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    „Raser des Jahres“ war 101 km/h zu schnell (02.03.2006)

    Unfallschwerpunkte durch stationäre Radaranlagen entschärft

    Fast 50.000 Mal sind Verkehrssünder im Jahr 2005 vom Landkreis bei Geschwindigkeitsverstößen geblitzt worden. Das geht aus der Statistik des Straßenverkehrsamts hervor. Die stationären Anlagen des Landkreises, im Volksmund „Starenkästen“ genannt, zeichneten mehr als 44.300 Fälle von Geschwindigkeitsübertretungen auf. Der mobile Einsatzwagen war an verschiedenen Standorten 392 Mal im Einsatz und erwischte fast 5.000 Verkehrsteilnehmer, die zu kräftig auf’s Gaspedal getreten hatten.

    Gegen rund 30.000 Fahrer wurden Verwarngelder bis 35 Euro verhängt. Dazu kamen rund 18.000 Bußgeldfälle, die mit mindestens 40 Euro zu Buche schlugen und Punkte in Flensburg nach sich zogen. Für mindestens einen Monat büßten 1.709 Fahrer ihren Führerschein ein. „Die Fahrerlaubnis entziehen wir beispielsweise dann, wenn ein Verkehrsteilnehmer innerorts 31 km/h und außerhalb der Ortschaften mehr als 41 km/h über der vorgeschriebenen Geschwindigkeit liegt“, erklärt René Weber, Leiter des Straßenverkehrsamts. Den Negativrekord hält ein Temposünder, der in einer 70er-Zone 101 km/h schneller als erlaubt unterwegs war. Fast ebenso eilig hatten es zwei Fahrer am Suderburger Kreuz und in Uelzen-Breidenbeck, die 91 km/h bzw. 94 km/h über dem Tempolimit lagen.

    „Der Zweck der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung besteht nicht darin, Autofahrer zu ärgern oder dem Landkreis eine neue Einnahmequelle zu sichern“, stellt Weber klar. „Vielmehr verfolgen wir das Ziel, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Zahl der Unfälle zu reduzieren.“ Wie nötig das ist, zeigt die traurige Bilanz des letzten Jahres, als 16 Menschen auf den Straßen des Landkreises ums Leben kamen und 116 schwer verletzt wurden. Ursache war in vielen Fällen ein zu hohes Tempo. „Wir haben die drei stationären Anlagen alle an Unfallschwerpunkten aufgestellt. Und es hat sich herausgestellt, dass sie tatsächlich Wirkung zeigen: Sowohl an der B4 in Uelzen-Breidenbeck und der Gemarkung Jelmstorf als auch am Steddorfer Kreuz sind diese Unfallschwerpunkte dank der Starenkästen entschärft worden. Dadurch konnte viel persönliches Leid verhindert werden.“

    Zusätzlich zu der selbst wahrgenommenen Geschwindigkeitsüberwachung ist der Landkreis auch für die Bearbeitung des Anzeigenaufkommens zuständig, das durch Polizei und Gemeinden an die Sachbearbeiter weitergeleitet wird. Bei den Anzeigen der Gemeinden handelt es sich um Parkverstöße. Mit den von der Polizei festgestellten Ordnungswidrigkeiten werden überwiegend Geschwindigkeitsübertretungen, Gurt- oder Handyverstöße, falsche Ladungssicherung, Alkohol- oder Drogenkonsum im Straßenverkehr, Überschreitungen der TÜV- oder Abgasuntersuchungstermine sowie alle Unfälle zur Ahndung gebracht. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr fast 13.500 solcher Fälle.