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Gesundheitsprojekt: Landkreis findet weitere engagierte Migrantinnen und Migranten (21.03.2018)

Sie haben 50 Unterrichtsstunden intensiv gelernt, haben dabei vielfältige Einblicke ins deutsche Gesundheitswesen gewonnen, haben nun ihre Prüfung erfolgreich bestanden und können ab sofort ihre so erworbenen Kenntnisse über gesundheitsrelevante Aspekte im Zuge des Projekts „Gesundheit mit Migranten für Migranten“, kurz „MiMi“, mit anderen Migranten teilen.    

Sie schafften die Prüfung zum Gesundheitsmediator und können ab sofort ebenfalls entsprechende Schulungen anbietenIm Uelzener Kreishaus nahmen insgesamt 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen einer kleinen Feierstunde ihre Zertifikate als Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren aus den Händen von Martin Müller vom Ethnomedizinischen Zentrum in Hannover sichtlich stolz entgegen. Zu den ersten Gratulanten zählten auch Bozena Furgal und Josefin zum Felde, die beim Landkreis Uelzen im Bereich „Migration und Teilhabe“ tätig sind. Alle Teilnehmenden sind überaus engagierte Frauen und Männer, die nun die vorangegangene Gruppe verstärken. Auch sie waren zuvor durch Fachleute aus dem Gesundheitswesen geschult worden und sind damit jetzt inhaltlich darauf vorbereitet, Informationsveranstaltungen in den jeweiligen Muttersprachen anzubieten. „Erfreulich ist, dass in diesem zweiten Kurs neue Sprachen hinzukamen, so dass nun im MiMi-Projekt insgesamt 14 Sprachen vertreten sind“, so zum Felde. Diese reichten von Westafrika über den Nahen Osten nach Osteuropa über Sibirien bis weit nach Asien.

Die neuen Mediatorinnen sind Swetlana Gajbach, Rita Trupp, Silviya Tsekova, Marchela Aleksandrova, Enkelajda Qamo und die Mediatoren Cosmin Lita, Rebaz Faraj, Emad Aldin Alkhalil, M. Emad Alden Almnajd, Mahmud Tayrawih und Mohammad Al Smadi, Soumaila Kone sowie Alam Khan Naderi. Sie sollen künftig (Neu-) Zugewanderten verständlich und kultursensibel den Aufbau des deutschen Gesundheitssystems und Präventionsthemen wie Kindergesundheit und Unfallprävention, Schwangerschaft, Familienplanung, Stillen, Impfschutz, Brustkrebsfrüherkennung, Alter, Pflege und Gesundheit, Diabetes sowie Seelische Gesundheit vermitteln. Darüber hinaus sollen sie ihre Landsleute auch über Anlauf- und Beratungsstellen im Landkreis Uelzen informieren.   

Mit den zusätzlichen Mediatorinnen und Mediatoren und dem damit verbundenen breiteren sprachlichen Angebot ist das Gesundheitsprojekt im Landkreis Uelzen in eine neue Phase eingetreten. Es festigt damit die Chance, präventiv und aufklärerisch auf das gesundheitliche Wohlbefinden von Zugewanderten einzuwirken. Landrat Dr. Heiko Blume zeigt sich deshalb ebenso wie Sozialdezernentin Anna Katharina Bölling erfreut: MiMi füge sich bestens in die Gesundheitsregion Uelzen ein und erfolgreiche Vorsorge vermindere spätere Krankheiten.  

Institutionen, die in ihren Räumen Veranstaltungen anbieten möchten, können diese kostenfrei buchen. So könnten sich z. B. Migrantengruppen gesundheitlich schulen lassen,  Kindergärten könnten Elternabende mit einem Gesundheitsthema erweitern, Bildungseinrichtungen ihren Lernenden muttersprachliche Informationen zugänglich machen u.v.m.; Ansprechpartnerinnen sind beim Landkreis Uelzen Bozena Furgal und Josefin zum Felde. Sie sind von Montag bis Freitag im Kreishaus, Veerßer Straße 53, Zimmer 40 bis 42, unter der Rufnummer 0581/82-389 bzw. -298 oder der E-Mail-Adresse b.furgal@landkreis-uelzen.de bzw. j.zum-felde@landkreis-uelzen.de erreichbar.

Die MiMi-Kooperation des Landkreises Uelzen mit dem Gesundheitsamt Uelzen – Lüchow-Dannenberg und dem Ethno-Medizinischen Zentrum e.V., die 2015 begann, entfaltet sich stets weiter. Neben dem genannten MiMi-Mediatoren-Projekt wurde so Ende 2017 die interkulturelle Tagung „Gesunde Integration“ für Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich gestaltet und noch in diesem Jahr wird Gewaltprävention mit und für Männer ein nächster Baustein sein.

MiMi „Mit Migranten für Migranten / Drei-Generationen-Projekt Niedersachsen“ wird durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, die Sanofi Pasteur MSD GmbH und MSD Sharp & Dohme GmbH gefördert.