitha Stille darüber hinaus als Bundesvorsitzende im SHV Forum Gehirn e. V. im Amt. Hinzu kommen unzählige weitere Aktivitäten im Zusammenhang mit Schwerst-Schädel-Hirnverletzten sowohl auf kommunaler als auch auf Landes- und Bundesebene.

    „Ein Engagement, das sich nur schwer in Worte fassen lässt“, so Soltendiecks Bürgermeister Jürgen Wöhling. Die beiden Frauen hätten – wie viele andere Menschen – nicht nur einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen, sondern sie hätten dies – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen – zum Anlass genommen, sich für Andere einzusetzen. „Sie wollen Ihre Erfahrungen weitergeben, und dies trotz der großen Aufgabe, die zuhause auf Sie wartet.“

    Die Geehrten selbst zeigten sich angesichts der lobenden Worte sichtlich gerührt: Roswitha Stille richtete ihren Dank für die Auszeichnung – auch im Namen ihrer Mutter – nicht nur an Landrat Dr. Blume, sondern an alle Anwesenden: „Ohne Eure Unterstützung wäre es sicherlich nicht zu dieser Ordensverleihung gekommen.“ Übrigens, so Stille weiter, sei der heutige Tag erst der zweite in 22 Jahren, an dem ihr Mann für wenige Stunden auf sie bzw. ihre Mutter verzichten müsse.