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Wolfssituation im Landkreis Uelzen – Einladung an Umweltminister Wenzel (15.12.2016)

Anfang November 2016 waren in Südergellersen bei drei Angriffen 13 Schafe des Schäfers Jahnke aus dem Landkreis Uelzen gerissen und 18 schwer verletzt worden. In Oetzendorf wurden am 23. November 2016 durch Wölfe fünf Schafe (Muttertiere) gerissen. Am Freitag letzter Woche wurden in Brockhimbergen mehr als 20 Stück Damwild in einem Gehege von Wölfen gerissen bzw. mussten im Nachgang getötet werden. Letzten Sonntag wurden bei Bode zwei Heidschnucken gerissen. Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Wochen zunehmenden Zahl von Übergriffen auf Weidetiere in der Region Nordostniedersachsen hat Landrat Dr. Heiko Blume heute den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel angeschrieben und eingeladen, sich persönlich ein Bild vor Ort zu machen.

Bereits mit Schreiben aus den Jahren 2014 und 2015 hatte Landrat Blume gegenüber dem Umweltminister darauf aufmerksam gemacht, dass ohne konkrete Schritte, die dem Sicherheitsgefühl der Menschen gerecht werden, die ländliche Bevölkerung den Rückkehrer Wolf immer weniger akzeptieren werde. Durch die aktuellen Vorfälle, so ist sich der Landrat sicher, ist die Akzeptanz zwischenzeitlich deutlich zurückgegangen.

Bei dem Vorfall letzte Woche Freitag ist es zudem nicht gelungen, Kontakt zum Wolfsbüro aufzunehmen, da zum einen das Büro freitags ab 12.00 Uhr nicht mehr besetzt ist, es zum anderen aber auch an einer Rufumleitung auf ein Handy oder einer anderen Sicherstellung der telefonischen Erreichbarkeit außerhalb der Geschäftszeiten fehlt. Landrat Dr. Blume fordert daher, dass das beim NLWKN eingerichtete Wolfsbüro sieben Tage die Woche 24 Stunden erreichbar sein muss, damit sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wolfsbüros einen persönlichen Eindruck von Wolfsrissen an Weidetieren verschaffen können. Dieser persönliche Eindruck ist nach Ansicht des Landrates für die Arbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Wolfsbüros wichtig.

Weiter führt Dr. Blume aus, dass sich Wölfe auch nach Rissen an Weidetieren am hellichten Tage in der Nähe der Dörfer aufhalten, während sich Weidetierhalter und Einwohner dort den Schaden anschauen. In den ersten Dörfern werden nach Einbruch der Dunkelheit Kinder nicht mehr alleine auf die Straße gelassen. In mehreren Kindergärten werden schon keine Waldtage mehr durchgeführt. Eine schwindende Akzeptanz kann laut Blume letztlich nicht im Interesse des Artenschutzes sein. Um diese Akzeptanz zu halten bzw. wieder zu schaffen, ist es nach Auffassung von Blume notwendig, dass die Wölfe eine natürliche Scheu vor dem Menschen aufweisen.

Der Landrat informierte den Umweltminister zudem über die bei der Landkreisverwaltung vorliegenden Anträge aus Fraktionen des Kreistages, die letztlich darauf abzielen, den Abschuss von Wölfen möglich zu machen.

 

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