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    Nahversorgung im Kreis Uelzen: Leuphana-Studenten planen Bedarfsanalyse (27.11.2013)

    Der Landkreis Uelzen ist einer von insgesamt vier Kreisen, die im Rahmen einer Studie der Leuphana-Universität auf ihr Nahversorgungsangebot hin untersucht werden sollen. Um über Einzelheiten des wissenschaftlichen Projektes zu beraten, fand in der vergangenen Woche eine Gesprächsrunde zwischen Angehörigen der Universität, den Regionalplanern der beteiligten Landkreise Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Harburg sowie einem Mitarbeiter der Regierungsvertretung Lüneburg statt, auf deren Initiative sich die Gruppe gebildet hat.

    Die Projektgruppe: Prof. Dr. Peter Pez (v.l.), Jürgen Schwarz, Hannah Hofmann, Dr. Stefano Panebianco, Julia Radoske, Gesa Hatesohl, Franziska Scholz, Lisa Franke, Carsten Peters, Joachim PartzschMit dabei auch Joachim Partzsch, Leiter des Amtes für Bauordnung und Kreisplanung des Landkreises Uelzen. „Wir freuen uns, an diesem Projekt beteiligt zu sein“, so der heimische Regionalplaner. In ländlichen Räumen wie dem Landkreis Uelzen sei eine optimale und den Wünschen aller Bürgerinnen und Bürger entsprechende flächendeckende Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten naturgemäß nicht immer gegeben. Da das Problem künftig durch den demografischen Wandel vermutlich noch verstärkt werde, habe die Kreisverwaltung bereits vor einigen Jahren bei einem Gutachterbüro eine entsprechende Expertise eingeholt.

    Das Projekt der Leuphana-Universität zur Nahversorgung im ländlichen Raum könne nun dazu beitragen, die diesbezüglichen Erkenntnisse wissenschaftlich untermauert zu ergänzen. Dazu wollen die Studierenden unter der Leitung von Professor Dr. Peter Pez während des laufenden Semesters eine Bedarfsanalyse erstellen – gestützt auf einen eigens entwickelten Fragebogen, mit dessen Hilfe die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Uelzen Missstände aufzeigen und entsprechende persönliche Wünsche äußern können. Darauf aufbauend wollen die Studenten anschließend Lösungsvorschläge erarbeiten und an die beteiligten Landkreise weitergeben.
    Die insgesamt sechs Studierenden kommen aus unterschiedlichen Fächern des Leuphana Bachelors. „In enger Abstimmung aller Beteiligten sollen zunächst jene Bereiche erkundet werden, in denen nicht mal eine minimale Nahversorgung besteht, zum Beispiel durch Hofläden oder mobile Verkaufswagen“, erläutert Geograph Peter Pez, der die Projektgruppe leitet. Im nächsten Schritt solle dann versucht werden, Möglichkeiten für die Wiederansiedlung von Einkaufsmöglichkeiten zu finden. Denkbar seien hier zum Beispiel Genossenschaftsläden. Weiteres Thema, so Pez, sei darüber hinaus aber auch die Stärkung verbliebener Dorfläden.

    Wichtig sei in jedem Fall, die Bewohner im ländlichen Raum selbst zu Wort kommen zu lassen. Dennoch solle die Fragebogenaktion nicht flächendeckend durchgeführt werden, sondern dort, wo sich die Versorgungslage am schlechtesten gestaltet, so der Professor. Für die Auswahl der Befragungsgebiete werden in einem ersten Schritt Daten der Landkreise ausgewertet. Bevor die Befragungen beginnen, wird die Projektgruppe anschließend zunächst die entsprechenden Orte und Regionen besichtigen. Die genaue Auswahl der Befragungsgebiete soll bereits bis zum Jahresende abgeschlossen sein.