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    Inklusion: Ministerin will Uelzener Erfahrungen auf Landesebene nutzen (01.07.2015)

    Nach der kürzlich stattgefundenen Bildungskonferenz hat die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt in der vergangenen Woche erneut den Landkreis Uelzen besucht. Dieses Mal führte sie ihr Weg in das vor einem Jahr neu geschaffene „Beratungs- und Förderzentrum Uelzen / Förderschule Landkreis Uelzen“, mit dessen Einrichtung – und dem gleichzeitigen schrittweisen Auslaufen der einzelnen Förderschulen – der Landkreis beim Thema Inklusion echtes Neuland betreten und landesweit eine Art Voreiterrolle übernommen hat. 

    Niedersachsens Kultusministerin Frauke heiligenstadt (m.) zu Gast im Förderzentrum des Landkreises Uelzen„Die Entwicklung im Bereich der Inklusion ist im Landkreis Uelzen im landesweiten Vergleich sehr weit vorangeschritten“, so Heiligenstadt. Um das neue Förderzentrum und die vor Ort bisher gemachten Erfahrungen kennenzulernen, sei sie auch dieser Einladung nach Uelzen gerne nochmals gefolgt. „Was hier an positiven wie negativen Erfahrungen gemacht wurde, soll in die entsprechenden Entwicklungen auf Landesebene einfließen. Mich interessiert, was von den hier bereits umgesetzten Ideen in ein Landeskonzept übernommen werden kann und welche Praxiserfahrungen es dabei zu berücksichtigen gilt“, ließ die Ministerin die beiden Rektoren des Zentrums, anwesende Kommunal- und Landespolitiker sowie verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesschulbehörde sowie Landkreis Uelzen wissen.

    Antworten lieferte anschließend zunächst Förderschul-Rektorin Petra Dehning: Detailliert stellte sie die einzelnen Entwicklungsschritte, die sich vor Ort ergeben haben, dar. Vielen Eltern sei es nicht mehr zu vermitteln gewesen, warum ihr Kind nach der vierten Klasse zu einer Förderschule wechseln müsse. Daraufhin seien in einem ersten Schritt Integrationsklassen geschaffen worden. In weiteren kleinen Schritten sei man dann schließlich zur Einrichtung des Förderzentrums in seiner jetzigen Form gelangt.

    Offen nannte die Sonderpädagogin aber auch Probleme, die sich im Laufe der Zeit ergeben hätten und die zum Teil bis heute nicht behoben seien. Dabei gehe es insbesondere auch um personelle Ressourcen und Strukturen. „In diesem Zusammenhang sind wir dringend auf die Unterstützung des Landes angewiesen“, so Dehning. Erforderlich sei unter anderem die Schaffung einer mittleren Leitungsebene, um das pädagogische Konzept noch wirkungsvoller in den einzelnen Schulen umsetzen zu können. Auch die Ausgestaltung der Arbeitszeit müsse verändert werden, um den Aufgaben noch besser gerecht werden zu können. „Wir brauchen jetzt einen durch das Land koordinierten Prozess, der unsere Erfahrungen berücksichtigt.“

    Zum Gespräch mit der Ministerin waren neben den Rektoren des Zentrums auch Kommunal- und Landespolitiker sowie Mitarbeiter von Landesschulbehörde und Landkreis Uelzen anwesend. Eine Forderung, der sich auch die beiden Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer und Heiner Scholing sowie Uwe Liestmann, Erster Kreisrat des Landkreises Uelzen, anschlossen. Nur ein Dach in Form eines Förderzentrums zu schaffen, reiche nicht aus, so Scholing. Hillmer und Liestmann appellierten ihrerseits an die Kultusministerin, seitens des Landes Niedersachsen kurzfristig entsprechende Grundsatzentscheidungen zu treffen. In jedem Fall benötige der Landkreis Uelzen entsprechende Entscheidungen wegen seines Modellcharakters in Sachen Inklusion früher als andere Kommunen.