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    Überwältigende Mehrheit votiert für Alpha-Variante (06.11.2015)

    Dialogforum Schiene Nord spricht sich mit deutlicher Mehrheit für die „Alpha-Variante“ aus – Bund und Bahn sagen die Umsetzung des Alpha zu

    Auf ihrer letzten Sitzung unterzeichnete am 5. November 2015 eine große Mehrheit der anwesenden Teilnehmer die gemeinsam vorbereitete Abschlusserklärung des Dialogforums Schiene Nord in Celle. Die Unterzeichner sprechen sich darin für den bedarfsgerechten Ausbau von Bestandsstrecken als Vorzugsvariante zur Entlastung des Hafenhinterlandverkehrs in Norddeutschland aus. Mit der klaren Entscheidung für die „Alphavariante“ als Vorzugstrasse entfallen alle anderen im Dialogforum diskutierten Trassenvarianten und werden nicht weiter verfolgt.

    Auch die Deutsche Bahn wies darauf hin, dass sie für den Fall, dass das tatsächliche Verkehrsaufkommen wider Erwarten die prognostizierten Werte übersteigt und damit die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur überschritten wird, weitere Ausbaumaßnahmen beim Bund beantragen muss. „Wichtig ist, dass die Bahn hier selber davon ausgeht – und damit bis 2030 zusichert –, dass auch weitere Kapazitäten über das Alpha hinaus dann über Ausbau zu erreichen sind. Auch dann würde kein Neubau notwendig. „Für diese klare Position habe ich der Bahn im Namen des Forums ausdrücklich gedankt“, so Landrat Dr. Heiko Blume.

    „Zu dieser konstruktiven Lösung haben wir in einem sehr intensiven und sachorientierten Dialog mit den Vertretern von Bahn, Bund und Land sowie sachverständigen Gutachtern gemeinsam mit den betroffenen Landkreisen, Kommunen und Bürgerinitiativen gefunden, die bei der großen Mehrheit der Beteiligten einen breiten Konsens findet“, sagte Blume nach der Sitzung in Celle. „Das Dialogforum Schiene Nord hat gezeigt, wie sinnvoll und notwendig gerade für geplante Großprojekte ein frühzeitiger und ergebnisoffener Dialog auf Augenhöhe mit allen betroffenen Interessengruppen sein kann. Dass wir in diesem Prozess zu einer solch konstruktiven Lösung gefunden haben, hätte ich zu Beginn des Dialogforums so nicht erwartet.“

    In der gemeinsamen Erklärung sind die Bedingungen für einen Konsens in der Region detailliert festgehalten, auf die sich die Unterzeichner im Rahmen des Dialogprozesses verständigt haben. Dazu zählen ein bestmöglicher Lärmschutz, ein nachhaltig leistungsfähiger Ausbau des Verkehrsnetzes auch für den regionalen Schienenpersonenverkehr sowie die Einrichtung eines von Bund und Land getragenen Fonds für Ausgleichsmaßnahmen in betroffenen Kommunen. Außerdem soll ein Projektbeirat zur Begleitung des Umsetzungsprozesses eingerichtet werden.

    Kernidee der Alpha-Variante ist der Ausbau bestehender Strecken wie etwa der Bau eines dritten Gleises zwischen Lüneburg und Uelzen, die Ertüchtigung der West-Ost-Verbindung, der sog. „Amerika-Linie“, die zwischen Langwedel und Uelzen elektrifiziert werden soll. Damit einhergehend sollen weitere Strecken bedarfsgerecht einbezogen werden, um die bereits heute phasenweise überlasteten Hauptrouten in Nord-Süd-Richtung zu entlasten. Die Variante erfüllt die Kapazitätsanforderungen bis 2030, später auftretende Kapazitätsengpässe können durch Umroutungen aufgelöst werden.

    In der Sitzung des Forums wurde das Dokument mit der beschlossenen Lösung an Herrn Minister Lies als Vertreter des Landes Niedersachsen, Herrn Staatssekretär Ferlemann vom Bundesverkehrsministerium und Herrn Dr. Kefer von der Deutschen Bahn AG übergeben. Minister Lies bedankte sich für dieses klare Votum der Region und forderte von Bund und Bahn seine Berücksichtigung bei den anstehenden Planungen. „Dass Staatssekretär und der Bahnvorstand noch im Forum zusagten, nun das Alpha in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen und umzusetzen, war ein ganz starkes Signal aus Berlin“, so Blume abschließend.