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    OHE-Aktienverkauf: Landkreis schließt sich Resolution der Stadt an (Landkreis Uelzen) (07.07.2006)

    Auf Beschluss des Kreisausschusses schließt sich der Landkreis der vom Rat der Stadt Uelzen beschlossenen Resolution zum Verkauf der Aktienmehrheit an der Osthannoverschen Eisenbahnen AG Celle (OHE) an. Die drei Hauptaktionäre – Bund, Land und DB-Regio – wollen gemeinsam ihr Aktienpaket von 82,9 Prozent veräußern. Eine europaweite Ausschreibung wurde bereits eingeleitet.

    Im Gebiet des Landkreises betreibt die OHE, die über etliche Beteiligungen an Bahn-, Bus-, Güterverkehrs- und Hafenbetriebsgesellschaften verfügt, die Schieneninfrastruktur zwischen Bahnhof, Hafen und dem Betriebswerk für die Bahngesellschaft Metronom. Der Konzern, dessen Betriebsergebnis seit Jahren negativ ist, hält eine Beteiligung von 74% an der Uelzener Hafenbetriebs- und Umschlagsgesellschaft (UHU). Der Landkreis hegt die Befürchtung, dass ein möglicher Erwerber der Aktienmehrheit bestrebt sein könne, die OHE-Gesellschaft zu zerteilen bzw. die Beteiligungen aus dem Konzern herauszulösen. Als Mitgesellschafter der UHU und als Standort von Verwaltung und Betrieb der Metronom AG sähe der Landkreis in diesem Falle seine Interessen berührt.

    Dennoch lautet die Quintessenz der Stellungnahme der Verwaltung, zunächst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten. Schließlich sei zum jetzigen Zeitpunkt völlig ungewiss, wie potentielle Kaufinteressenten die Gesellschaft und damit die Aktien bewerten. Die einzige Voraussetzung für eine weitere Einflussnahme auf das künftige Schicksal der OHE bestünde aus Sicht des Landkreises darin, dass die kommunalen Aktionäre gemeinsam über 25 oder 50 Prozent des Aktienkapitals erwerben. Dies sei jedoch wegen der haushaltstechnischen Situation und bedingt durch die bereits eingeleitete Ausschreibung nahezu unmöglich. Zudem könne unter Renditegesichtspunkten kein Interesse am Erwerb einer Beteiligung an einer defizitären Gesellschaft bestehen. Gleichwohl bestehe jedoch nach wie vor Interesse an den Gesellschaften und auch mit den Hauptaktionären wolle man im Gespräch bleiben.