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    Kinofilm: „Ich will dich - Begegnungen mit Hilde Domin“ (14.04.2008)

    Filmemacherin Anna Ditges und Hilde Domin

    Am Mittwoch, 23. April zeigt das Central-Theater Uelzen in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule den  Dokumentarfilm „Ich will dich“ über die berühmte Dichterin Hilde Domin. Die erste Vorstellung findet um 17.30 Uhr statt. Sie wird moderiert von der KVHS-Dozentin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Heidrun Bomke, die im Anschluss zum Gedankenaustausch einlädt. Die zweite Vorstellung findet um 20.15 Uhr statt.

    Entstanden ist der Film durch die Begegnung zweier Frauen. Die fast 70 Jahre jüngere Filmemacherin Anna Ditges hatte zufällig in einem Buchladen einen Gedichtband der Poetin entdeckt, war fasziniert und besuchte daraufhin Hilde Domin in ihrer Heidelberger Wohnung. Nach anfänglichem Widerstand der alten Dame ist es Anna Ditges gelungen, eine Beziehung zu ihr aufzubauen und die große Lyrikerin der deutschen Nachkriegsliteratur mit der Kamera durch die letzten zwei Jahre ihres langen und spannungsreichen Lebens zu begleiten. Dabei herausgekommen ist ein eindrucksvoller sehr persönlicher Film.

    Der Titel „Ich will dich“ entstammt einem Gedicht von Hilde Domin, das auf ihre Erfahrung in der Emigration anspielt „Freiheit / ich will dich/ aufrauen mit Schmirgelpapier / du geleckte“. 1909 in Köln in einer assimilierten jüdischen Familie geboren, studierte sie Staatsrecht, erkannte im Zirkel ihrer sozialdemokratischen Freunde früh die Brutalität des aufziehenden Hitler-Regimes und flüchtete mit ihrem lebenslangen Gefährten Erwin Walter Palm über Italien und England in die Karibik. Nach Jahren als Assistentin ihres Mannes in Santo Domingo - daher ihr Autorenname - begann sie erst 1951 zu schreiben.

    Hilde Domin erzählt in dem Film mit großer Offenheit aus ihrem Leben, von ihrer Kindheit in Köln, von 22 Jahren Exil, von der Rückkehr nach Deutschland und ihrer Karriere als Dichterin. Sie spricht vor der Kamera über die große Liebe ihres Lebens und über die Einsamkeit im Alter. Themen, die der individuelle Blick der Filmemacherin in ausdrucksstarken Bildern festhält. Der Film dokumentiert zugleich auch die Beziehung der beiden Frauen, die im Verlauf der beiden Jahre immer mehr Gestalt annimmt.

    Nach seiner Premiere im November 2007 in Frankfurt ist der Film inzwischen in vielen deutschen Kinos gelaufen und ist in der Kategorie „Dokumentarfilm“ für den Deutschen Filmpreis  2008 vorgeschlagen.

    Anmeldungen nimmt die KVHS unter Tel. 0581/976490 entgegen. Gebühren sind an der Kino Kasse zu zahlen. Bei mehr als 50 Personen kann der Film auf Wunsch auch vormittags für Schulklassen gezeigt werden. Informationen erteilt Frau Böhm vom Central-Theater unter Tel. 0581/ 2509.