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    Tierseuchenbekämpfung: Landkreis präsentiert neue Wildsammelstelle (28.10.2019)

    Der Landkreis Uelzen hat vor dem Hintergrund eines drohenden Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eine sogenannte „Wildsammelstelle“ eingerichtet und deren Funktionsweise Verantwortlichen der Kreisverwaltung, der heimischen Kreisjägerschaft sowie Fachleuten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) demonstriert. Die Wildsammelstelle befindet sich in der Nothmannstraße 34 in dem Gebäude, in dem auch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises seinen Sitz hat.

    Dr. Jörg Pfeiffer und Dr. Ulf Meyer zu Vilsendorf demonstrieren den Fachleuten des LAVES, des Landkreises und der Kreisjägerschaft den Ablauf in der neuen WildsammelstelleKnapp zwei Jahre der Vorbereitung waren erforderlich, um die Räumlichkeiten entsprechend auszustatten und erforderliche rechtliche Fragen zu klären. Dabei sei es unter anderem auch um bau- und abwasserrechtliche Fragen gegangen, erläuterte Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer. „Sollte der Landkreis Uelzen von der Afrikanischen Schweinepest oder auch von anderen Tierseuchen betroffen sein, sind wir mit dieser Wildsammelstelle, die ab sofort betriebsfähig ist, bestmöglich vorbereitet“, so Pfeiffer. Für den Ernstfall seien lediglich noch Details zur personellen Besetzung beziehungsweise zu entsprechenden Dienstplänen zu klären.

    Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Ulf Meyer zu Vilsendorf präsentierte Pfeiffer anschließend den geplanten Ablauf im Krisenfall – von der Anlieferung entsprechender Tierkadaver über deren Sektion beziehungsweise die Probennahme bis hin zur Entsorgung und Dokumentation. Um das Prozedere möglichst anschaulich und realitätsnah darstellen zu können, standen den Fachleuten für die Demonstration eigens Kadaver zweier junger Wildschweine zur Verfügung.

    Der Probelauf hinterließ auch bei den Experten des LAVES Eindruck: „Es ist schon beeindruckend, was der Landkreis Uelzen hier geschaffen hat“, so Dr. Jens Brackmann und dessen Kollege Josef Huesmann übereinstimmend. Mit der ab sofort betriebsbereiten zentralen Wildsammelstelle sei der Landkreis Uelzen hinsichtlich der ASP-Prävention deutlich weiter als die meisten anderen Landkreise in Niedersachsen.

    Die Vorteile hob anschließend auch Pfeiffer nochmals hervor: Die neue Wildsammelstelle sei im Landkreis nicht nur zentral gelegen und damit gut und möglichst schnell erreichbar, sondern die Lage sei auch deshalb von großem Vorteil, da es im Umkreis von rund einem Kilometer keine Schweinehaltungsbetriebe gebe und damit der Gefahr einer Ausbreitung bzw. Übertragung der ASP entgegnet werden könne. Nicht nur das „Mobiliar“, auch die Wände und der Boden in der Wildsammelstelle seien aufgrund ihrer Beschaffenheit leicht zu reinigen und zu desinfizieren.

    Bisher gibt es in Deutschland keinen nachgewiesenen Fall der Afrikanischen Schweinepest, weder in Wildbeständen noch in Hausschweinbeständen – anders als im benachbarten Ausland. Die neue Wildsammelstelle des Landkreises kommt erst zum Einsatz, wenn im Landkreis selbst ein solcher Fall nachgewiesen wird oder aber wenn in einem benachbarten Landkreis ein Fall von ASP auftritt und der Landkreis Uelzen sich in der entsprechenden Sicherheitszone befindet. Die Kosten für die Wildsammelstelle belaufen sich auf insgesamt knapp 70.000 Euro.