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    Zahl der Hornissen steigt: Umweltamt des Landkreises gibt dennoch Entwarnung (23.07.2008)

     „Hornissen sind eindeutig als Nützlinge anzusehen“, sagt Frank Thies – und er muss es wissen. Schließlich arbeitet Thies gemeinsam mit einem weiteren Kollegen ehrenamtlich mit dem Umweltamt des Landkreises Uelzen zusammen, und zwar als Berater in allen Fragen rund um das Thema Hornisse. Immerhin stehen Hornissen nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz. Nur ein Grund: Ein Hornissenvolk vertilgt im Hochsommer etwa genauso viele Fliegen, Motten und Wespen wie eine Meisen-Familie im Frühjahr.

    Die Insekten-Experten des Landkreises beraten aber nicht nur, sondern sie helfen betroffenen Bürgern auch ganz praktisch. Zum Beispiel, um heruntergefallene Hornissen-Nester wieder aufzuhängen oder entsprechende Nester notfalls auch komplett umzusiedeln.

    Im Laufe dieses Jahres wird die Zahl der Hornissen nach Einschätzung des Umweltamtes im Landkreis Uelzen vermutlich noch deutlich ansteigen. Eigentlich hatten die Experten wegen des milden Winters und des außergewöhnlich warmen und trockenen Monats Mai schon im Frühjahr mit einer starken Zunahme der Hornissenvölker in der Region gerechnet, was sich jedoch nicht bestätigte. Im Landkreis Uelzen wurden bis Ende Juni fast ausschließlich kleine und sich relativ spät entwickelnde Völker gemeldet und beobachtet.

    Seit Anfang Juli haben jedoch deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger Hornissenvorkommen gemeldet als in den Vorwochen. Frank Thies sieht den Höhepunkt allerdings noch lange nicht erreicht: „Die Entwicklung ist erst im Aufbruch und wird typischerweise mit dem Augustvollmond erwartet, also etwa Mitte August.“

    In der Regel empfehlen die ehrenamtlich tätigen Hornissen-Berater des Landkreises Uelzen, entsprechende Nester dort zu belassen, wo sie sich befinden. „Die Umsiedlung ist in vielen Fällen die zweitschlechteste Lösung, denn sie gelingt gerade bei später Meldung nicht immer“, weiß Thies aus Erfahrung. Deshalb sind die Berater bemüht, im Einvernehmen mit den Bürgern möglichst viele der Hornissenvölker zu erhalten, indem sie an Ort und Stelle bleiben.

    Die Angst vor Hornissen, die viele Menschen umtreibt, ist dabei normalerweise vollkommen unbegründet. Die Groß-Insekten sind ungemein friedfertig und greifen selbst am Nest nicht an, wenn es nicht unmittelbar attackiert wird. Außerdem sollten Nester auch nicht angehaucht oder angepustet werden und hastige Bewegungen in unmittelbarer Nähe des Nestes vermieden werden. Im Fall der Fälle: Selbst dann, wenn man tatsächlich einmal oder sogar mehrfach gestochen werden sollte, besteht keine Gefahr. Das Gift der Hornisse ist schwächer als das der Honigbiene. Gefahr besteht allerdings  für Personen, die gegen das Gift allergisch sind, und bei Stichen im Kopfbereich. Deshalb empfehlen die beiden Hornissen-Berater des Landkreises: „Lasst die Tiere in Ruhe, dann lassen sie Euch in Ruhe und stechen erst gar nicht!“

    Bei Anfragen bezüglich der Hornissen und gegebenenfalls deren Umsiedlung erhalten betroffene Bürger beim Landkreis Uelzen weitere Informationen. Als Ansprechpartnerin steht jeweils vormittags (von dienstags bis freitags) Frau Nohns unter der Rufnummer 0581/82-414 zur Verfügung. Alternativ kann die Telefonzentrale des Landkreises Uelzen unter der Rufnummer 0581/82-0 um Vermittlung gebeten werden.