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    Uelzener Kreistag verabschiedet Resolution zu den Alternativen der Y-Trasse (16.07.2014)

    Der Uelzener Kreistag hat im Rahmen seiner Sitzung am 15. Juli 2014 folgende Resolution verabschiedet:

    Resolution des Landkreises Uelzen zu den Alternativen der Y-Trasse

    Der Landkreis Uelzen ist sich seiner Verantwortung für eine bedarfsgerechte Schieneninfrastruktur im norddeutschen Raum – auch zur Sicherstellung einer auch schienengebundenen Anbindung des Seehafens Hamburg – bewusst.

    Die DB AG hat im Auftrag des Bundes als Alternative zur geplanten Y-Trasse zwischen Hannover, Hamburg und Bremen verschiedene Varianten entwickelt, von denen einige den Landkreis Uelzen betreffen. Dabei haben vor allem die Varianten Neubaustrecke Ashausen-Unterlüß und Neubaustrecke Ashausen-Suderburg erhebliche Auswirkungen auf den Landkreis Uelzen. Beide Strecken sind vollständig Neutrassierungen, die bei einer Entwurfsgeschwindigkeit von 250 km/h sowohl für den schnellen Personenfernverkehr als auch für den Güterverkehr geeignet wären.

    Dies vorausgeschickt kann Folgendes festgestellt werden.

    Bei allen Alternativuntersuchungen gilt; dass
    • die natürlichen Ressourcen möglichst zu schonen sind,
    • negative Auswirkungen auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Uelzen möglichst gering sind,
    • bestmöglicher Lärmschutz zu gewährleisten ist und
    • sich die Anbindung des Landkreises insbesondere an den Schienenpersonennah- (SPNV) und -fernverkehr (SPFV) nicht verschlechtern darf.

    Unter Berücksichtigung dieser Kriterien bedeutet das für jede der o. g. Neubautrassen, dass
    • natürliche Ressourcen (durch Flächenverbrauch und Flächenzerschneidungen) erheblich in Anspruch genommen werden, ohne dass dem – nicht einmal unwesentliche – Vorteile für die Menschen im Landkreis Uelzen gegenüber stünden, sondern im Gegenteil:
    • eine Verschlechterung der schienenseitigen Erschließung des Landkreises Uelzen droht. Für den Landkreis Uelzen haben die geplanten Neubautrassen im Ergebnis Nachteile, aber keine Vorteile: Sie schwächen die Funktion der Stadt Uelzen als Bahnknoten in Nordostniedersachsen, weil die Verkehre auf den potenziellen Neubaustrecken als Durchgangsverkehre ohne Verknüpfung mit dem Bahnhof Uelzen durch den Landkreis geführt würden. Das Landesraumordnungsprogramm 2012 des Landes Niedersachsen weist Uelzen hingegen als Vorranggebiet Güterverkehrszentrum aus. Insbesondere droht eine Verschlechterung des Schienenpersonenverkehrs, potenziell an allen Bahnhöfen im Landkreis Uelzen, die an der Strecke Hamburg-Hannover liegen. Denn wegen der geplanten hohen Reisegeschwindigkeiten auf den potenziellen Neubaustrecken ist zu befürchten, dass nicht nur die wenigen ICE-Halte in Uelzen entfallen, sondern auch die bisher im Ein-Stunden-Takt verkehrenden IC-Züge. Das Mittelzentrum Uelzen wäre damit in seiner Erreichbarkeit in nicht hinnehmbarer Weise eingeschränkt. Für den Tourismus- und Klinikstandort Bad Bevensen bestünde keine Aussicht mehr, IC-Halt zu bleiben.

    Vor diesem Hintergrund spricht sich der Landkreis Uelzen gegen die Realisierung dieser neuen Bahnstrecken aus. Er fordert stattdessen, die vorhandene Bahnstrecke Hamburg-Hannover zu ertüchtigen und auszubauen.“


    Die Resolution werde nun an die Deutsche Bahn AG, die zuständigen Bundes- und Landesministerien sowie die den Landkreis Uelzen vertretenden Bundestags- und Landtagsabgeordneten weitergeleitet, so Landrat Dr. Heiko Blume.