• Ansprechpartner & mehr

    Ihre Ansprechpartner

    Gesundheitsamt Uelzen - Lüchow-Dannenberg Madlen Trenker 0581 / 82-476 0581 / 82-474 E-Mail senden

    Aktuelles

    Gesundheitsregion Uelzen: Erster ESF-Projektantrag erfolgreich / "Ue-health netz" startet im März (31.01.2018)

    Die Erfolgsbilanz der „Gesundheitsregion Landkreis Uelzen“ setzt sich fort: Nachdem die Gesundheitsregion in den vergangenen beiden Jahren lokale Netzwerke geschaffen und innovative Ideen zueinander gebracht hat, war nun auch der erste Projektantrag beim Europäischen Sozialfonds (ESF) ein Treffer. Das ist ein großer Erfolg für den Landkreis Uelzen im Rahmen seiner Bestrebungen, die hiesige Gesundheitsversorgung nicht nur langfristig sicherzustellen, sondern deren Strukturen modern und für die Bürgerinnen und Bürger möglichst nutzbringend auszugestalten. Basierend auf der Vorarbeit der Arbeitsgruppe „Gesundheitsversorgung auf dem Land“, die sich unter dem Dach der „Gesundheitsregion Landkreis Uelzen“ gebildet hatte, wurde die Idee des „Ue-health netz“ entwickelt.

    Für das Projekt wurde eigens ein Logo entwickeltIm Rahmen des Vorhabens werden zukünftig Patientendaten zwischen den einzelnen Versorgern wie Ärzten, Therapeuten oder Apotheken in Echtzeit ausgetauscht. Möglich wird das durch eine digitale Plattform. Daten- und Patientenschutz spielen im Projekt eine große Rolle.

    Der Austausch von Daten soll Versorgungslücken, Systembrüche und „Zeitfresser“ zwischen den Versorgern identifizieren und letztlich minimieren. Wenn zum Beispiel ein Patient aus dem Krankenhaus kommt, wird sichergestellt, dass Hausarzt, Pflegedienst, Apotheke und Therapeuten wissen, welche Medikamente zu geben sind, welche Diagnosen gestellt wurden und wie die weitere Behandlung geplant ist. Unnötige Wege, die vor allem für ambulante Pflegedienste entstehen, wenn Rezepte und Diagnosen unklar sind, werden ausgeschlossen.

    Das „Ue-health netz“ wird durch den Datenaustausch zu einer effizienteren und damit optimierten Behandlung mit einem ganzheitlichen Therapieansatz führen, von dem am Ende beide Seiten – sowohl Patienten als auch medizinische Versorger – profitieren. Ärzte, Pflegedienste, Therapeuten und Apotheken werden zeitlich entlastet und haben so mehr Zeit für ihre Patienten. Die Plattform wird zudem so konzipiert, dass ein „Aufspringen“ anderer Versorger im ländlichen Raum möglich ist.

    Im Rahmen des Projektes sind bereits eine Reihe von medizinischen Versorgern aus dem Landkreis eingebunden, mit denen die Plattform starten wird. „Damit das Projekt aber langfristig ein Erfolg wird, sind wir im Projektverlauf auf die Mitwirkung möglichst vieler medizinischer Versorger im Landkreis Uelzen sowie dessen Bürgerinnen und Bürger angewiesen“, so Anna Katharina Bölling, zuständige Sozialdezernentin des Landkreises.

    Gesucht, so Bölling, seien also auf der einen Seite Kooperationspartner, die als medizinischer Versorger im Landkreis tätig und bereit sind, mit eigenem Arbeits- und Personalaufwand eine entsprechende digitale Informationsplattform in ihr jeweiliges Tagesgeschäft zu integrieren. Erforderlich seien andererseits aber eben auch Patienten, die sich an dem Projekt beteiligen und damit einem geschlossenen Nutzerkreis ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen. „Dabei wird selbstverständlich allerhöchster Wert auf die Einhaltung des Datenschutzes und die Freiwilligkeit gelegt“, so Bölling. Wer sich als Patient an dem Projekt beteilige, könne absolut sicher sein, dass die Daten nur zur Verbesserung der eigenen Versorgung genutzt werden.  

    Interessierte Versorger können sich ab sofort an den Landkreis Uelzen wenden. Ansprechpartnerin dort ist Madlen Trenker, Projektleiterin und Koordinatorin der Gesundheitsregion. Sie ist von Montag bis Freitag von 8 bis 16.30 Uhr im Gesundheitsamt Uelzen – Lüchow-Dannenberg, Auf dem Rahlande 15, Zimmer 210 und unter der Rufnummer 0581/82-476 oder der E-Mail-Adresse gesundheitsregion@gesundheitsamt-ue-dan.de erreichbar. Interessierte Patientinnen und Patienten wenden sich bitte direkt an ihren jeweiligen medizinischen Versorger.       

    Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf 300.000 Euro und wird zu 40 Prozent durch den Landkreis Uelzen und seine Projektpartner getragen. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF). Innerhalb des Bewilligungszeitraums von zwei Jahren soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorangebracht und in die Strukturen der lokalen Gesundheitsversorgung möglichst praxisnah integriert werden.

    „Die Initiative steht nicht nur für die Projektträger, sondern auch für mich persönlich für ein innovatives und zukunftsweisendes Konzept zur Daseins- und Gesundheitsvorsorge auf dem Land. Ich danke allen Beteiligten, die das Projekt entwickelt und den Antrag eingereicht haben“, so Landrat Dr. Heiko Blume, der nun ebenfalls auf viele Teilnehmer hofft, um das Projekt mit Leben füllen zu können.

     


     

     

    3. Gesundheitskonferenz erweist sich als Ideen-Pool zur nachhaltigen Versorgung (13.11.2017)

    „Es gibt genügend Ansatzpunkte und Ideen, um die Gesundheitsversorgung auch in ländlichen Regionen wie dem Landkreis Uelzen nachhaltig zu sichern – trotz oder gerade wegen des zunehmenden Ärzte- und Fachkräftemangels und trotz des demografischen Wandels mit all seinen Herausforderungen insbesondere für das Gesundheitswesen.“ Professor Dr. Martina Hasseler von der Ostfalia Hochschule brachte in ihrem Vortrag auf den Punkt, was sich auch als Ergebnis der inzwischen dritten „Gesundheitskonferenz der Gesundheitsregion Landkreis Uelzen“ zusammenfassen lässt.

    Die Verantwortlichen der Kreisverwaltung konnten als Moderatorin Lea Oesterle (4.v.r.) und als Referenten unter anderem Dr. Arno Schumacher (l.), Thomas Nerlinger (3.v.r.) sowie Dr. Almut Satrapa-Schill (3.v.l.) begrüßenZu der Konferenz unter dem Motto „Die Gesundheitsversorgung im Landkreis nachhaltig gestalten“ waren im Kurhaus Bad Bevensen rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – unter ihnen sowohl medizinisches und pflegerisches Fachpersonal als auch interessierte Bürgerinnen und Bürger – zusammengekommen, um entsprechende Projekte aus anderen Regionen kennen zu lernen, neue – auf den Landkreis Uelzen abgestimmte – Ideen zu entwickeln und deren Umsetzbarkeit zu diskutieren.

    Zu diesem Zweck hatte der Landkreis nicht nur mehrere Fachreferenten zu der Veranstaltung eingeladen, sondern in Rahmen der Konferenz insgesamt vier Foren bzw. Arbeitsgruppen eingerichtet, an denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer je nach Interesse beteiligen konnten. Konkret ging es dabei um die Themen „Gesundheitsförderung & Prävention“, „Ärztliche Versorgung“, „Pflegerische Versorgung“ und „Gesundheitsversorgung auf dem Land“. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, andere gesundheitsrelevante Themenkomplexe, die nicht einem der anderen Foren zuzuordnen waren, in ein weiteres fünftes Forum einzubringen und gemeinsam zu besprechen.

    Erste Ergebnisse wurden schon während der Konferenz vorgestellt und sollen nun in den jeweiligen Arbeitsgruppen weiterentwickelt werden. So zum Beispiel die Ideen, Übergänge von einer medizinischen Einrichtung in eine andere reibungsloser zu gestalten, die Kapazitäten der Pflegestützpunkte auszubauen oder besondere Programme in der Ärzteausbildung einzuführen, um deren Verbleib auf dem Land zu erhöhen. Außerdem wurden Präventionsprogramme speziell für Männer angeregt und Ideen entwickelt, wie diese Zielgruppe besser erreicht werden kann. Darüber hinaus kamen aus den Foren auch Vorschläge zur besseren gesundheitlichen Versorgung von Migranten, zur Vernetzung der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen und auch zu der Frage, wie angesichts einer künftig verstärkt digitalen Gesundheitsversorgung Datenschutzaspekte berücksichtig werden können.

    Digitale Gesundheitsversorgung – ein Aspekt, dessen zunehmende Bedeutung sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Fachvorträge zog und den auch Landrat Dr. Heiko Blume aufgriff: „Wir haben uns hier getroffen, um den Tatsachen ins Auge zu schauen und um entsprechende Maßnahmen zu entwickeln.“ Dabei sei ein entscheidendes Mittel, um die Gesundheitsversorgung im Landkreis nachhaltig gestalten zu können, das geplante kreisweite Glasfasernetz. Dies ermögliche eine funktionierende Telemedizin.

    Rund 100 Interessierte nahmen an der Konferenz im Kurhaus Bad Bevensen teilSo stellte Dr. Arno Schumacher vom Verein „Gesundheitsregion Euregio“ das Modellprojekt „Digitaler Hausbesuch“ vor. Ziel ist eine Qualitätsverbesserung der gesundheitlichen Versorgung mittels eines komplexen digitalen Gesundheitsnetzes. „Dieses Gesundheitsnetz sollte regional strukturiert sein mit der Option, auch überregional zu greifen“, so der Experte.

    Für das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung war Heidrun Kofahl-Langmack nach Bad Bevensen angereist. Stellvertretend für Ministerin Cornelia Rundt versicherte sie, dass das Modellprojekt „Gesundheitsregionen in Niedersachsen“ weitergeführt wird. „Ich ermutige Sie, auch weiterhin Projektanträge zu stellen, obwohl der Landkreis Uelzen in diesem Jahr leider nicht berücksichtigt werden konnte“, so Kofahl-Langmack. Schließlich, so Kofahl-Langmack, seien die Aktivitäten der Gesundheitsregion Uelzen beeindruckend. Versorgungsabläufe aufeinander abzustimmen und somit zu optimieren, dies werde in der Gesundheitsregion Uelzen vorbildlich praktiziert.   

    Landrat Dr. Blume rief abschließend alle an dem Thema Gesundheit und Gesundheitswesen Interessierten auf, sich weiterhin oder erstmals in den diversen Arbeitsgruppen der Gesundheitsregion Uelzen zu engagieren. Für das bisher Geleistete sprach er den deren Mitgliedern seinen ausdrücklichen Dank aus.

    Ebenso wie allen Referentinnen und Referenten der Konferenz-Veranstaltung – darunter Thomas Nerlinger, ebenfalls vom Verein „Gesundheitsregion Euregio“, der über Erfahrungen zum Modellprojekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ berichtete, Dr. Almut Satrapa-Schill vom „Verein zur Förderung des Nationalen Gesundheitsberuferates“, die eigens aus Süddeutschland nach Bad Bevensen angereist war und über kommunale Gesundheitsversorgung in einer älter werdenden Gesellschaft und die Rolle der Gesundheitsberufe referierte, sowie Dr. Antje Erler vom Institut für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihr Fachvortrag trug den treffenden Titel „Zukunftsperspektiven der hausärztlichen Versorgung – Beispiele teambasierter Zusammenarbeit aus Deutschland“.