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    NLT fordert die Möglichkeit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen (28.01.2009)

     Der Niedersächsische Landkreistag (NLT) zeigt sich erfreut über die Anfang letzter Woche angekündigte Bereitschaft der Landesregierung, Zusammenlegungen von Haupt- und Realschulen ermöglichen zu wollen. „Mit dieser Ankündigung entspricht die Landesregierung im Grundsatz einer Forderung des NLT, die nunmehr formal vom Vorstand als ,Loccumer Erklärung’ beschlossen wurde. Der beschrittene Weg ist richtig, das Ziel aber noch nicht konsequent im Visier“, erklärte Celles Landrat Wiswe als Vorsitzender des Niedersächsischen Landkreistages.

    „Eigentlich finde ich es nicht fair, dass die Hauptschule vielerorts gesellschaftlich keine Akzeptanz mehr findet“, so Wiswe. „Gerade im ländlichen Bereich haben wir in der Hauptschule eine hohe Qualität. Das Land hat sich in vielfältiger Weise bemüht, den Hauptschulen ein neues berufsorientiertes Profil zu geben.“

    Die Entwicklung in vielen Landkreisen zeigt jedoch, dass sich Vorbehalte gegen die Hauptschule so verfestigt haben, dass die positive Weiterentwicklung der Hauptschule von den Eltern, insbesondere aber von den Ausbildungsbetrieben nicht mehr wahr- und angenommen wird. Dies führt in Kombination mit rückläufigen Schülerzahlen infolge des demografischen Wandels zu nicht mehr ausreichenden Schülerzahlen an den Hauptschulen. Bei kaum noch zu rechtfertigendem finanziellem Aufwand steht auch die Frage im Raum, ob an diesen Schulen noch ein hinreichend differenziertes Lernangebot gemacht werden kann.

    „Auf diese in vielen Landesteilen zu beobachtende Entwicklung müssen wir reagieren können. Wir halten es, wie in vielen anderen Bundesländern bereits erfolgreich praktiziert, für erforderlich, auch eine Zusammenführung von Haupt- und Realschule zu einer neuen Schulform zuzulassen. In den Landesteilen, in denen die Hauptschule weiterhin Anerkennung findet, sollte die Beibehaltung der bewährten Dreigliedrigkeit des Schulsystems möglich sein. Die Entscheidung, welche Schulangebote vor Ort vorgehalten werden, kann nur durch den zuständigen kommunalen Schulträger getroffen werden, der die Situation vor Ort am besten einschätzen kann“, führte Wiswe weiter aus.

    Grundsätzlich hält der NLT es an verschiedenen Schulstandorten für möglich, das „Hauptschulproblem“ auch durch die Einrichtung einer Gesamtschule zu lösen. Die in vielen Landkreisen angelaufenen Elternbefragungen haben jedoch gezeigt, dass die im letzten Jahr verabschiedeten Anforderungen an die Zügigkeit für neue Gesamtschulen zu hoch gesteckt sind. Der NLT plädiert daher für eine Rückkehr zur 4-Zügigkeit als Mindestanforderung an Gesamtschulen.