• Pressearchiv

    Uelzener Tage der Alphabetisierung eröffnet (09.09.2014)

    Anlässlich des UNESCO-Weltalphabetisierungstages am 8. September wurden gestern zum zweiten Mal die "Uelzener Tage der Alphabetisierung" im Kreishaus Uelzen eröffnet. In seinem Grußwort wies Landrat und Schirmherr des Projektes „AlphaKommunal“ Dr. Heiko Blume darauf hin, dass es ihm ein Anliegen ist, im Landkreis Uelzen das Grundbildungs-angebot als festen Bestandteil im Angebotskanon aller Bildungsangebote zu verankern.

    Almke Matzker-Steiner, Direktorin der Kreisvolkshochschule, berichtete von den erreichten Fortschritten im Fachbereich Grundbildung und Alphabetisierung. So konnten durch speziell ausgebildete Trainierinnen in neun Fortbildungen über 50 überwiegend kommunale Beschäftigte zum Thema „Erkennen, Ansprechen und Motivieren von funktionalen Analphabet/innen“ sensibilisiert werden. Zur direkten Erreichbarkeit wurde eine telefonische Hotline eingerichtet, unter der die Grundbildungsbeauftragte Anja Ostermann Interessierte und Ratsuchende zum Thema Grundbildung berät. Mit Herrn Horst Hrubesch konnte eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens als Projektpate gewonnen werden, der durch sein positives Image betroffene Menschen motivieren möchte, Lernangebote anzunehmen. Im verbleibenden Projektzeitraum bis September 2015 ist es Aufgabe von Landkreis und Kreisvolkshochschule, eine kommunale Strategie für Grundbildung zu entwickeln, hob Matzker-Steiner das Projektziel hervor.

    Die Grundbildungsbeauftragte Anja Ostermann (l.) stellt den Anwesenden einzelne Exponate aus den Ausstellungen anschaulich darAnschließend richtete Anja Ostermann, Grundbildungsbeauftrage der Kreisvolkshochschule Uelzen/ Lüchow-Dannenberg, Grüße des Projektpaten Horst Hrubesch aus, der aus beruflichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte. Sie führte die Anwesenden durch die beiden Ausstellungen zum Thema Analphabetismus, die noch bis zum 26. September im Kreishaus während der Öffnungszeiten anzuschauen sind.

    Informationen zum Thema Analphabetismus in Deutschland und dessen Ursachen, auch aus der Sicht der Lernenden, bietet die Ausstellung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“. Anja Ostermann bestätigte aus den Erfahrungen der Uelzener Betroffenen, wie Lese- und Schreibkompetenz das Leben einer Kursteilnehmerin veränderte, indem diese sich zum ersten Mal in ihrem Leben ein Buch kaufte, um darin zu lesen.

    Ergänzt wird die Ausstellung des Bildungsministeriums durch eine Plakatausstellung des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung e.V.. Unter dem Titel „Wie lebt es sich in einer Welt ohne Buchstaben? Lebenswelten funktionaler Analphabeten“ werden auf 20 Plakaten alltägliche Herausforderungen gezeigt, die funktionale Analphabeten tagtäglich meistern. Am Beispiel „Erkennen von Medikamenten“ verdeutlichte die Grundbildungs-beauftragte, wie funktionale Analphabeten ihre unzureichende Lesekompetenz durch das gut ausgeprägte Erinnerungsvermögen kompensieren.

    Auf einen weiteren Höhepunkt der Uelzener Tage der Alphabetisierung, die Aufführung des preisgekrönten Spielfilms „Der Vorleser“ nach dem Roman von Bernhard Schlink wies Anja Ostermann abschließend hin und lud die Anwesenden ein, die Kinovorstellungen im Uelzener Kino am gleichen Abend zu besuchen. Am Abend fanden sich sehr zur Freude der beiden Initiatorinnen Renate Böhm und Anja Ostermann 50 Kino-Interessierte ein. In dem zur Diskussion anregenden Film „Der Vorleser“ geht es um die Liebesgeschichte einer Analphabetin (Kate Winslet) zur Zeit des Dritten Reiches und deren Verantwortung als Täterin.