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"Auf den Ernstfall vorbereitet" / Landkreis Uelzen nimmt an gemeinsamer Tierseuchenbekämpfungsübung teil (25.06.2012)

Hochansteckende Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest sind in den vergangenen Jahren in Deutschland immer wieder ausgebrochen – zwar sind Menschen meist nicht von einer Ansteckung bedroht, häufig sterben aber viele Tiere oder müssen getötet werden, um die Seuchen einzudämmen. Große wirtschaftliche Schäden waren die Folge. Dabei sind landwirtschaftlich geprägte Bundesländer wie Niedersachsen besonders gefährdet.

An der Übung nahmen auch Uelzens Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Uelzener Kreis-Veterinärmates teil.Um auf die Eindämmung möglicher Seuchen vorbereitet zu sein, probten die Veterinärämter der Landkreise Uelzen, Harburg und Lüneburg nun im Rahmen einer niedersachsenweiten Tierseuchenbekämpfungsübung am Donnerstag, 21. Juni 2012, gemeinsam mit der Polizei für den Ernstfall.

Das Szenario: In ganz Niedersachsen ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen – und auch in zwei Betrieben im Landkreis Harburg und auf einem Betrieb im Landkreis Lüneburg mit jeweils weit über 1.000 Tieren stellen die alarmierten Veterinärämter die hochansteckende Tierseuche fest. Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssen die im gemeinsamen Tierseuchenkrisenzentrum am Elbdeich in Haue zusammengetrommelten Veterinäre schnell handeln. Einsatzkräfte der Polizei haben die betroffenen Höfe bereits abgesperrt und verhindern, dass Personen und vor allem Tiere auf die bedrohten Betriebe gelangen können. Nach und nach werden um die betroffenen Betriebe drei Sperrbezirke eingerichtet. Im ersten Bereich, der einen Radius von 500 Metern umfasst, müssen alle Tiere getötet werden, damit die Seuche nicht weiter um sich greifen kann. Im Sperrgebiet (drei Kilometer Radius) werden alle Schweine unverzüglich untersucht. In der Beobachtungszone (zehn Kilometer Radius) finden zusätzliche Untersuchungen in Tierbeständen statt.

In den betroffenen Betrieben nehmen drei Veterinärteams Proben und ermitteln, auf welchem Weg das Virus in den Tierbestand gelangt ist. Die – bei der Übung fiktiven – Befunde bilden die Grundlage für Maßnahmen zur weiteren Eindämmung der Seuche, über die die Veterinäre im gemeinsamen Krisenzentrum entscheiden müssen.

Dr. Astrid Krüger, Einsatzleiterin und Leiterin des Veterinäramtes des Landkreises Harburg, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Übung. „Das Durchspielen solcher Szenarien trägt entscheidend dazu bei, dass wir bei einem Seuchenausbruch schnell handeln können, um eine Ausbreitung zu verhindern. Dadurch ist das Veterinäramt des Landkreises Harburg gut auf den Ernstfall vorbereitet.“ Bei der Seuchenbekämpfung besonders wichtig, so Krüger, sei die landkreisübergreifende Zusammenarbeit. „Schließlich macht das Schweinepestvirus ja nicht an der Landkreisgrenze halt und je enger die Landkreisverwaltungen daher bei der Bekämpfung zusammenarbeiten, desto besser.“ Ein positives Fazit zog nach der Übung auch Uelzens Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer, der mit mehreren seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angereist war: Ein abgestimmtes und koordiniertes Vorgehen der verschiedenen Veterinärbehörden ist im Krisenfall von ganz entscheidender Bedeutung und deshalb sind solche Probedurchläufe ganz wichtig.“

Hintergrund: In Niedersachsen führen die kommunalen Veterinärbehörden seit 2003 jedes Jahr Übungen zur Bekämpfung hochansteckender Tierseuchen wie Geflügelpest oder Maul- und Klauenseuche durch. Koordiniert werden die Übungen von der „Task-Force Veterinärwesen“ des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).