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Jakobskreuzkraut: Landkreis bittet Tierhalter um Achtsamkeit (19.08.2009)

 Das Umweltamt des Landkreises Uelzen weist aufgrund zahlreicher Anrufe verunsicherter Bürger darauf hin, dass die Beseitigung des besonders von Landwirten und Pferdehaltern gefürchteten Jakobskreuzkraut nicht Aufgabe der Behörde ist. „Wir wissen natürlich, dass die Pflanze giftig ist und insbesondere bei Pferden und Rindern zu ernsthaften Erkrankungen bis hin zum Tod führen kann. Das Niedersächsische Naturschutzgesetz bietet uns dennoch keinerlei Rechtsgrundlage, um aktiv gegen das Kraut vorzugehen“, so Dipl. Ing. Ilsabe Gröfke, zuständige Mitarbeiterin im Umweltamt des Landkreises.

Deshalb appelliert die Untere Naturschutzbehörde an alle Bürgerinnen und Bürger, vor allem aber an die Besitzer von landwirtschaftlichen Flächen bzw. von Weideflächen, selbst gegen das Jakobskreuzkraut vorzugehen. „Es liegt in deren Eigenverantwortung, die Gefahr für ihre Tiere so gering wie möglich zu halten“, so Gröfke. Die Pflanze könne ohne Handschuhe völlig schadlos angefasst werden und sollte mit dem Restmüll entsorgt werden.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt, bereits bei vereinzeltem Auftreten die Pflanze regelmäßig auszustechen und komplett mit Wurzel zu beseitigen. Wurzelreste im Boden führten dazu, dass die Pflanze wieder austreibe. Nach Angaben des „Arbeitskreis Kreuzkraut“ sind unter anderem Weiden und Wiesen für die Verbreitung mit Jakobskreuzkraut besonders gefährdet. Weniger groß sei das Risiko, wenn Wiesen und Weiden intensiv gepflegt, gedüngt und ausgemäht würden.

„Ich kann die Verärgerung einzelner Anrufer nachvollziehen. Aber nach geltendem Recht ist niemand verpflichtet, Jakobskreuzkraut zu entfernen – auch nicht die öffentliche Hand“, so Gröfke. Zumindest aus naturschutzbehördlicher Sicht sei das Jakobskreuzkraut unschädlich, da die Pflanze heimisch sei und keine Schäden in natürlichen Pflanzengesellschaften verursache – also keine anderen Pflanzen verdränge.

Die Gefahr für Tiere bestehe darin, dass die Pflanze leberschädigende Stoffe enthalte. Diese Alkaloide blieben im Gegensatz zu vielen anderen Giftpflanzen auch bei der Konservierung in Heu oder Silage wirksam und würden so von den Tieren aufgenommen. Im frischen Zustand würden die bitter schmeckenden Kräuter dagegen in der Regel gemieden.

Das Jakobskreuzkraut kann bis zu einem Meter hoch werden, wobei im oberen Teil die zahlreichen gelben Blütenköpfchen in einer weit verzweigten, vielblütigen Schirmrispe sitzen.