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    Kreishaus

    Seit April 2014 hat sich der Kreisausschuss mit der Frage der Nutzbarkeit des Kreishauses immer wieder befasst. Das Gebäude weist einen Sanierungsstau auf. Dies u.a. auch, weil seit Aufkommen der Grundsatzfrage nur noch das Nötigste an Bauunterhaltungs- und Brandschutzmaßnahmen veranlasst wurde. Die Kreisverwaltung hat neben dem Standort der Deponie Borg und dem Betriebshof Oldenstadt mit dem Amt für Kreisstraßen und dem Abfallwirtschaftsbetrieb zwischenzeitlich fünf Außenstellen in Uelzen, in denen das Gesundheitsamt und das Medienzentrum, das Veterinäramt, Teile des Straßenverkehrsamtes, das Umweltamt, das Schul- und Kulturamt, der Pflegestützpunkt sowie die Familien- und Erziehungsberatungsstelle des Jugendamtes untergebracht sind. Dies wirft die Frage der Effizienz der Arbeitsabläufe ebenso auf wie die Frage nach der Kundenfreundlichkeit.

    Das Kreishaus, Veerßer Straße 53, wurde in den 50er Jahren gebaut
    Es wurde die Frage behandelt, ob eine Sanierung oder die Modernisierung des Bestandes einem Neubau an einem anderem oder am jetzigen Standort vorzuziehen ist. Nach Begehung des Kreishauses durch den Kreisausschuss entschied dieser im Juli 2015, sowohl die Sanierung, die Modernisierung wie auch einen Neubau am jetzigen Standort zu verwerfen. Zugleich wurde die Verwaltung beauftragt, die Neubauvariante an einem anderen Standort weiter zu verfolgen und dazu die jeweils weiteren Entscheidungsvorlagen vorzubereiten.


    Ende 2015 wurde das Ergebnis der Projektgruppe zu sieben denkbaren neuen Standorten innerhalb des Kernstadtbereiches dargelegt. Im Februar 2016 beauftragte der Landkreis ein externes Beratungsunternehmen. Der Auftrag griff Prüfaufträge der Politik auf und sollte Aussagen zu künftigen Anforderungen an moderne Verwaltungsabläufe und -gebäude, zur Standortfrage für einen Neubau und zu der Realisierungsform treffen. Im Juni 2016 legte Herr Dr. Kleinau als Geschäftsführer des beauftragten Unternehmens combine Consulting die Ergebnisse der Untersuchung vor.


    Am 18. Oktober 2016 hat sich der Kreistag des Landkreises Uelzen bzgl. des Neubaus eines neues Kreishauses aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse mit deutlicher Mehrheit für ein zurzeit brach liegendes Grundstück an der Eschemannstraße in Uelzen ausgesprochen. Im Rahmen der Kreistagssitzung betonte Landrat Dr. Heiko Blume, ein Kreishausneubau an diesem Standort sei die insgesamt wirtschaftlichste Lösung. Der Erwerb des Grundstückes wurde Anfang 2017 vollzogen.

    Der Kreishausneubau des Landkreises Uelzen auf dem Grundstück an der Eschemann- und Albrecht-Thaer-Straße wird über eine sogenannte Funktionalausschreibung (https://www.dtvp.de/glossar/funktionale-leistungsbeschreibung) realisiert. Dies beschloss der Kreisausschuss auf Vorschlag der Verwaltung am 06. Juni 2017. Für die Erarbeitung der Funktionalausschreibung wurde mit der VBD Beratungsgesellschaft für Behörden mbH ein geeigneter Dienstleister gefunden, der bei Ausschreibungen zu Bauvorhaben auf dem öffentlichen Sektor sehr gute Referenzen vorweisen konnte. Die Funktionalausschreibung wird gemäß des aktuellen Terminplans im April 2018 fertiggestellt sein.

    Auf der rot umrandeten Fläche soll das neue Kreishaus errichtet werden


















    In seiner Sitzung vom 10.04.2018 hat der Kreisausschuss der umfangreich vorbereiteten Funktionalausschreibung zugestimmt und damit die Ausschreibung des neuen Kreishauses freigegeben. Damit startet nun das Ausschreibungsverfahren mit dem Teilnahmewettbewerb. Der Teilnahmewettbewerb ist der Startschuss für alle Unternehmen EU-weit, die sich der Herausforderung stellen und als sog. „Totalunternehmer“ das neue Kreishaus planen und bauen möchten. Für den Teilnahmewettbewerb erhalten die Unternehmen über eine Vergabebekanntmachung eine grobe Beschreibung über das Bauvorhaben und können dann ohne eine detaillierte Planung ihr Interesse an dem Vorhaben anmelden. Anschließend erhalten – nach Prüfung der einzureichenden Referenzen – maximal sechs Unternehmen die kompletten Vergabeunterlagen der Funktionalausschreibung und entwerfen auf dieser Grundlage das neue Kreishaus.

    Ende August 2018 wurden die kompletten Vergabeunterlagen nach dem durchgeführten Teilnahmewettbewerb und Prüfung der Voraussetzungen und vor allem der eingereichten Referenzen an alle geeigneten Unternehmen versandt. Diese haben nun bis zum 11.01.2019 Zeit ein entsprechendes Angebot für den Kreishausneubau abzugeben. In dieser Zeit haben sie u.a. die Möglichkeit Fragen zu den Vergabeunterlagen zu stellen oder das Grundstück zu besichtigen. Im Anschluss werden die Angebote bewertet und ggf. Bietergespräche geführt. Die Bietergespräche dienen der Aufklärung des Angebotsinhalts.

    Häufig gestellte Fragen:

    Warum wurde die Frage eines Kreishausneubaues bzw. der Grundsanierung  überhaupt geprüft?

    Im Zuge der normalen Bauunterhaltung wurde sichtbar, dass ein grundlegender Sanierungsbedarf besteht. Bei den Kostenermittlungen hierzu kam heraus, dass erhebliche Millionenbeträge für den Austausch sämtlicher Versorgungsleitungen incl. Grundleitungen, dem aktualisierten Brandschutz u.v.m. erforderlich würden, so dass sich die Grundsatzfrage der Wirtschaftlichkeit dieses Vorhabens stellte. Sorgfältige Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass die Sanierung unwirtschaftlich ist und als wirtschaftlichste Variante ein Neubau auf fremdem Standort herauskam. Die Entscheidung hierzu wurde durch den Kreisausschuss am 14.07.2015 gefällt. Die Verwaltung wurde beauftragt, die weiteren Schritte zu prüfen und die Kreistagsgremien weiterhin einzubinden.

    Ist die Sanierung billiger als ein Neubau?

    Betrachtet man die reinen Baukosten, so lautet die Antwort wahrscheinlich ja, wobei man beim Bauen im Bestand (= Sanierung)  mit kostentreibenden unvorhergesehenen Maßnahmen rechnen muss. Führt man aber die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durch, wie combine Consulting es für den Landkreis gemacht hat, so stellt man fest, dass die Projektkostenbarwerte in ähnlicher Größenordnung liegen, da die erheblichen externen Mietkosten über die nächsten 33 Jahre mit in den Projektkostenbarwert einfließen. Es bleibt auch nach der Untersuchung durch combine Consulting bei der Feststellung: Die Sanierung ist unwirtschaftlich.

    Welche Standorte sind untersucht worden?

    Nach Abstimmung der Projektgruppe „Kreishausneubau“ des Landkreises mit der Stadtplanung der Stadt Uelzen wurden insgesamt 7 mögliche Standorte mit mindestens 10.000 m² bebaubarer Fläche für eine vergleichende Betrachtung in den Blick genommen. Es handelt sich um folgende Grundstücke:

    •    Hammersteinparkplatz mit angrenzender Wiese
    •    Emsberg (Pestalozzi-Schule)
    •    Teilfläche des Albrecht-Thaer-Geländes
    •    Grundstück Eschemannstraße / Ecke Sternstraße
    •    Ebstorfer Straße (Stadthallengrundstück)
    •    Ebstorfer Straße (ehemaliges St.-Viti-Krankenhaus)
    •    Lüneburger Straße (Stadtwerkegrundstück).

    Die tatsächliche Verfügbarkeit der Standorte wurde nicht mit in die Bewertung aufgenommen.


    Warum wurde ein externes Unternehmen mit der Prüfung beauftragt?

    Die genaue Berechnung der Wirtschaftlichkeit / Business cases sollte in professionelle Hände gelegt werden. Darüber hinaus sollte die Kompetenz eines externen Unternehmens in Bezug auf „neue Arbeitswelten“ genutzt werden.


    Ist ein neues Kreishaus für den Landkreis überhaupt finanzierbar?

    Die Kreisverwaltung braucht für die dem Landkreis gesetzlich zugewiesenen Aufgaben Mitarbeiter, die Mitarbeiter brauchen  Arbeitsplätze. Auch die Fortführung der jetzigen Situation mit sanierungsbedürftigem Hauptgebäude und Außenstellen muss finanziert werden, hat also Haushaltsrelevanz. Durch die angestellten Wirtschaftlichkeitsberechnungen ist der Nachweis erbracht, dass der Neubau eines Kreishauses gegenüber der Sanierungsvariante die wirtschaftlichere Variante ist. Finanziert würde die Baumaßnahme über langfristige Kredite. Im Ergebnishaushalt würden die Unterhaltungskosten, die Abschreibungen und die Zinsbelastung erscheinen, genau wie bei der Sanierung.