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    Mission Abfallwirtschaftsberatung: Johannes Stenzel geht in den Ruhestand (24.09.2007)


    Auf einen äußerst ungewöhnlichen Lebenslauf kann der langjährige Abfallwirtschaftsberater Johannes Stenzel am Ende seiner Berufslaufbahn zurückblicken. „Der Weg hat zu einem anderen Ziel geführt als  ursprünglich angestrebt. Aber für mich war es der absolut richtige Weg!“ resümierte der 60jährige bei seiner offiziellen Verabschiedung.

    Der gebürtige Berliner hatte zunächst an der FH Witzenhausen bei Göttingen Landwirtschaft studiert und bekam anschließend ein Stellenangebot bei einem Futtermittelbetrieb. Doch der überzeugte Christ entschied sich für eine andere Mission: Zusammen mit seiner Frau ging er für drei Jahre nach Sierra Leone, wo er im Auftrag der EBM (Europäisch-Baptistische Missionsgesellschaft) als Lehrer und Projektentwickler tätig war. Als ihn anschließend die Christoffel Blindenmission ansprach, ob er sich vorstellen könne, in Burkina Faso ein Blinden-Rehabilitationszentrum aufzubauen, zögerte er nicht lange. Zusammen mit seiner inzwischen vierköpfigen Familie nahm er die Herausforderung an. „Wir hatten geglaubt, dass es dort bereits erste Strukturen oder zumindest Gebäude gab. Das war aber nicht der Fall. Wir haben einen Brunnen, viel Sand und Schotter vorgefunden und angefangen, das Projekt aus dem Nichts heraus zu realisieren“, erinnert sich Stenzel.

    Ende der 80er Jahre entschied sich die Familie, nach Deutschland zurückzukehren, da es in dem westafrikanischen Land keine adäquaten Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten für die nunmehr drei Kinder gab. Bis dahin waren sie von der Mutter unterrichtet worden. Da Johannes Stenzel zu diesem Zeitpunkt bereits zu lange aus seinem ursprünglichen Beruf heraus war, konnte er nicht mehr als Diplom-Agraringenieur vermittelt werden. Deshalb schlug er wieder einen völlig neuen Weg ein und ließ sich in Sehnde bei Hannover zum Abfallwirtschaftsberater ausbilden – ein damals noch sehr neues Berufsbild.

    1990 wurde er nach einem Praktikum vom Landkreis Uelzen eingestellt. Seitdem ist der heute 60jährige für den Abfallwirtschaftsbetrieb (awb) als Telefonberater und Beschwerdemanager tätig, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, gibt den alljährlichen Müllkalender heraus und organisiert Veranstaltungen wie Deponieführungen oder Messeauftritte. „Die Arbeit hat mir großen Spaß gemacht, da sie stets abwechslungsreich war und ich Kontakt zu sehr unterschiedlichen Menschen hatte. Auch war es manchmal herausfordernd, als Schnittstelle zwischen den Interessen der Bürger und denen des Abfallwirtschaftsbetriebs zu vermitteln, aber gerade darin lag auch ein Reiz!“ Insgesamt hat Stenzel in den letzten 20 Jahren eine veränderte Einstellung der Menschen zum Thema Abfallentsorgung wahrgenommen. „Anfangs musste noch oft Überzeugungsarbeit geleistet werden. Heute ist das ökologische Bewusstsein viel verbreiteter und Mülltrennung eine Art Selbstverständlichkeit.“

    Für seinen Ruhestand hat Johannes Stenzel viele Pläne: Zum einen will er sich um sein altes Fachwerkhaus in Lüchow-Dannenberg und zum anderen verstärkt um die Kinder- und Jugendarbeit seiner evangelisch-freikirchlichen Gemeinde kümmern, wo er auch in der Gemeindeleitung aktiv ist. Und das Reisen lässt ihn ebenfalls nicht los: Für 2009 plant er zusammen mit einem Freund eine Radtour vom Nordkap zurück nach Deutschland.