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Abfallwirtschaftsbetrieb beteiligt sich an Kampagne gegen Plastik in der Biotonne (01.09.2020)

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Uelzen (awb) beteiligt sich an einer Informations- und Aufklärungskampagne, um Plastiktüten und laut Herstellerangaben „kompostierbare Plastiktüten“ aus den heimischen Biotonnen zu verbannen. Damit tritt der awb gemeinsam mit zahlreichen weiteren Abfallwirtschaftsbetrieben aus ganz Deutschland unter dem Motto #wirfuerbio für sauberen Biomüll ein – und damit auch für saubere Komposterde und letztlich für den Umwelt- und Klimaschutz.     

Plastiktüten bilden auch im Landkreis Uelzen noch immer den größten Störstoffanteil im Bioabfall. Damit wird ein eigentlich 100 Prozent biologischer und verlustfreier Energiekreislauf maßgeblich gestört, denn aus Plastiktüten wird weder Bioenergie noch Qualitätskompost.

Christina Harms, Betriebsleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes: „Abfallwirtschaft und Klimaschutz sind untrennbar miteinander verbunden. Und Umweltschutz beginnt zuhause. Durch die saubere Sammlung von wertvollem Bioabfall – frei von Störstoffen – kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass der Bioabfall der Kreislaufwirtschaft zugeführt und nicht verbrannt wird. Im Landkreis Uelzen erzeugen wir aus Bioabfall grüne Energie in Form von Strom und Komposterde.“ Das größte Problem seien dabei jedoch die im Bioabfall enthaltenen Plastiktüten, betont Harms.

Das Problem mit Plastik im Bioabfall: In Mikroplastik zerfallen können herkömmliche Plastiktüten nicht mehr aus dem Rohkompost getrennt werden und landen so auf den Äckern, werden ins Grundwasser gespült und gelangen damit unweigerlich in unsere Nahrungskette.

Mit Hilfe der Kampagne möchten die beteiligten Abfallwirtschaftsbetriebe ihre Kräfte bündeln und gemeinsam die Verunreinigung des Bioabfalls minimieren, um auf diese Weise die Qualität der aus Bioabfall gewonnenen Komposterde zu verbessern. Dazu nochmals Christina Harms: „Ziel ist die nachhaltige Verwertung von Bioabfällen, denn davon profitieren letztlich alle Bürgerinnen und Bürger – sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Deshalb: Machen Sie mit und trennen Sie sich von Ihrer Plastiktüte. Kein Plastik in die Biotonne!“

Nicht nur die herkömmliche Plastiktüte besteht aus „Erdöl“, auch „kompostierbare Plastiktüten“ dürfen einen Anteil „Erdöl“ enthalten, der aber grundsätzlich biologisch abbaubar sein muss. Innerhalb des Produktionsprozesses der Anlagen werden jedoch auch kompostierbare Beutel nicht sicher vollständig biologisch abgebaut. Diese Tüten erfüllen die Euro-Norm, wenn sich nach zwölf Wochen 90 Prozent der Tüte in Teile zersetzt haben, die kleiner als zwei Millimeter sind und wenn nach sechs Monaten mindestens 90 Prozent der Tüte biologisch abgebaut sind. Diese Zeiten überschreiten aber deutlich die Produktionszeiten der Anlagen. In der Sortierung im Vorfeld der Kompostierung sind diese Tüten außerdem nicht von konventionellen Plastiktüten zu unterscheiden.
 
Weitere Informationen zu der Kampagne sind unter anderem erhältlich im Internet unter der Adresse www.wirfuerbio.de.