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    EU-Projekt „NoRegret“: Genug Wasser für die Landwirtschaft?! (21.03.2006)

    Als internationaler „Tag des Wassers“ rückt der 22. März seit dem UN-Klimagipfel von Rio de Janeiro alljährlich die wichtigste aller Ressourcen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Sämtliche Mitgliedstaaten sind an diesem Tag aufgefordert, auf den besonderen Wert von sauberem Trinkwasser und die Bedeutung des Gewässerschutzes hinzuweisen. Mit dem Ziel, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung umzusetzen, sollen sie konkrete Projekte, Aktionen und Programme einführen und fördern.

    Das Thema Wassermangel beschäftigt seit Ende letzten Jahres auch eine regionale Lenkungsgruppe, die aus Vertretern der Landkreise Uelzen, Gifhorn, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg besteht. In Zusammenarbeit mit der Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen suchen sie im Rahmen des EU-Projekts „NoRegret“ nach Lösungen, um die Zukunft der landwirtschaftlichen Feldberegnung sicherstellen zu können. Der Projekttitel soll angesichts der Auswirkungen des Klimawandels auf die Notwendigkeit einer rechtzeitigen und vorausschauenden Wasserpolitik „ohne Bedauern“ hinweisen.

    Die enorme Bedeutung der Feldberegnung sowohl für die wirtschaftliche Stabilität der Region als auch für den Grundwasserhaushalt wird daran deutlich, dass die Finanzierung des Projektes sowohl mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung als auch des Niedersächsischen Umweltministeriums erheblich unterstützt wird.

    Trotz relativ geringer Niederschläge hat sich die Region mit Hilfe der Beregnung in den letzten 50 Jahren zu einem hochspezialisierten, erfolgreichen Ackerbaugebiet entwickelt. Doch obwohl Genehmigungen zur Wasserentnahme stets sorgfältig erteilt wurden, weisen jüngste Untersuchungen - insbesondere in den vier Grundwasserkörpern rechts und links der Ise, rechts der Ilmenau und links der Jeetzel - deutliche Belastungen des Grundwasserspiegels auf.

    Ob die Wasserknappheit für den Naturhaushalt problematisch ist oder nicht, steht allerdings wegen der erst unzureichend bekannten und wechselhaften hydrogeologischen Verhältnisse im Untergrund noch nicht fest. Diese Wissenslücke zu schließen und Maßnahmen zur vorsorgenden Entlastung des Grundwasserhaushalts und damit zur Sicherung der Feldberegnung zu entwickeln, sind die zentralen Aufgaben des Projekts. Erst wenn bekannt ist, ob schützenswerte Biotope betroffen sind, können zusätzlich gezielte Maßnahmen zu deren Sicherung ergriffen werden.

    Die Lenkungsgruppe wird sich regelmäßig treffen, um Ideen und Erkenntnisse auszutauschen, geeignete Maßnahmen zu eruieren und – falls nötig – deren Realisierung in die Wege zu leiten.