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    Künftig auch Ackerflächen im Raum Ebstorf förderfähig (27.04.2011)

    Das „Kooperationsprogramm Naturschutz“ mit der Fördermaßnahme „Vogel- und sonstige Tierarten der Feldflur“, das aktuell auf ca. 170 ha Fläche im Landkreis Uelzen durch die örtlichen Landwirte umgesetzt wird, weist einige Neuerungen auf. Wermutstropfen ist die sinkende Förderprämie, positiv dagegen die Ausweitung der Förderkulisse unter anderem auf Ackerflächen im Raum Ebstorf. Hier soll die hochgradig gefährdete Haubenlerche von diesem Angebot profitieren. 

    Zweck des vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz und der EU über das „Kooperationsprogramm Naturschutz“ geförderten Ackerrandstreifenprogramms ist die Verbesserung der Lebensräume durch Verzicht auf Düngung, Pflanzenschutz, Beregnung und Bodenbearbeitung während der Brutzeit. Das erhöhte Nahrungsangebot, die fehlenden Störungen und die geringere Vegetationsdichte bewirken günstige Bedingungen für bodenbrütende Vögel wie Rebhuhn, Wachtel, Lerchen, Ortolan sowie für den Feldhasen.

    Als so genannter „Qualifizierer“ bietet Landschaftsplaner Lars Wellmann aus Uelzen interessierten Landwirten die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch und bei Begehung der Flächen über die verschiedenen Möglichkeiten des Programms zu informieren.

    „Leider sinken die Förderprämien im nächsten Jahr deutlich stärker als wir es erwartet haben“, so Lars Wellmann.
     
    Für den Anbau eines Sommergetreide-Erbsen-Gemenges gibt es ab 2012 pro Hektar und Jahr bis zu 670 Euro. Sehr stark gekürzt wird die Förderung von Luzerne/Kleegras. Hier werden nur noch 635 Euro pro Hektar und Jahr gezahlt, 270 Euro weniger als in den Vorjahren. Eine Neuberechnung fordert die EU alle zwei Jahre, um rascher auf die Entwicklung der Marktpreise zu reagieren. Da die Berechnung auf die letzten drei Wirtschaftsjahre zurückgreift, macht sich jetzt das schlechte Wirtschaftsjahr 2009 bemerkbar.

    Christiane Voß-Führer vom Umweltamt des Landkreises Uelzen ist ebenfalls über die Absenkung der Zahlungen bestürzt. „Mit sinkenden Förderprämien ist die Artenvielfalt auf Ackerflächen nicht zu erhalten. Wir hoffen trotzdem auf weiterhin interessierte Landwirte, die Randstreifen auf unproduktiven Standorten wie zum Beispiel entlang von Baumreihen oder Waldrändern in das Programm einbringen wollen.“

    Positiv ist dagegen die weitere Ausdehnung der Förderkulisse auf Ackerflächen bei Almstorf, Dalldorf-Dallahn, Ebstorf, Kl. Thondorf und Neumühle. Die Förderkulisse bezieht die EU-Vogelschutzgebiete „Ostheide bei Himbergen und Bad Bodenteich“ sowie „Drawehn“ und angrenzende Flächen ein. Sie ist unter der Internetadresse www.kooperationsprogramm-naturschutz.niedersachsen.de abrufbar.

    „Durch den direkten Kontakt mit den Landwirten und deren praktischen Erfahrungen wurden bereits eine Reihe von Verbesserungen und flexibleren Regeln durch das Ministerium in die Fördermaßnahme integriert“, freut sich Ilsabe Gröfke, Mitarbeiterin bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Uelzen.

    Die Antragsfrist für Flächen mit Vertragsbeginn ab Januar 2012 endet am 16. Mai 2011, dem Termin für die Abgabe der Agraranträge. Die Anträge sind bei der Bewilligungsstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer einzureichen und bedürfen einer Bestätigung der Unteren Naturschutzbehörde. Weitere Informationen und Terminabsprachen können mit Lars Wellmann unter der Rufnummer 0581/9739300 vereinbart werden.

    Im Juni sind in den verschiedenen Teilen der Förderkulisse Feldrundfahrten geplant, an denen Landwirte und sonstige Interessierte kostenfrei teilnehmen können. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.