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    Landkreis verleiht rund 5.000 Schutzengeln Flügel (31.01.2008)


    v.l.n.r.: Melanie Ehlers aus Emmendorf , Rabea Mestmäcker aus Rosche , Kathrin Mentzel aus Suderburg und Nicole Wenk aus Ebstorf sind vier von rund 5.000 neuen Schutzengeln.

    Der Startschuss ist gefallen: Rund 5.000 junge Frauen zwischen 16 und 24 Jahren haben in den letzten Tagen Post bekommen, die ihnen Flügel verleiht. In dem Anschreiben bittet Landrat Dr. Theodor Elster sie, ihre männlichen Begleiter nach einem Disco- oder Kneipenbesuch davon abzuhalten, sich unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ans Steuer zu setzen. Ihre Initiative soll dabei helfen, die Unfallzahlen in der Altersgruppe der jungen Autofahrer zu reduzieren. Um den Schutzengeln die Teilnahme an dem Verkehrssicherheitskonzept zu versüßen, war dem Brief ein personalisierter Ausweis in Scheckkartengröße beigefügt. Damit kommen sie in den Genuss zahlreicher attraktiver Vergünstigungen.

    „Der erste Schritt ist gemacht“, freute sich Elster bei der offiziellen Auftaktveranstaltung, mit der heute im Alten Amtshaus Oldenstadt der Beginn des zusammen mit dem ADAC und der Polizei realisierten Projekts gefeiert wurde. „Jetzt hoffen wir auf eine breite Akzeptanz der Aktion bei den jungen Frauen. Selbstverständlich ist eine Teilnahme aber freiwillig!“ Auf große Unterstützung und Zustimmung sei das Projekt bereits bei zahlreichen Sponsoren gestoßen, die den Schutzengeln verbilligte Eintritte, Rabatte im Einzelhandel oder günstigere kulinarische Angebote gewähren. „Bis jetzt machen rund 30 Unternehmen und Einrichtungen im gesamten Landkreis mit. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank. Ich wünsche mir aber, dass nach dem heutigen Tag noch zahlreiche weitere Sponsoren hinzu kommen!“

    Diesem Wunsch konnte sich Hermann Fedrowitz, Leiter des Fachbereichs Verkehr beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, nur anschließen. In einigen anderen Landkreisen habe sich das ursprünglich aus Dänemark stammende Projekt bereits erfolgreich etabliert. Die ersten Schutzengel wurden 2003 im Landkreis Soltau-Fallingbostel ernannt. „Die Unfallstatistik hat anschließend gezeigt, dass die Idee aufgeht“, berichtete Fedrowitz. In den drei Jahren zuvor seien noch insgesamt 27 junge Leute im Straßenverkehr umgekommen – das entspreche einer kompletten Schulklasse. In den drei Jahren nach dem Projektstart sei diese Zahl um mehr als die Hälfte gesunken. „Wenn wir es schaffen, hier im Landkreis Uelzen nur einen einzigen Unfall zu verhindern, hat sich das Projekt schon gelohnt!“

    Polizeidirektor Hans-Jürgen Felgentreu wies darauf hin, dass die Unfallzahlen junger männlicher Autofahrer im Landkreis Uelzen in erster Linie auf zu hohe Geschwindigkeiten, oft in Zusammenspiel mit Alkohol oder Drogen, zurückzuführen seien. So habe die Polizei im vergangenen Jahr 122 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz verzeichnet und dem Straßenverkehrsamt gemeldet. Daraufhin entzog das Amt 30 Führerscheine, kassierte 16 freiwillig abgegebene Fahrgenehmigungen ein, lehnte acht Führerschein-Anträge ab und sprach 14 Ermahnungen aus. „Für uns war sofort klar, dass wir das Projekt unterstützen“, erklärte Felgentreu. Mit Oberkommissar Ulrich Koch aus Suderburg stellt die Polizei den ehrenamtlichen Leiter der Schutzengel-Aktion.

    Der 59jährige Koch war es dann auch, der zusammen mit Landrat Dr. Elster vier weitere Ausweise an junge Mädchen überreichte, die stellvertretend für die gesamte Zielgruppe zur Auftaktveranstaltung eingeladen worden waren. „Wir finden die Aktion toll!“ bekannten Kathrin Mentzel aus Suderburg und Nicole Wenk aus Ebstorf. „Auf der einen Seite können wir etwas Sinnvolles tun und nebenbei werden wir dafür auch noch mit tollen Vergünstigungen belohnt!“

    „Bei der Ausweis-Aktion alleine wird es nicht bleiben. In einigen Monaten soll es für die Engel auch eine Party oder ein Konzert geben“, versprach ADAC-Sprecherin Christine Rettig. „Dabei wird uns radio ffn als Medienpartner unterstützen!“

    Damit die jungen Männer, um die es bei diesem Projekt ja eigentlich geht, nicht ganz leer ausgehen oder sich benachteiligt fühlen, haben auch sie einen Infobrief erhalten – allerdings ohne Ausweis. „Aber keine Sorge, auch sie können Schutzengel werden“, tröstet Rettig. „Dafür müssen sie sich nur auf der Internetseite www.ich-bin-dein-schutzengel.de anmelden. Dann stellen wir ihnen auch einen Ausweis aus!“

    Weitere Infos rund um das Schutzengel-Projekt und eine Liste der aktuellen
    Sponsoren gibt es hier...

    Für Fragen und Anregungen stehen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

    Landkreis Uelzen:

    ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt:

    Polizei: