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    Bildungskonferenz zum Thema "Übergänge" bringt wichtige Erkenntnisse

    Übergänge – zum Beispiel von der Kita in die Grundschule oder von der weiterführenden Schule in den Beruf – positiv zu gestalten, dies sei das Kerngeschäft der „Bildungsregion Uelzen“. Mit diesem Statement hob Sabrina Boenschen, die Leiterin des Bildungsbüros des Landkreises Uelzen, gleich zu Beginn der sechsten Bildungskonferenz die Bedeutung dieses Themas für die heimische Bildungslandschaft hervor. Und genau aus diesem Grund widme sich die Konferenz dieser Thematik, sagte Boenschen vor rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die der Einladung des Landkreises zur Tagung in die Ostfalia Hochschule gefolgt waren – unter ihnen nicht nur zahlreiche Bildungsakteure aus dem Landkreis, sondern auch Kreistagsabgeordnete und Samtgemeindebürgermeister.

    Landrat Dr. Heiko Blume (l.) und Sabrina Boenschen (r.) freuten sich gemeinsam mit den Workshop-Leiterinnen und -leitern über die engagierte Mitarbeit der Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer Vor diesem Hintergrund hoffe der Landkreis wieder auf zahlreiche Denkanstöße und Ideen aus dem Forum, hatte zuvor Landrat Dr. Heiko Blume in seiner kurzen Begrüßungsansprache betont. Im Kern solle es im Rahmen der Konferenz um Unterstützungsangebote bei Bildungsübergängen und um eine entsprechende Vernetzung der verschiedenen Akteure gehen, so der Landrat, der das Thema anschließend in einem Satz zusammenfasste: „Das ganze Leben ist ein Übergang, auch und besonders das Thema Bildung betreffend.“

    Im Anschluss an einen Impulsvortrag, gehalten durch Dr. Michael Lichtblau von der Leibnitz-Uni in Hannover, und einen Rückblick durch Sabrina Boenschen auf die Arbeit des Bildungsbüros in den letzten zwölf Monaten ging es für die Konferenzteilnehmer dann in die praktische Arbeit.

    Aufgeteilt in fünf Workshops mit den Titeln „Von der Kita in die Grundschule – kooperative Übergangsgestaltung“, „Interkulturelle Elternarbeit als Ressource“, „Berufsorientierung – Wege durch die Vielfalt hin zu einem zielgerichteten Berufseinstieg“, „Wie inklusiv sind Übergänge im deutschen Bildungssystem?“ und „Übergänge im Berufsleben“ beschäftigten sie sich intensiv mit den verschiedensten Fragestellungen und Aspekten der einzelnen Teilbereiche.

    Erste Ergebnisse konnten bereits unmittelbar nach Abschluss der Workshops präsentiert werden.
    Dazu zählt insbesondere die Erkenntnis, dass angesichts eines hochselektiven beziehungsweise eines hochdifferenzierten Bildungssystems Kooperation verschiedener Bildungsträger ein ganz entscheidender Schlüssel zur Gestaltung erfolgreicher Übergänge darstellt. „Dazu sind jedoch zwingend zeitliche und damit letztlich auch personelle Ressourcen erforderlich, die – soweit nicht vorhanden – durch Verantwortliche und politische Entscheidungsträger bereitgestellt werden müssen“, stellte Dr. Lichtblau klar. Es gelte, so der Experte weiter, „Selektion und Separation“ zu vermeiden. Dies gelte insbesondere auch vor dem Hintergrund aktueller Inklusionsbemühungen. Lichtblau empfahl dem Forum, Orte zur Begegnung gesellschaftlicher Vielfalt zu schaffen, um auf diese Weise Übergänge zu erleichtern. Diesem Zweck, so der Bildungsexperte, dienten übrigens in besonderer Weise Hospitanzen. Insbesondere Bildungsübergänge müssten anschlussfähig aufeinander abgestimmt sein. Als Fazit gab Lichtblau dem Forum mit auf den Weg, Übergänge nicht als notwendiges Übel anzusehen, sondern als Chance, sich weiterzuentwickeln.

    Während der Konferenz kam natürlich auch digitale Technik zum EinsatzWichtig, das zeigte die weitere Ergebnispräsentation, sei darüber hinaus eine grundsätzliche Offenheit gegenüber Experimenten und der Mut, gegebenenfalls auch Fehler machen zu dürfen. Auch Vorbildfunktionen im Umfeld seien letztlich mitentscheidend für das Verhalten Betroffener bei Bildungsübergängen. Einhellig auch die Auffassung, was die Bedeutung von Kooperationen betrifft: Diese müssten institutionalisiert, also nicht dem Zufall überlassen sein, um Übergänge positiv gestalten zu können.              

    Die Leiterinnen und Leiter der Workshops – ebenso wie Landrat Dr. Blume – zeigten sich abschließend begeistert von der Mitarbeit und dem Engagement der Mitwirkenden. Die Arbeit habe nicht nur viel Spaß gemacht, sondern sei außerdem auch sehr spannend und ertragreich gewesen, hieß es unisono.

    Besonderen Spaß hatten die Anwesenden übrigens auch während einer Theateraufführung des Trios „Drei Damen unterwegs“, das sich aus Brigitte Kaminski, Ute Gailing und Beate Schröder-Wettwer zusammensetzt. Ihr Stück „Wo geht´s lang? – Ein Spiel mit Übergängen“, in dem diverse Lebensstationen beziehungsweise Übergänge auf humorvolle Weise dargeboten wurden, sorgte nicht nur für auflockernde Unterhaltung, sondern auch für lang anhaltenden Applaus.

     

    Kooperationsprojekt "Schwimm dich !STARK!"

    Im Zeitraum von Februar bis Juni 2019 fand das Kooperationsprojekt „Schwimm dich !STARK!“ von Georgsanstalt - BBS II, CJD Jugendmigrationsdienst und Bildungsbüro des Landkreises Uelzen statt. In dem Projekt ging es unter sozialpädagogischer Begleitung für Schülerinnen und Schülern der Georgsanstalt aus unterschiedlichen Schulformen und verschiedener Nationalitäten um das Erlernen von Schwimmfähigkeiten.

    Das spielerische (Schwimm-) Training konnte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Angst vor dem Wasser nehmen und stärkte gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein. Durch das wöchentliche Üben konnten die Teilnehmenden unter anderem ihre Schwimmfähigkeit verbessern und mehr Sicherheit im Wasser erlangen. Insgesamt haben fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Seepferdchen erhalten und ein Teilnehmer sogar ein Bronzeabzeichen. Zudem wirkte sich das gemeinsame Interesse am Schwimmen positiv auf den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe aus.

    Geleitet wurde das Schwimmprojekt von dem projektverantwortlichen Schulsozialarbeiter Nemanja Grahovac, dem sozialpädagogischen Mitarbeiter Yeshe Warnecke und der Sportlehrkraft Sandra Stallmach. Darüber hinaus wurde das Projekt abwechselnd von Praktikanten des CJD Jugendmigrationsdienst Uelzen begleitet.

    Da der Bedarf  an dem Schwimmangebot nach wie vor sehr hoch ist, wird das durch Spenden finanzierte Projekt auch im kommenden Schuljahr 2019/20 in Kooperation zwischen der Georgsanstalt - BBSII, der Bildungsregion Uelzen und dem CJD Jugendmigrationsdienst Uelzen fortgeführt.

         

    „BildungsÜbergänge“ – 6. Bildungskonferenz Logo Bildungsregion

     19. September 2019

     

     

    Die Biographie eines Menschen ist geprägt von Bildungsübergängen. Bereits in der frühen Kindheit werden die ersten Grundsteine gelegt. Beginnend mit dem Übergang von der Familie in die frühkindliche Bildung, darauf folgend der Übergang in das formale Bildungssystem mit den damit späteren verbundenen Selektionsentscheidungen. Der dadurch erworbene Schulabschluss hat, trotz Durchlässigkeit, einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Bildungsbiographie.

    Die Bewältigung dieser Übergänge, insbesondere in der Kindheit und Jugend, ist nicht nur eine Herausforderung für die Person und ihr Umfeld, sondern auch für die beteiligten Institutionen. Gerade diese sensiblen Phasen haben spezifische Herausforderungen, die einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den pädagogischen Fachkräften der verschiedenen Bildungseinrichtungen und weiteren Kooperationspartnern bedürfen. Übergänge erfolgreich zu gestalten, muss Ziel unseres Landkreises sein, um positive Bildungsverläufe zu fördern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die professionelle Vernetzung und Zusammenarbeit der Akteure an den Schnittstellen ist dafür eine grundlegende Voraussetzung.

    Gemeinsam wollen wir uns folgende Fragen stellen und diese diskutieren: Wie können wir gemeinsam Übergänge so gestalten, dass Kinder und Jugendliche diese erfolgreich bewältigen können? Wie können wir dabei individuellen Bedürfnissen gerecht werden?  Wie können wir unsere Beratungs- und Unterstützungssysteme optimal miteinander vernetzen?

    Die Teilnahme ist kostenlos. Beginn ist ab 14:00 Uhr an der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Campus Suderburg.

    Bitte melden Sie sich über unsere Online-Anmeldung an. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.    

    Weitere Informationen zum Programm und zum Ablauf können Sie dem Flyer entnehmen.

     

    Einstiegsvortrag

    „Bewältigung von Bildungsübergängen: eine differentielle Betrachtung“:

    Herr BeelmannProf. Dr. rer. nat. habil. Wolfgang Beelmann Dipl.-Psychologe, Psychotherapeut, Supervisor

    Forschung und Lehre seit 2002 an der Fachhochschule Bielefeld.

    Schwerpunkte: Entwicklungs- und Bildungsübergänge, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen, Prävention, Intervention und Beratung. Weitere Informationen zur Person

     

    Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Übergängen zu bewältigen, wobei viele dieser Ereignisse im Bildungsbereich auftreten. Bereits im Kindesalter finden wichtige Übergänge statt: von der Familie in die Kita, von der Kita in die Grundschule, von der Grundschule in eine der weiterführenden Schulen. Und auch nach Beendung der Schulzeit ereignen sich im Leben eines jeden Menschen weitere Übergänge wie der Berufseinstieg, der Studienbeginn und der Ruhestand. In der wissenschaftlichen Übergangsforschung wird angenommen, dass Übergangsereignisse Veränderungen der sozialen und materiell-physikalischen Umwelt markieren. Dabei ermöglichen diese Ereignisse den betroffenen Personen einen Zugang zu neuen Lebensbereichen (Umweltwechsel, Umwelterweiterung) und erfordern gleichzeitig die Erschließung dieser neuen Bereiche.

    Die Bewältigung von Übergängen erfordert von den jeweils betroffenen Personen die Aneignung neuer Verhaltensweisen, den Erwerb neuer Kompetenzen sowie die Übernahme neuer Rollen. Je nachdem wie die Veränderungen der äußeren Lebenssituation erfahren und verarbeitet werden, bergen Übergänge einerseits die Gefahr des Scheiterns in sich und können krisenhafte Verläufe auslösen oder begünstigen. Andererseits können durch die Konfrontation mit neuen Anforderungen im Kontext des Übergangs Impulse für persönliche Weiterentwicklung und für Kompetenzzuwachs ausgelöst werden. Die bisherigen Befunde der Übergangsforschung machen deutlich, dass eine Vielzahl von Faktoren daran beteiligt ist, wenn aus den Wechselwirkungen zwischen den persönlichen und sozialen Erwartungen, den persönlichen Kompetenzen und institutionellen Potenzialen einerseits wachstumsförderliche Verlaufsprozesse resultieren, andererseits sich aber auch krisenhafte Entwicklungen ergeben können (vgl. Beelmann 2013).

     

     

    Referenten und Referentinnen

    Workshop 1

    „Von der Kita in die Grundschule – kooperative Übergangsgestaltung“

    Frau FischerReferentin: Sabine Fischer,

    Bildungsbüro Kreis Unna, NRW, Grundschullehrerin; seit 2012 abgeordnet als pädagogische Mitarbeiterin ins Regionale Bildungsbüro Kreis Unna

     

     

    Ein Kind, das seinen Bildungsweg ohne Brüche absolviert – Utopie, Wunschdenken oder machbar? Ein gelungener Übergang von der Kindertageseinrichtung (Kita) in die Grundschule beeinflusst alle weiteren Übergänge und ist damit für die gesamte Bildungsbiografie eines Kindes von großer Bedeutung.

    Im Rahmen des Regionalen Bildungsnetzwerkes im Kreis Unna ist ein Instrumentarium für den Übergang Kita –Grundschule entwickelt worden, das sogenannte „Ü1-Protokoll“. Mitgewirkt daran haben die Vertreter aller an diesem Übergang beteiligten Einrichtungen, Institutionen und Behörden.

    Das drei Seiten umfassende Dokument gibt Informationen über den jeweiligen Entwicklungsstand eines Kindes in Bezug auf zehn verschiedene Bildungsbereiche sowie ggf. bereits begonnene Fördermaßnahmen oder auch besondere Interessen und Vorlieben des Kindes.

    Durch den Einsatz einer einheitlichen Dokumentations- und Protokollform wie der im Kreis Unna entwickelten, soll auch über Kita- Schul- und Stadtgrenzen hinaus jedem Kind ein bruchloser Übergang ermöglicht und Kooperationen zwischen Kitas und Grundschulen intensiviert werden.

    In diesem Workshop wird kurz die Struktur des Regionalen Bildungsnetzwerks Kreis Unna vorgestellt, innerhalb dessen das Ü1-Protokoll entwickelt und implementiert wurde. Im Anschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich inhaltlich mit dem Protokoll auseinanderzusetzen und die praktische Handhabung zu erproben.

     

    Workshop 2

    „Die Brücke zwischen Grundschule und weiterführender Schule bauen“

    Frau GraalmannReferentin: Katharina Graalmann, Universität Osnabrück

    Katharina Graalmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Osnabrück in der Abteilung Schulpädagogik des Instituts für Erziehungswissenschaft. Nach dem Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Biologie begann sie eine Promotion, die im Kontext von Bildungs(un-)gerechtigkeit in Schule und Unterricht verortet ist und vor allem die Lehrer- und Lehrerinnenperspektive fokussiert. Immer wieder tangiert sie dabei auch die diversen schulischen Übergänge, die einen weiteren Interessensschwerpunkt bilden.

     

    Im Fokus des Workshops steht die Sensibilisierung für den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule und dessen Gestaltung durch:

    a) Ergründung der Bedeutung des Übergangs aus verschiedenen (theoretischen und empirischen, aber auch praxisnahen) erziehungswissenschaftlichen Perspektiven;

    b) Diskussion spezifischer Gestaltungsmöglichkeiten;

    c) Überlegungen, inwiefern Unterstützung dabei überhaupt nötig ist bzw. welche Konsequenzen sich daraus für die Schülerinnen und Schüler ergeben können.

    Insgesamt spielt Storytelling als Erzählmethode eine große Rolle. Dies meint das Einbringen eigener Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um die Interaktion im Workshop lebhaft zu gestalten und um das Thema wirklich aktiv bearbeiten und diskutieren zu können. Literaturempfehlungen, Kopiervorlagen für die Praxis und Aufsätze aus theoretischer und empirischer Perspektive werden von der Referentin gestellt.

     

    Workshop 3

    „Interkulturelle Elternarbeit als Ressource in Übergangsprozessen“

    Referentinnen:

    Lucy Grimme, MigrantenElternNetzwerk Lüneburg

    Beate Seusing, MigrantenElternNetzwerk Hannover

     

    Eltern sind die wichtigsten Ratgeber für ihre Kinder bei der Berufswahl. Gleichzeitig sind Eltern weder objektive Ratgeber noch kennen sie sich in der sich schnell wandelnden Berufswelt aus.

    Beratungs- und Orientierungsangebote für Eltern in Schulen, in der Arbeitsagentur und bei unterschiedlichen Trägern, erreichen ihre Zielgruppe häufig nur eingeschränkt. Insbesondere das Erreichen zugewanderter Eltern ist für die Institutionen schwierig.

    In diesem Workshop werden aus der Perspektive zugewanderter Eltern mögliche Barrieren formulieren und Anregungen für eine zielgruppengerechtere Ausgestaltung der Angebote gegeben bzw. gemeinsam erarbeitet.

    Das MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen ist ein Netzwerk von Eltern mit Migrationshintergrund. Ziel des Netzwerks ist es, die Bildungserfolge zugewanderter Kinder niedersachsenweit zu verbessern. Es wird seit 2011 durch das Niedersächsische Sozialministerium gefördert.

     

    Workshop 4

    „Berufsorientierung – Wege durch die Vielfalt hin zu einem zielgerichteten Berufseinstieg“

    Referentinnen und Referent:

    Lars Köhler, U25 Berufs- und Studienberatung, Agentur für Arbeit Lüneburg / Uelzen

    Dr. Kerstin Koch-Nierath, Bildungskoordinatorin, Bildungsbüro Landkreis Uelzen

    Sabine Salzmann, Fachberaterin Berufs- und Studienorientierung für den Landkreis Uelzen, NLSchB

    Herr KöhlerFrau Dr. Koch-NierathFrau Salzmann

     

     

     

     

     

    Nach einer kurzen Darstellung des im BO-Erlass vorgegebenen gesetzlichen Rahmens werden Möglichkeiten der Umsetzung vorgestellt: Best Practice-Beispiele aus allgemein bildenden Schulen des Landkreises Uelzen und Vorzüge eines landkreisweiten Job-Parcours. Selbsterkundungstools aus dem Angebot der Bundesagentur für Arbeit als weiteres unterstützendes Element im Prozess der Berufsorientierung werden dargestellt und können praktisch erprobt werden. Die vorgestellten, erprobten und im Erfahrungsaustausch bereicherten Gelingensbedingungen guter Berufsorientierung sollen zusammengetragen werden und einen Roten Faden durch die BO-Vielfalt legen, der unseren Schülern und Schülerinnen einen zielgerichteten Berufseinstieg ermöglicht.

     

    Workshop 5

    „Wie inklusiv sind Übergänge im deutschen Bildungssystem?“

    Herr LichtblauReferent: Dr. Michael Lichtblau, Leibnitz Universität Hannover.

    Tischler, Psychologe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut i.A.; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leibniz Universität Hannover am Institut für Sonderpädagogik in der Abteilung „Inklusive Schulentwicklung / Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen“; Arbeitsschwerpunkte: Inklusion, Transition und Förderdiagnostik.

     

    Das Symposium setzt sich mit den Übergängen, sogenannten Transitionen, zwischen Bildungsbereichen im deutschen Bildungssystem auseinander und beleuchtet diese unter inklusiver Perspektive. Ein Impulsvortrag geht dazu einleitend auf die Themen Inklusion und Transition ein und setzt diese miteinander in Beziehung. Anschließend werden die Übergänge zwischen den Bereichen der Elementar-, Primar-, Sekundar- und Tertiärbildung anhand statistischer Daten und konkreter Fallbeispiele aus der Praxis unter inklusiver Perspektive beschrieben. Dabei wird deutlich, dass mit Übergängen im deutschen Bildungssystem leider auch ein erhöhtes Selektionsrisiko speziell für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf verbunden ist.

    Eine entscheidende Aufgabe bei der Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems in Deutschland ist daher die Veränderung administrativer Strukturen und pädagogischer Handlungspraktiken in diesen Phasen.

    Der Impulsvortrag legt die Grundlage für eine Diskussion im Plenum in der die Teilnehmenden ihre individuelle Fragen, Erfahrungen und Gedanken zum Thema der Session einbringen können. Neben der Darstellung von Hemmnissen und Barrieren soll es ebenso um den Austausch über Gelingensbedingungen gehen und konstruktive Lösungsperspektiven entwickelt werden.

     

    Workshop 6

    „Übergänge im Berufsleben“

    Herr RundelReferent: Dipl.-Soz. Stefan Rundel,

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Professur für Erziehungswissenschaft Schwerpunkt wissenschaftliche Weiterbildung und Weiterbildungsforschung, Institut 1: Bildung, Beruf, Medien, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

     

    Die Programmatik des Lebenslangen Lernens hat die Bildungslandschaft in Deutschland in den letzten Jahrzehnten wie kaum etwas Anderes geprägt. Dies zeigt sich nicht nur an der vermehrten Teilnahme an Weiterbildung im Erwachsenenalter und dem Ausbau des Weiterbildungssektors, sondern auch an der Zunahme von beruflichen Übergängen während der Erwerbsphase. Durch Bildung können sich die Berufstätigen weiterentwickeln, neue berufliche Aufgaben annehmen oder sogar das Berufsfeld wechseln. Dabei zeigt die Übergangsforschung, dass Übergänge zunehmend von den Personen selbst bewältigt werden müssen. Bildungsakteure müssen sich daher, neben inhaltlichen Aspekten, auch damit beschäftigen, wie Personen bei einem beruflichen Übergang begleitet werden können.

    Durch einen Impulsvortrag zu Beginn des Workshops erhalten Sie einen Einblick in die Programmatik des Lebenslangen Lernens und den Auswirkungen auf die Bildungslandschaft. Anschließend sollen gemeinsam die Auswirkungen auf die Bildungspraxis der Teilnehmerinne  und Teilnehmer diskutiert werden. Im Fokus steht dabei der Übergang Beruf-Beruf und wie dieser gestaltet und unterstützt werden kann. Je nach Interesse werden einzelne Aspekte vertieft.

     

    Weitere Informationen zur Bildungskonferenz

    Moderation: Tobias Winopall

     

    Herr WinopallDer Moderator ist Theaterpädagoge (B.A.) und schloss 2012 das berufsbegleitende Studium des Biografischen und Kreativen Schreibens an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin mit dem Master of Arts ab. Neben dem Studium arbeitete er in unterschiedlichen Bereichen, u.a. als Dozent in der Erwachsenenbildung, als Schauspieler und Moderator. Von 2013 bis 2018 war Winopall am Institut für Duale Studiengänge der Hochschule Osnabrück (Standort Lingen) in verschiedenen Forschungs- und Auftragsprojekten für und mit Unternehmen tätig. Zusätzlich befasste er sich mit der Konzeptionierung, Durchführung und Nachbereitung von unterschiedlichen Maßnahmen. Darüber hinaus ist er in der Jugendarbeit engagiert. Seine Schwerpunkte sind die Arbeit mit theatralen Interventionsformen und dem Anlass entsprechenden verschiedensten Moderationstechniken. 

    Fachtag "Sprachbildung und interkulturelle Bildung" stößt auf große Resonanz

    Als Folge der Bildungskonferenz 2017, in deren Rahmen unter dem Titel „Bildung interkulturell“ damals viele entsprechende Ideen geboren und Initiativen ins Leben gerufen wurden, hat jetzt bereits zum zweiten Mal erneut unter großer Beteiligung der Fachtag „Sprachbildung und interkulturelle Bildung“ stattgefunden.

    Erneut gut besucht war der zweite Fachtag zum Thema "Sprachbildung und interkulturelle Bildung"Organisiert wurde die Veranstaltung wieder in enger Kooperation mit dem Bildungsbüro des Landkreises Uelzen durch das Sprachbildungszentrum Celle und das Kompetenzzentrum für Lehrkräftefortbildungen Lüneburg. Knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus diversen Bildungseinrichtungen des Landkreises waren der Einladung in die Georgsanstalt gefolgt, um in verschiedenen Workshops Möglichkeiten für praxisorientierte Zugänge zu den Themen sprachsensibler Unterricht und interkulturelle Kompetenzen kennenzulernen. Konzipiert war die Veranstaltung als Fortbildung für Lehrkräfte, Mitarbeitende der Schulsozialarbeit sowie für die außerschulischen Bildungseinrichtungen im Landkreis Uelzen. Aufgrund der großen Resonanz ist im nächsten Jahr eine Neuauflage des Fachtags geplant, um das Thema Sprachbildung und interkulturelle Bildung nachhaltig in der „Bildungsregion Uelzen“ zu verankern.

    „In den Schulen lernen heute Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Begabungen und Einschränkungen sowie unterschiedlicher Herkunft miteinander. Das stellt Lehrkräfte vor die Aufgabe, durchgängige Sprachbildung in allen Schulformen und Fächern zum grundlegenden Prinzip werden zu lassen. Um fachliches und sprachliches Lernen so miteinander zu verzahnen, dass sie alle Schülerinnen und Schüler optimal fördern“, so Sabrina Boenschen, Leiterin des Bildungsbüros.

    Referentin ruft Schulen und Kitas zur Teilnahme an Forschungsprojekten auf

    Der Vortrag zur Bedeutung digitaler Medien für junge Geflüchtete im Ratssaal der Hansestadt Uelzen ist auf große Resonanz sowohl bei pädagogischen Fachkräften als auch bei Bürgerinnen und Bürgern gestoßen. Die Idee zu der Veranstaltung war aus der der letztjährigen Bildungskonferenz „Bildung digital“ der Bildungsregion Uelzen hervorgegangen. Organisiert wurde die kostenlose Folgeveranstaltung in Kooperation zwischen dem Bildungsbüro und der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Uelzen sowie der Anlaufstelle Migration und Integration der Hansestadt Uelzen.
     
    Vortrags-Referentin Prof. Dr. Henrike Friedrichs-Liesenkötter, Juniorprofessorin für Bildung mit digitalen Medien an der Leuphana Universität Lüneburg, stellte fest, dass digitale Medien in den Lebenswelten von Geflüchteten einerseits unterstützend wirken. Sie erleichterten den Alltag in einem neuen Umfeld, fungierten als Bindeglied zu bürgerschaftlich Engagierten und stärkten in medienpädagogischen Projekten Verständigungs- und Partizipationsmöglichkeiten sowie die Medienkompetenz der jungen Menschen. Andererseits aber transportierten digitale Medien belastende Ereignisse unmittelbar nach Deutschland und schürten auf diese Weise Sorgen bei den Geflüchteten. Aus diesem Grund könnten digitale Medien für hiesige Pädagoginnen und Pädagogen gleichermaßen positive wie negative Bedeutung haben – zum Beispiel bei der Erlaubnis, Smartphones im Unterricht zu erlauben.
     
    Als Ausblick stellte die Referentin zwei neue Forschungsprojekte der Leuphana Universität vor. Weiterführende Schulen aus dem Landkreis Uelzen seien aufgerufen, an einer neuen Studie mit dem Thema „Gelingensbedingungen für die Teilhabe Geflüchteter im Kontext digitalisierter Bildungsarrangements“ teilzunehmen.

    Auch Kitas hätten die Möglichkeit an einer neuen Studie teilzunehmen. Dort gehe es um Bedingungen des Vertrauensaufbaus geflüchteter Eltern bis zu fünfjähriger Kinder gegenüber frühpädagogischen Angeboten. Interessierte Institutionen können sich an das Bildungsbüro des Landkreises Uelzen wenden.

     

    "Job-Parcours" stößt bei Beteiligten auf Begeisterung

    Der erstmals durch den Landkreis Uelzen als Mitorganisator durchgeführte „Job-Parcours“ hat sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Lehrerinnen und Lehrern sowie den beteiligten Unternehmen und Institutionen ein positives Echo hervorgerufen. Zwei Tage lang konnten sich insgesamt mehr als 300 Achtklässler des Herzog-Ernst-Gymnasiums, der Apollonia Oberschule, der Oberschule Bad Bodenteich sowie der Oberschule Rosche in den Räumlichkeiten der ehemaligen Pestalozzischule über verschiedene Berufsbilder informieren und gleichzeitig erste entsprechende praktische Erfahrungen machen.

    Die Achtklässler konnten sich unter anderem über Gesundheitsberufe informierenLandrat Dr. Heiko Blume hatte es sich nicht nehmen lassen, die Beteiligten des Projektes der „Bildungsregion Uelzen“, das gemeinsam von der Niedersächsischen Landesschulbehörde (Fachberaterin für Berufs- und Studienorientierung) und dem Landkreis Uelzen (Bildungsbüro) organisiert worden war, an beiden Tagen persönlich zu begrüßen. „Mit dem Job-Parcours wollen wir die Berufsorientierung an den allgemein bildenden Schulen stärken. Nutzen Sie diese tolle Chance, in verschiedenste Berufe hinein zu schnuppern - Berufe, die Ihnen im Rahmen dieser Veranstaltung vielleicht schon so viel Spaß machen, dass Sie sich später eine Tätigkeit in dem jeweiligen Bereich vorstellen können“, richtete sich Blume an die Jugendlichen.    

    Laut neuesten Erkenntnissen (DIHK Umfrage 2018) werden die unklaren Vorstellungen vieler Schulabgänger über Berufsbilder und die Anforderungen an eine Ausbildung bemängelt. „Aus diesem Grund haben wir im ,Arbeitskreis Übergänge‘  ein praxisorientiertes Workshopangebot entwickelt, bei dem die Schülerinnen und Schüler Berufe aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern kennenlernen können“, so Sabrina Boenschen, Leiterin des Bildungsbüros des Landkreises Uelzen.

    Die Workshops, an denen jeweils zehn bis zwölf Schülerinnen und Schüler teilnehmen konnten, dauerten etwa 45 Minuten und wurden für vier Berufsfelder (Landwirtschaftskammer, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und Gesundheitsberufe) angeboten. Aus den verschiedenen Kammern sowie den Gesundheitsberufen waren 16 Betriebe aus der Region vertreten. Insgesamt präsentierten knapp 50 Auszubildende ihre Berufe und ermöglichten den Schülerinnen und Schülern so konkrete Einblicke in den Ablauf und Inhalte einer Ausbildung in den jeweiligen Berufsbildern. Zusätzlich wurden weitere Informationen durch Stände der beiden berufsbildenden Schulen des Landkreises sowie der Agentur für Arbeit angeboten.

    Die angebotenen Workshops stießen auf reges Interesse bei den JugendlichenDass das Konzept voll aufgegangen ist, bestätigt zum Beispiel der 14-jährige Dietrich, Schüler des Herzog-Ernst-Gymnasiums: „Ich bin mit der Vorstellung hergekommen, dass man hier einige Berufe vorgestellt bekommt. Nicht aber, dass man hier so viele praktische Dinge machen kann. Das hat mich positiv überrascht.“ Auch seine Mitschülerin, die 13-jährige Miriam, zieht ein positives Fazit: „Die vielfältigen praktischen Angebote gefielen mir mehr als die theoretischen Teile innerhalb der verschiedenen Workshops. Ich fand es gut, dass man so viel ausprobieren konnte.“ Auch eine abschließende Evaluation zeigt, dass die große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler durch den Job-Parcours Impulse für das in Kürze anstehende Betriebspraktikum erhalten hat.

    Begeistert zeigten sich auch die Lehrkräfte der beteiligten Schulen: „Wir finden es toll, dass auch die Lehrkräfte zum Mitmachen animiert werden. Alles ist hier sehr praxisnah gestaltet. Es ist auch klasse, dass die Schülerinnen und Schüler hier ihre selbstgemachten Produkte mit nach Hause nehmen und ihren Eltern zeigen können. Das macht sie natürlich stolz“, so zwei Lehrerinnen von der Oberschule Bad Bodenteich übereinstimmend.

    Für die beteiligten Betriebe liegt der Erfolg der Veranstaltung ebenfalls klar auf der Hand: „Durch unsere Teilnahme erhoffen wir uns natürlich einen direkten Mehrwert für unseren Betrieb – und zwar, indem wir auf direkte Weise mit den jungen Menschen in Kontakt treten und für künftige Praktikums- und Ausbildungsstellen werben können“, so zum Beispiel der Ausbildungsleiter der Firma Sieb & Meyer, der sich – wie die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer – eine Wiederholung der Veranstaltung im nächsten Jahr wünscht.

     

    Bildungsprojekt stärkt Grundschulkinder mit besonderem Förderbedarf

    Um Grundschülerinnen und Grundschüler mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen dabei zu unterstützen, unter anderem ihre diesbezüglichen sprachlichen Defizite abzubauen, beteiligt sich der Landkreis Uelzen an dem Projekt „Impuls macht Schule“, das vom Verein „Impuls Stiftung e. V.“ initiiert und durchgeführt wird. Unterstützt wird das Vorhaben sowohl von Seiten des Landkreises durch das Bildungsbüro und die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe als auch durch die Stiftung „Das Eschemannsche Lehen“ der Hansestadt Uelzen.

    Dozentin Daja Wübbens (r.) konnte zur Auftaktveranstaltung des Projektes zahlreiche Lehrkräfte sowie pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrüßenDie Auftaktveranstaltung zur Umsetzung des Projektes im Landkreis Uelzen, an dem zunächst die Lucas-Backmeister-Schule und die Sternschule in Uelzen sowie die Grundschule an den Seewiesen in Bad Bodenteich beteiligt sind, hat kürzlich in der Sternschule stattgefunden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde den Lehrerinnen und Lehrern das Bildungsprojekt im Detail vorgestellt und bereits in entsprechende Unterrichtsmaterialien und Methoden eingeführt.

    Dazu erklärt Sabrina Boenschen, Leiterin des Bildungsbüros: „Grundlage ist die regelmäßige gemeinsame Bearbeitung von Kinderbüchern und der darauf abgestimmten Begleitmaterialien durch die pädagogischen Fachkräfte.“ Über den Einsatz von bebilderten Geschichtenbüchern, denen sich methodisch auf vielfältige Weise genähert werde, könnten, so Boenschen weiter, neben konkreten Lerninhalten unterschiedliche kognitive wie kreative Fähigkeiten der Kinder gefördert werden. Dies unterstütze nicht nur den deutschen Spracherwerb – Lesefähigkeit ebenso wie Schreibfähigkeiten, sondern auch mathematische Grundkompetenzen.         

    Grundsätzlich handele es sich bei dem Projekt um ein ganzheitlich angelegtes Angebot zur Unterstützung von Grundschülerinnen und Grundschülern.
    Ergebnisse der Bildungsforschung bewiesen, dass gezielte Förderangebote in der Kindheit eine zentrale Bedeutung für den weiteren Bildungserfolg haben und dementsprechend bedeutend sei, umfassend und früh zu unterstützen.

    Insofern sei die Förderung bzw. Begleitung von Kindern mit besonderen Bedarfen, das heißt von Kindern in Integrations- und Sprachlernklassen sowie in Förderstunden, nur als ein erster Schritt im Rahmen des Projektes geplant. Ein Vorhaben, das durch regelmäßige Elterntreffen flankiert werden soll, um die Familien als Partner der Schule bei der Erziehung und Entfaltung des Kindes kontinuierlich einzubinden.

    „Alle Eltern wünschen sich für ihr Kind Erfolg in Bildung und allgemein im Leben. Sind sie Verbündete in Prozessen des Lernens, wird ein Kind grundlegend ermutigt und gestärkt. Mit diesem Selbstvertrauen des Kindes wird das von Lehrenden wie Familien angestrebte Ziel erreichbar“, so Josefin zum Felde von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Uelzen.

    Landkreis Uelzen legt dritten Bildungsbericht vor

    Hohe Betreuungsquoten im frühkindlichen Bereich, rückläufige Schülerzahlen, eine steigende Quote beim Übergang von der Grundschule zum Gymnasium, mehr Schulabschlüsse im Bereich der Hoch- und Fachhochschulreife sowie ein stetiger Anstieg der Suderburger Studentenzahlen – diese und weitere interessante Daten und Fakten finden sich im dritten Bildungsbericht des Landkreises Uelzen.

    Das Übersichtswerk richtet sich an alle Akteurinnen und Akteure aus den verschiedenen Bildungsbereichen des Landkreises UelzenMit dem Bericht liegt jetzt erstmalig eine kompakte Übersicht vor, die alle zentralen Daten zu den Bereichen frühkindliche, schulische, berufliche sowie Hochschulbildung enthält – dargestellt in übersichtlich und leicht nachvollziehbarer Form.

    „Als Teil der Bildungsberichterstattung ist die vorliegende Publikation damit eine datengestützte Zusammenfassung, die steuerungsrelevantes Wissen bereitstellt und somit einen Beitrag zur lokalen bildungspolitischen Entscheidungsfindung leisten kann“, erläutert Landrat Dr. Heiko Blume. In dem Bericht werden ausgewählte Kennzahlen fortgeschrieben, um die Entwicklung in den einzelnen Bereichen abzubilden.

    „Um die Bildungslandschaft der Bildungsregion Uelzen bedarfsgerecht weiterentwickeln zu können, muss diese in einem kontinuierlichen, datengestützten Beobachtungs- und Analyseprozess begleitet werden“, so Sabrina Boenschen, Leiterin des Bildungsbüros.

    Das Übersichtswerk richtet sich an alle Akteurinnen und Akteure aus den verschiedenen Bildungsbereichen des Landkreises Uelzen, an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie an interessierte Einwohnerinnen und Einwohner.

    Der dritte Bildungsbericht des Landkreises Uelzen ist ab sofort im Internetportal des Landkreises Uelzen einsehbar.

    Veranstaltung informiert über Vielfalt finanzieller Fördermöglichkeiten für Projekte

    Oft gibt es gute Ideen, die Vereine oder Institutionen umsetzen möchten. Dann aber fehlt es  am Geld und das Projekt ist beendet bevor es begonnen hat. Um Ehren- wie Hauptamtlichen die Vielfalt an Fördermöglichkeiten aufzuzeigen, findet am Donnerstag, 25. Oktober 2018, von 17.30 bis 19.30 Uhr im Rathaus Uelzen eine kostenlose Informationsveranstaltung statt. Sie wird zusammen vom Landkreis Uelzen (dem Bildungsbüro und dem Sachgebiet „Migration und Teilhabe“) sowie der Hansestadt Uelzen (Familienbüro) angeboten. Willkommen sind alle, die wissen möchten, wie sich kleine oder große Projekte finanzieren lassen.  
     
    Kathrin Alteruthemeyer gibt Hinweise zum Umgang mit FördergeldernZum Auftakt der Veranstaltung wird Dr. Heiko Blume, Landrat des Landkreises Uelzen, ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer richten. In einem darauf folgenden Vortrag gibt Referentin Kathrin Alteruthemeyer zunächst allgemeine Hinweise zum Umgang mit Fördergeldern. Sie bietet dabei Einblicke in verschiedene Programme der Europäischen Union, des Bundes, des Landes Niedersachsen sowie verschiedener Stiftungen. Thematisch werden dabei schwerpunktmäßig die Bereiche Integration und Migration, Kinder- und Jugendarbeit sowie weitere soziale Aktivitäten in den Blick genommen.

    Zudem werden zwei Praxisbeispiele vorgestellt, die im Landkreis Uelzen durch Fördermittel realisiert werden konnten: Das Theaterprojekt „Heimat / Begegnungen 2.0“ an der Kooperativen Gesamtschule Bad Bevensen, das durch die Klosterkammer unterstützt wurde, sowie das Projekt „Integrationslotsen“, das durch Fördermittel mehrerer Beteiligter verwirklicht wurde. Damit sich die Referentin auf die Teilnehmer einstellen kann, wird unter Angabe „Ehrenamt bzw. Institution“ um Anmeldung bis 19. Oktober unter https://bildungskonferenz-lku.itv-ue.de/1 gebeten. Vorherige Fragen beantwortet Josefin zum Felde (J.zum-Felde@landkreis-uelzen.de).

    5. Bildungskonferenz zum Thema Digitalisierung stößt auf großes Interesse

    Nahezu bis auf den letzten Platz besetzt – so präsentierte sich der große Hörsaal der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften am Campus Suderburg anlässlich der fünften Bildungskonferenz in der Bildungsregion Uelzen, zu der Landrat Dr. Heiko Blume und Sabrina Boenschen, die Leiterin des Bildungsbüros des Landkreises, unter dem Motto „Bildung digital“ insgesamt weit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen konnten.

    Das Ensemble "Drei Damen unterwegs", dargestellt von Brigitte Kaminski, Ute Grailing und Beate Schröder-Wettwer, begeistert sich für die zunehmende Digitalisierung in der Geselschaft - allerdings nicht ohne unüberhörbare ironische Zwischentöne„Bildung und Digitalisierung werden künftig untrennbar miteinander verbunden sein“, stellte der Landrat gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. In diesem Zusammenhang kämen sowohl auf das Land Niedersachsen als auch auf den Landkreis als Träger der weiterführenden Schulen viele Aufgaben zu. Dies betreffe, so Blume weiter, aber nicht nur die erforderliche Infrastruktur, sondern auch sehr viele inhaltliche Aspekte, denen man sich im Rahmen der Konferenz nähern wolle. Diesbezüglich seien letztlich insbesondere Lehrerinnen und Lehrer gefragt. „Wir wollen, was das Thema Bildung und Digitalisierung betrifft, nichts überstürzen oder übertreiben, aber wir können und wollen die derzeitigen Entwicklungen auf diesem Gebiet auch nicht ignorieren“, wies Blume auch auf aktuelle Pläne und Aktivitäten des Bundes, des Landes Niedersachsen und der Europäischen Union hin. Abschließend warnte der Uelzener Landrat vor einer „digitalen Spaltung“ der Gesellschaft, die es unbedingt zu vermeiden gelte. Insofern müssten künftig nicht nur die Jüngeren von den Älteren lernen, sondern auch die Älteren von den Jüngeren.

    Neben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern richtete Blume seinen Dank auch an Dr. Detlef Gaus bzw. die Ostfalia Hochschule, die wiederholt als Veranstaltungsort der Konferenz zur Verfügung stand. Gaus seinerseits versichere dem Landrat: „Die Ostfalia steht als verlässlicher Partner des Landkreises sowohl beim Thema Bildung als auch beim Thema Digitalisierung.“

    Sabrina Boenschen vom Bildungsbüro des Landkreises, das die Bildungskonferenz vorbereitet hatte, begann ihre Ausführungen zunächst mit einem Rückblick auf die vergangene Konferenz unter dem Motto „Bildung interkulturell“, daraus resultierende Initiativen und die Entwicklung der Bildungsaktivitäten innerhalb der Bildungsregion insgesamt. Zum Thema Digitalisierung machte sie deutlich, dass das Kreis-Bildungsbüro permanent mit entsprechenden Fragestellungen konfrontiert sei. „Dies bezieht sich nicht nur auf die Strukturqualität, das heißt die strukturelle Ausstattung des Landkreises zum Beispiel in Bezug auf Glasfaser oder die Ausstattung von Schulen, sondern auch auf die Entwicklung notwendiger Kompetenzen“, so Boenschen.

    Bevor sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann im weiteren Verlauf der Veranstaltung in insgesamt sechs Workshops mit verschiedenen Fragestellungen zum Thema beschäftigten und dazu zahlreiche Ideen zur jeweiligen Herangehensweise einbrachten, ließen sie sich durch einen sehr interessanten, unterhaltsamen und vor allem interaktiven Vortrag – gehalten von Jutta Croll, Vorsitzende der „Stiftung Digitale Chancen“ aus Berlin – bei dem die Zuhörer immer wieder ihre Smartphones bzw. eine entsprechende App nutzen konnten,  hinsichtlich derzeitiger gesellschaftlicher Digitalisierungsprozesse einstimmen. Bei dem Vortrag unter dem Motto „Medienkompetenz als Schlüssel der Chancengleichheit in der Informationsgesellschaft“ ging es unter anderem um Wege, wie digitales Wissen erworben werden kann sowie um verschiedene Nutzertypen beziehungsweise um die entsprechende prozentuale Verteilung in der Bevölkerung. Auch auf Fragen und allgemeine kritische Anmerkungen zu aktuellen Digitalisierungsprozessen aus dem Forum gab die Expertin bereitwillig Auskunft.

    Gegen Ende der Veranstaltung präsentierten die sechs Leiterinnen und Leiter der Workshops (vorne rechts) ihre ErgebnisseAufgelockert wurde die Veranstaltung anschließend durch eine kurzweilige Theateraufführung des Ensembles „Drei Damen unterwegs“ – dargestellt von Brigitte Kaminski, Ute Grailing und Beate Schröder-Wettwer – die sich als Seniorinnen für die zunehmende Digitalisierung in der Gesellschaft begeistern. Allerdings nicht ohne unüberhörbare ironische Zwischentöne.

    Im Anschluss an die darauf folgenden Workshops wurden dem gesamten Forum stichpunktartig die wichtigsten Ergebnisse vorgestellt. So zum Beispiel die Erkenntnis, im Kita-Alltag mit niedrigschwelligen digitalen Angeboten zu arbeiten beziehungsweise nicht sämtliche Angebote durch digitale Medien zu ersetzen, sondern diese als Ergänzung zu bisherigen Angeboten zu sehen. Darüber hinaus erarbeiteten die Konferenzteilnehmer verschiedene Wissensgebiete, die sich mit digitalen Medien erlernen lassen und auch das Thema „Barrierefreiheit und Inklusion“ wurde in diesem Zusammenhang berücksichtigt.

    Abschließend zog Landrat Dr. Blume ein positives Fazit der fünften Bildungskonferenz: „Es lohnt sich zu erarbeiten und zu zeigen, was bei diesem Themenfeld alles möglich ist. Ganz sicher wird uns das Thema künftig stark beschäftigen.“ Er forderte alle Beteiligten auf, sich dem Thema nicht zu verschließen und aktiv an Lösungsansätzen mitzuarbeiten.

    Die nächste Bildungskonferenz findet am 19. September 2019 statt.

     

    Erstes Qualitätssiegel der Bildungsregion Uelzen geht an das Gustav Stresemann Institut

    Mit dem „Gustav Stresemann Institut“ in Bad Bevensen ist gestern die erste Bildungseinrichtung im Landkreis Uelzen offiziell mit dem Qualitätssiegel der „Bildungsregion Uelzen“ ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer Feierstunde übergab Landrat Dr. Heiko Blume das entsprechende Zertifikat an Martin Kaiser, den Leiter des Bildungsinstituts, als Anerkennung und Würdigung für die Umsetzung des Projektes „Vielfalt verbindet – Interkulturelle Öffnung von Verbänden“.

    Martin Kaiser (l.) und die Projektverantwortliche Ulrike Christiansen (2.v.l.) freuen sich über das erste Qualitätssiegel der Bildungsregion Uelzen, das Landrat Dr. Heiko Blume und Sabrina Boenschen vom Bildungsbüro dem Gustav Stresemann Institut überreichtenDurch entsprechende Schulungen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren soll im Rahmen des Projektes unter anderem die interkulturelle Öffnung teilnehmender Verbände unterstützt und gefördert werden. Neben dem „Gustav Stresemann Institut“ ist auch der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie die THW-Jugend Niedersachsen und Bremen als Träger an dem Kooperationsprojekt beteiligt. Konkret geht es insbesondere darum,  haupt- und ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vereinen, Verbänden und Organisationen in ihrer interkulturellen Kompetenz zu stärken und zugewanderte Menschen in deren Aktivitäten und Strukturen einzubeziehen.

    Ausdrücklich dankte Landrat Blume vor diesem Hintergrund den anwesenden Verantwortlichen für ihre Beteiligung an dem Projekt: „Mit dieser außergewöhnlichen Bildungsmaßnahme erfüllt das Gustav Stresemann Institut nicht nur eines der wichtigsten Leitziele der Bildungsregion Uelzen, nämlich die Ermöglichung von Teilhabe, sondern es erfüllt damit alle Qualitätskriterien, die für eine Zertifizierung durch die Bildungsregion erforderlich sind. Dazu zählen Aspekte der umfänglichen Information, der transparenten Beschreibung und Zielsetzung der Angebote, die Sicherstellung bedarfsgerechter und erreichbarer Angebote für alle Zielgruppen sowie weitere strukturelle und organisatorische Gesichtspunkte.

    „Sie können zu Recht stolz darauf sein, im Landkreis Uelzen als erste Bildungseinrichtung das Qualitätssiegel der Bildungsregion zu bekommen“, so der Landrat. Die erste Verleihung des Zertifikats dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Bildungsregion Uelzen bereits zahlreiche innovative Maßnahmen und Projekte stattfinden, die mit dem Qualitätssiegel der Bildungsregion ausgezeichnet werden sollen.

    Ein solches Qualitätssiegel bietet übrigens nicht nur den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der jeweiligen Maßnahme ganz konkrete Vorteile, sondern auch der jeweiligen Bildungseinrichtung beziehungsweise dem jeweiligen Bildungsakteur selbst. Darauf macht Sabrina Boenschen, Leiterin des Bildungsbüros des Landkreises Uelzen, aufmerksam. So spreche das Siegel auch für eine mögliche administrative Unterstützung des Projektes durch das Bildungsbüro. „Letztlich“, so Boenschen, „ist das Siegel der Bildungsregion Uelzen ein sichtbares Zeichen dafür, wie Projekte die vereinbarten Qualitätskriterien mit Leben füllen und damit zur Weiterentwicklung der Bildungsregion und zum Ausbau zu einem noch attraktiveren Lebens- und Arbeitsort für alle Menschen beitragen“. Logo Qualitätssiegel Bildungsregion

    Weitere Informationen zum Projekt „Vielfalt verbindet – Interkulturelle Öffnung von Verbänden“ sind erhältlich bei Ulrike Christiansen unter der Rufnummer 0151/23666765 und der E-Mail-Adresse ulrike.christiansen@gsi-bevensen.de oder unter der Adresse www.gsi-bevensen.de.

    Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Inneren im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenarbeit durch Teilhabe“ sowie durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Rahmen der Richtlinie „Migration, Teilhabe und Vielfalt“.

    Wer sich mit einem Projekt um das Qualitätssiegel der Bildungsregion Uelzen bewerben bzw. allgemeine Infos zum Qualitätssiegel der Bildungsregion und den entsprechenden Kriterien erhalten möchte, kann sich unter der Rufnummer 0581/82-2996 an das Bildungsbüro des Landkreises Uelzen wenden.

     

    Bildung findet vor Ort statt

    Mit dem Aufbau der Bildungsregion Uelzen hat sich der Landkreis Uelzen auf den Weg gemacht, Bildungs- und Teilhabechancen der Menschen vor Ort nachhaltig zu verbessern. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem Bildungsakteure vernetzt, ein datenbasiertes Bildungsmanagement aufgebaut sowie Konzepte und Ideen zur Weiterentwicklung der Bildungslandschaft erarbeitet werden. Hierzu hat der Landkreis Uelzen seit 2013 ein Bildungsbüro aufgebaut.
    Unterstützt wird die Arbeit des Landkreises durch das Landesprogramm ‚Bildungsregionen‘ (seit 2015) sowie die Programme ‚Bildung integriert‘ und ‚Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte‘ aus dem Bundesministerium Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfond (seit 2016).

     

    Aufgaben des Bildungsbüros sind:

    • Bestandsaufnahme der Bildungsaktivitäten im Landkreis,
    • Erhebung und Auswertung von statistischen Bildungsdaten,
    • Schaffen einer Plattform zur Vernetzung aller Bildungsakteure,
    • Ansprechpartner und Informationsknotenpunkt für Bildungsakteure und Unternehmen der Region,
    • Anstoß und Koordination zur gemeinsamen Entwicklung und Gestaltung einer Bildungslandschaft im Landkreis Uelzen.