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    Digitalisierung: Landkreis startet Fortbildungsreihe zur Umsetzung digitaler Bildung (30.09.2020)

    Das Thema „Digitalisierung“ gewinnt zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung und bestimmt bereits heute viele Bereiche unseres alltäglichen Lebens. Die mit der Digitalisierung verbundenen Veränderungen betreffen dabei längst nicht mehr nur den Privatbereich, sondern nahezu alle gesellschaftlichen Aspekte wie zum Beispiel auch das Berufsleben und den Bildungssektor. Wie bedeutsam die Fähigkeit zur Nutzung digitaler Technologien beziehungsweise digitale Teilhabe bereits heute für alle Menschen ist, zeigt insbesondere die aktuelle weltweite Corona-Pandemie.

    Um Lehrkräften und damit letztlich auch den Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen, fachspezifischen und interaktiven Einstieg in die digitale Bildung zu erleichtern, hat der Landkreis Uelzen als einen weiteren Bestandteil seiner Digitalisierungsstrategie unter Federführung des Kreis-Bildungsbüros eine neue Kooperation auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit der Initiative „Coding For Tomorrow“ – einer Initiative der „Vodafone Stiftung Deutschland“, die genau hier ansetzt und diesbezüglich in mittlerweile sieben Bundesländern kostenfreie Fortbildungen für Lehrkräfte anbietet. Die Kooperation mit dem Landkreis Uelzen setzt den Startschuss für das Bundesland Niedersachsen.   

    „Coding For Tomorrow“ konzipiert innovative Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler der ersten bis zehnten Klasse. Zielgruppe sind Lehrkräfte vorrangig aus schulspezifischen Kontexten, aber auch interessiertes Lehrpersonal aus anderen Bildungsbereichen.

    An zwei vierstündigen Schulungsterminen lernen die Lehrkräfte die Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Technologien im Unterrichtskontext kennen und entwickeln Konzepte für den eigenen Einsatz.
     
    Die Schulungen eignen sich für alle Fachbereiche. Anmelden können sich Lehrkräfte möglichst mit mindestens zwei Interessenten pro Schule unter https://vedab.de/veranstaltungsdetails.php?vid=119381. Die Schulungen finden statt am 29. Oktober sowie am 5. November 2020, jeweils in der Zeit von 9 bis 13 Uhr.  

    Zur Unterstützung und Vertiefung der erworbenen Kenntnisse begleiten Trainerinnen und Trainer die Lehrkräfte im Anschluss an die Fortbildung bei der Durchführung eines Projekttages an ihren Schulen. Je nach aktueller Situation und konkreten Corona-Bestimmungen vor Ort behält sich die Initiative dabei vor, die Projekttage digital zu begleiten. In den eintägigen Projekttagen programmieren und gestalten Schülerinnen und Schüler zum Beispiel eigene Spielkonzepte, bauen Roboter und entwerfen vernetzte Welten. Dabei sollen die von den Lehrkräften selbst erstellten Unterrichtskonzepte erprobt und weiterentwickelt werden. Als Ergänzung stellt die Initiative alle Arbeitsblätter und -vorlagen auf der eigenen Plattform kostenfrei zum Download bereit. Die Materialien für den späteren Einsatz werden zur Ausleihe im Kreismedienzentrum vorgehalten.

    Dazu Dirk Neumann, medienpädagogischer Berater des Landkreises: „Das Kreismedienzentrum und die Medienberatung unterstützen die innovative Fortbildungsveranstaltung ausdrücklich. Das Kreismedienzentrum wird die notwendigen Materialien zur Umsetzung der in der Fortbildung vermittelten Inhalte in den Verleih nehmen, damit die Schulen diese Materialien im Unterricht und im Rahmen von Projekten anbieten können. Wir werden sicherstellen, dass auch im Nachgang an den Schulen kompetente Beratung angeboten werden kann.“
     
    Auch bei Mirek Hancl, Informatiklehrer am Lessing-Gymnasium, stößt die Kooperation auf große Zustimmung: „Coding ist mehr als nur Technikgeplänkel für Nerds im Informatikunterricht. Es ist genauso bildungsrelevant für lebenslanges Lernen wie Rechnen, Schreiben und Lesen."  "Durch das Einbinden von Coding in kreativen Prozessen kann jeder Lerner, jede Lernende einzigartige Dinge selbst erschaffen und mit anderen teilen – Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte gleichermaßen! Insbesondere beim Zusammenspiel von Coding und Making können tolle, interaktive Artefakte in jedem Unterrichtsfach entstehen", weiß Mirek Hancl aus seinen vielfältigen Unterrichtsprojekten und Fortbildungsangeboten zu berichten.

    Im Rahmen der Zusammenarbeit geht es im Ergebnis um die Frage, wie Lernprozesse gestaltet werden können, um den Zugang zu einer digitalen Welt zu eröffnen beziehungsweise um die Frage, wie sich erste entsprechende Unterrichtskonzepte entwickeln lassen.

    „Die neue Kooperation soll unsere heimische Bildungslandschaft auf die künftigen Aufgaben und Herausforderungen vorbereiten und letztlich einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, unseren Bildungssektor zukunftssicher aufzustellen. Die Zusammenarbeit mit der Initiative stellt damit eine wichtige Bereicherung für die gesamte Bildungsregion Uelzen dar“, so Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume.

    Dr. Johanna Börsch-Supan, Leiterin Strategie und Programme bei der Vodafone Stiftung, begrüßt die Kooperation mit dem Landkreis Uelzen – gerade in diesen Zeiten: „Längst ist klar, dass die Corona-Krise unser Bildungssystem langfristig verändern wird. Hybride Lernformen und digitale Unterrichtskonzepte bereichern die Vielfalt pädagogischer Ansätze und können Lernen und Lehren flexibler gestalten. Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Landkreis Uelzen direkte Unterstützung für den Kompetenzaufbau der Schlüsselfiguren anzubieten, die für die Beschulung aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland entscheidend sind: den Lehrkräften. Mit der mehrjährigen Bildungsexpertise unserer Initiative Coding For Tomorrow wollen wir sie bei der Entwicklung zeitgemäßer Unterrichtskonzepte unterstützen: Für ein krisenresistentes Bildungssystem und mehr Bildungsgerechtigkeit.“