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    Notruf 112: Ein Tag in der Einsatzleitstelle (27.04.2006)

    „Oh, das ist aber teuer. Da wäre ja innerhalb von zweieinhalb Minuten mein Taschengeld für ein ganzes Jahr weg“, staunt Lisa Christin Hilmer, als sie den an der Rhön-Klinik stationierten Rettungshubschrauber des ADAC besichtigt. Zu gern würde sie jetzt einsteigen und abheben, aber da eine Flugminute umgerechnet 50 Euro kostet, hat sie ein Einsehen, dass das nicht möglich ist. Einsteigen darf sie aber immerhin doch, und so bestaunen Lisa und Finn Hansen die vielen Knöpfe und Schalter und lassen sich von einem Piloten und einem Rettungsassistenten einige technische Einzelheiten erklären.

    Die beiden elf und zwölf Jahre alten Schüler verbringen den heutigen Tag im Rahmen des „Girls’ Day“ bzw. Zukunftstages in der Einsatzleitstelle des Landkreises. Betreut werden sie von Lisas Vater Jürgen Hilmer, der seit sechseinhalb Jahren als Leitstellendisponent arbeitet. Neben dem Hubschrauberlandeplatz hat er den beiden Kindern auch die Rettungswache der Feuerwehr gezeigt und ihnen erklärt, wie sein eigener Arbeitstag aussieht und welche Abläufe bei einem Notruf zu beachten sind. „Die fünf W-Fragen müssen geklärt werden“, hat sich Lisa gemerkt. Für sie und Finn ist der Ausflug in die Erwachsenenwelt wie ein kleines Abenteuer. „Ob ich einmal hier arbeiten will, weiß ich aber noch gibt“, gibt Lisa freimütig zu. „Ich hab ja noch fünf Jahre Zukunftstag, da kann ich noch viel erleben!“

    Auch die anderen Praktikanten, die es anlässlich des „Girls’ Day“ zur Kreisverwaltung gezogen hat, erleben auf dem Betriebshof, im Kreismedienzentrum, der Führerscheinstelle oder der zum Ordnungsamt gehörenden Abteilung für Jagdscheine und Waffenrecht spannende Einblicke in die Praxis verschiedenster Bereiche der Arbeitswelt. Die ursprüngliche Idee des „Girls’ Day“ war, Mädchen an techniknahe Berufe heranzuführen. Denn nach wie vor entscheiden sich viele junge Frauen für „typisch weibliche“ Ausbildungen oder Studienfächer und schöpfen ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Dabei fehlt gerade in technischen Bereichen zunehmend qualifizierter Nachwuchs. Inzwischen steht der Zukunftstag auch Jungen offen, damit auch sie sich bei dieser Gelegenheit intensiv mit ihren persönlichen Berufs- und Lebenszielen auseinandersetzen und vielleicht auch einmal in einen „Frauenjob“ reinschnuppern können.