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    Gefährlicher Schädling: Landkreis bittet Bürger um Aufmerksamkeit (17.07.2008)

     In seiner asiatischen Heimat zählt er zu den gefährlichsten Pflanzen-Schädlingen – vor allem an Zitruspflanzen, aber auch an Laubbäumen. In den vergangenen Wochen und Monaten ist er erstmals auch in Deutschland aufgetreten, und zwar in Bayern und Nordrhein-Westfalen.  Der so genannte Citrusbockkäfer schlüpfte dort aus neu gekauften Fächerahornbäumen. Die Pflanzen stammen unter anderem aus dem Bestand einer großen Supermarktkette, die im Mai 2008 mehr als 100.000 dieser Bäume deutschlandweit (auch in Niedersachsen) verkauft hat. Die Bäume sind mit der Bezeichnung „Acer palmatum“ ausgezeichnet.

    Das Julius-Kühn-Institut, ein Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Baunschweig, bittet daher alle Personen, die in den vergangenen Monaten junge „Acer palmatum“ in einer Baumschule oder einem Supermarkt gekauft haben, ihre Pflanzen ab sofort mehrfach wöchentlich auf Spuren von Bohrspänen, Ausbohrlöcher bzw. auf ausgewachsene Käfer zu kontrollieren. Generell sollten alle verdächtigen Pflanzen oder Käfer dem nächsten zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Im Landkreis Uelzen ist dies die hiesige Bezirksstelle des Pflanzenschutzamtes bei der Landwirtschaftskammer. Entsprechende Verdachtsfälle sollten unbedingt gemeldet werden unter der dortigen Rufnummer 0581/8073-113.

    Bei dem Verdacht auf einen solchen Schädlings-Befall sollte der komplette Baum nebst Topf oder Wurzel in einem stabilen Müllsack gut verschlossen werden. Gefundene Käfer müssen eingefangen werden, um zu verhindern, dass sie sich ausbreiten und heimische Bäume befallen.

    In Deutschland würde der Citrusbockkäfer viele hiesige, auch völlig gesunde Laubbäume wie Ahorn, Buche, Weide, Birke, Platane, Haselnuss, Rosskastanie oder Apfelbaum befallen und sie zum Absterben bringen.

    Die Larven des Citrusbockkäfers leben ein bis zwei Jahre versteckt im Holz der Bäume. Daher sind betroffene Bäume oft erst an den nahezu runden, ein bis 1,5 Zentimeter großen Löchern meist in der Nähe der Wurzeln, aber auch an den Wurzeln zu erkennen, aus denen sich die Käfer aus dem Holz herausbohren. Vor dem Schlupf der Käfer sind teilweise auch Bohrspäne am Stammfuß, auf der Erdoberfläche oder im Bodenstreu zu sehen.

    In Niedersachsen ist bisher noch kein entsprechender Schädlingsbefall bekannt. Nach Angaben des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover hat es aber bereits mehrere Verdachtsfälle gegeben. Alle diesbezüglichen Meldungen von Bürgern würden sehr ernst genommen und seien bisher auch alle überprüft worden. Der Verdacht auf einen Citrusbockkäfer-Befall habe sich dabei aber jeweils nicht bestätigt. Dennoch bittet der Landkreis Uelzen alle Bürger weiterhin um entsprechende Achtsamkeit.