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    Gesundheitsamt rät von HIV-Schnelltests ab (24.06.2009)

     Aktuelle Angebote im Internet haben das Niedersächsische Gesundheitsministerium veranlasst, vor HIV-Schnelltests zu warnen. Derartige Produkte böten nicht selten statt schneller Gewissheit fehlerhafte Ergebnisse: Der Warnung hat sich das gemeinsame Gesundheitsamt der Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg angeschlossen. „Es ist nicht sichergestellt, ob solche HIV-Bluttests zu korrekten Ergebnissen führen“, so dessen Leiter, Dr. Gerhard Wermes.

    Zuverlässige Ergebnisse bieten dagegen entsprechende Tests im Gesundheitsamt. „Dort wird immer zuerst ein Beratungsgespräch geführt und dann eine Nummer vergeben. Denn der Test erfolgt anonym“, erklärt dazu Dr. Gerhard Wermes. Im Labor entnehmen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Blut und schicken die Probe nach Hannover zum Landesgesundheitsamt.

    Nach etwa einer Woche liegt das Ergebnis vor. „Diese kurze Wartezeit lässt sich leider nicht umgehen, wenn man ein qualifiziertes Ergebnis haben will“, so der Amtsarzt. In den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg lassen sich hauptsächlich Menschen zwischen 20 und 40 Jahren testen. Im Jahr 2007 waren es 49 Tests, 2008 entnahm das Gesundheitsamt insgesamt 65 Blutproben. Im laufenden Jahr waren es bis Anfang Juni 35.

    Menschen, die sich testen lassen, hatten oft ungeschützten Geschlechtsverkehr oder haben den Partner gewechselt. „Es lassen sich mehr Männer als Frauen testen, besonders vor und nach dem Urlaub“, berichtet Dr. Wermes.

    Auch die Berichterstattung der Medien wirke sich aus: Nachdem die „No Angels“-Sängerin Nadja Benaissa Schlagzeilen gemacht habe, weil ihr HIV-Test positiv ausgefallen sei, habe es im Gesundheitsamt kurzfristig deutlich mehr Tests als üblich gegeben.

    Im Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg haben die Tests der vergangenen Jahre nur einmal ein positives Ergebnis erbracht. „Dann beraten wir intensiv, begleiten die Menschen zur Aids-Hilfe“, so Dr. Wermes. Sein Tipp: „Sich entsprechend testen zu lassen, ist zwar gut im Sinne eine Vorbeugung. Doch wirklich Schutz bieten Kondome.“