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    Pollen der Ambrosie verursachen Allergien: Umweltamt will Pflanze eindämmen (03.09.2008)

     Nach der Warnung vor dem so genannten „Riesen-Bärenklau“ vor einigen Wochen bittet das Umweltamt des Landkreises Uelzen die Bevölkerung nun um Mithilfe bei der Bekämpfung einer weiteren gesundheitsgefährdenden Pflanzenart:

    Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia arteisiifolia) beziehungsweise deren Blütenpollen sind sehr stark Allergie auslösend – auch bei Menschen, die auf Blütenpollen oder andere Stoffe normalerweise nicht allergisch reagieren. Erste Blüten sind bereits ab Mitte Juli zu finden, die Hauptblütezeit beginnt aber in der Regel erst Ende August und dauert bis in den Oktober. In milden Wintern können Ambrosien sogar bis weit in den Dezember hinein blühen und damit für den Menschen gesundheitsgefährdend sein. Im Landkreis Uelzen gibt es nach Erkenntnissen des Umweltamtes derzeit zwar nur vereinzelte Vorkommen der Pflanze – dennoch nehmen die Experten auch diese vergleichbar geringen Bestände sehr ernst, da sich aus Einzelpflanzen in wenigen Jahren riesige Bestände entwickeln können.

    Um die Vorkommen einzudämmen oder zumindest eine weitere Verbreitung der Ambrosie zu verhindern, bittet der Landkreis alle Bürger, bei der Bekämpfung der Pflanze zu helfen. Einzelne Pflanzen – zum Beispiel in Privatgärten – sollten möglichst frühzeitig vor der Blüte mit Handschuhen herausgezogen und über die Restmülltonne entsorgt werden. Das Einatmen des Blütenstaubes sollte dabei unbedingt vermieden werden. Die Pflanze gehört keinesfalls in den Kompost. Bei größeren Pflanzenbeständen (mehr als 100 Pflanzen) sollte das Umweltamt unter der Rufnummer 0581/82414 informiert werden. Entsprechende Hinweise werden dienstags bis freitags, jeweils vormittags, aufgenommen.

    Die Beifuß-Ambrosie stammt aus Nordamerika. Durch importierte Sonnenblumensaat ist sie bis nach Deutschland bzw. Niedersachsen gelangt. Die Pflanzen-Vorkommen im Landkreis Uelzen gehen vermutlich auf verunreinigtes Vogelfutter zurück. Ein Großteil des im Handel verkauften Vogelfutters enthält Ambrosiasamen. 

    Um eine weitere Ausbreitung der Ambrosie zu verhindern, können deshalb unter anderem folgende Vorsorgemaßnahmen hilfreich sein:

    -          Verwendet werden sollte ausschließlich ambrosiafreies Vogelfutter. Alternativ sollte auf die Winterfütterung von Wildvögeln verzichtet werden.

    -          Futterreste und Käfigstreu von Hausvögeln sollten nicht kompostiert werden.

    -          Sonnenblumen sollten nur mit zertifiziertem Saatgut und nicht mit als Vogelfutter vorgesehenen Sonnenblumenkernen eingesät werden.

    -          Bei Baumaßnahmen sollte keine Erde von Flächen „verschleppt“ werden, auf denen die Ambrosie vorkommt oder vorkam.

    -          Landwirte, Förster, Jäger, Straßenmeistereien, Grünflächenämter, Bauhöfe und andere in der Landschaft Tätige sollten über mögliche Bestände informiert werden, um Wuchsorte frühzeitig erkennen und bekämpfen zu können.

    Die ausgewachsene Pflanze wird je nach Standort 20 bis 150 cm groß und ist oft buschig verzweigt. Der Stängel ist rötlich gefärbt, abstehend behaart und die doppelt fiederschnittigen Blätter sind von beiden Seiten grün. Die männlichen Blüten sind als ährenartige Blütenstände am Ende der Sprossen angesiedelt.

    Weitere Informationen sind im Internet unter der Adresse www.ambrosiainfo.de oder auf der Webseite des bundesweiten Arbeitskreises Ambrosia des Julius-Kühn-Instituts unter der Adresse www.jki.bund.de abrufbar.