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    Hamburgisches Krankenhaus ist endgültig Geschichte (12.05.2010)

     Seit Mitte April 2010 ist das ehemalige Hamburgische Krankenhaus in Bad Bevensen nun endgültig Geschichte. Nach rund achtmonatiger Bauzeit wurde der Abriss am 14. April offiziell abgeschlossen. Damit haben sich die Arbeiten um etwa vier Monate verzögert. „Ursprünglich war vorgesehen, die Gebäude bis Ende 2009 abzureißen. Der außergewöhnlich harte und lange Winter hat es aber unmöglich gemacht, diesen Zeitplan einzuhalten“, so Frank Peters, Baudezernent beim Landkreis Uelzen. Mit den Abrissarbeiten war am 10. August 2009 begonnen worden.

    Auf dem Gelände wurden insgesamt 31 Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Sie waren bereits seit längerem nicht mehr genutzt worden. Damit erfolgte ein vollständiger oberirdischer Abbruch. Die Straßen und Wege, die Versorgungsleitungen sowie die Fundamentplatten der meisten Gebäudekomplexe wurden dagegen belassen. Sämtliche Gebäude waren vor Beginn der eigentlichen Abrissarbeiten auf Schadstoffe hin untersucht worden. Diese wurden gesondert ausgebaut und beseitigt.

    Insgesamt wurden etwa 13.250 Tonnen mineralischer Bauschutt und etwa 2.300 Tonnen sonstige Abfälle entsorgt. Während die mineralischen Abfälle sowie Holz und Stahl weitestgehend verwertet werden konnten, waren die sonstigen Abfälle, wie Baumischabfälle, asbesthaltige Baustoffe, gipshaltige Baustoffe, teerhaltige Dachpappe, Dichtungsbahnen und Isoliermaterialien speziellen Entsorgungsanlagen zuzuführen. Über das Entsorgungszentrum Borg sind insgesamt 1.350 Tonnen Abfälle entsorgt worden.

    Die Gesamtkosten für den Abriss inkl. Entsorgung belaufen sich auf 480.000 € und blieben damit leicht unterhalb der veranschlagten Schwelle von ½ Million.

    Geschichtlicher Hintergrund: Die Historie des Hamburgischen Krankenhauses begann während des Zweiten Weltkrieges in den Jahren 1942 bis 1944. Die Gebäude wurden zunächst als Lazarett konzipiert und genutzt. Nach den Kriegswirren dienten die Baukomplexe der Stadt Hamburg als „Ausweichkrankenhaus“. Als dieses aus Hamburger Sicht nicht mehr benötigt wurde, übernahm dann der Landkreis Uelzen schließlich im Jahr 1981 das Hamburgische Krankenhaus. Knapp 20 Jahre später privatisierte der Landkreis im Jahr 1999 das Krankenhauswesen durch den Verkauf des Krankenhausbetriebes an die „Rhön AG“ – einhergehend mit der Verpflichtung des Käufers, sowohl ein neues Krankenhausgebäude in Uelzen zu errichten als auch eine medizinische Grundversorgung im „HKB“ weiterhin zu gewährleisten. Vier Jahre später, im Dezember 2003 konnte schließlich der Krankenhausbetrieb im Klinikum Uelzen aufgenommen werden. Bereits zwei Monate zuvor hatte das Niedersächsische Sozialministerium allerdings entschieden, das Hamburgische Krankenhaus aus dem Krankenhausbedarfsplan zu streichen. Damit war das Schicksal des Hamburgischen Krankenhauses besiegelt: Zeitgleich mit der Öffnung des neuen Klinikums wurde das Hamburgische Krankenhaus geschlossen und der Betrieb eingestellt, Gelände und Gebäude blieben im Eigentum des Landkreises. Da die Krankenhausnutzung entfallen war, war mit der Stadt Hamburg über den für diesen Fall vertraglich fixierten Rückfall des Grundstückes an die Stadt Hamburg zu verhandeln. Die Hansestadt überließ die rund 14 Hektar große Immobilie jedoch dem Landkreis Uelzen, der in der Folgezeit versuchte, das Gelände zu verkaufen. Einige Interessenten bewarben sich zwar um das Gelände inklusive der Gebäude. Alle Konzepte hatten jedoch den Mangel, dass sie – unter anderem auch wegen den Plänen nicht genügenden Bausubstanz – nicht finanzierbar waren.

    Mit dem Abriss der Gebäude, der von den Kreistagsgremien im Frühjahr 2009 beschlossen worden war, verspricht sich der Landkreis Uelzen nicht nur bessere Vermarktungschancen. Darüber hinaus entfallen künftig auch die Kosten, die für die Sicherung des Areals anfallen – immerhin bis zu 40.000 Euro jährlich. „Ich bin absolut überzeugt davon, dass diese Maßnahme richtig war und nach dem Abriss die Vermarktbarkeit des Grundstückes erheblich verbessert wurde“, so Baudezernent Frank Peters. Die alten Gebäude hätten sich in der Vergangenheit eher als eine Belastung als eine Chance für eine spätere Nutzung erwiesen. Diesen Zustand habe man jetzt mit dem Abriss beendet.