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Unternehmenswettbewerb: Zwei Uelzener Unternehmen unter den Gewinnern (23.10.2012)

Effizienzsteigerung in den Unternehmen fördern - auch das ist Wirtschaftsförderung! Der Landkreis Uelzen ist deshalb seit vielen Jahren aktiv in der "Arbeitsgemeinschaft Technologie- und Innovationsförderung Elbe-Weser Region" (ARTIE) und berät gemeinsam mit dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) kleine und mittlere Unternehmen kostenlos in Fragen der technologischen Innovation. Zusammen mit dem  Innovations-Inkubator der Leuphana Universität Lüneburg, der Industrie- und Handelskammer Stade und der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade sind in dem Wettbewerb „Rohstoffquelle Produkt“ sechs Unternehmen für innovative Ideen und Methoden zur effizienten Nutzung und Wiederverwertung von Rohstoffen ausgezeichnet worden.

Erfolgreiche Unternehmer aus dem Landkreis Uelzen: Christine Kruppa, Bohlsener Mühle (1.v.l.) und Christoph Rädecke, C. Hasse & Sohn (3.v.l.)Überproportional viele Gewinner - nämlich zwei der sechs Sieger - kommen aus dem Landkreis Uelzen.
Es handelt sich um die Bohlsener Mühle GmbH & Co. KG aus Bohlsen: Der Bio-Lebensmittelhersteller stellt Pellets aus Dinkelspelzen, die als Nebenprodukt der Getreideverarbeitung anfallen, und Reinigungsabfällen her. Damit sollen die Backstraße des Unternehmens beheizt und ein lokales Fernwärmenetz versorgt werden. (Kategorie Best Practice)
Das Unternehmen C. Hasse & Sohn Inh. E. Rädecke GmbH & Co. KG aus Uelzen will das Erdöl-Stoffgemisch Bitumen aus dem Rückbau von Dächern bzw. aus Produktionsausschuss mit einem speziellen Verfahren wiederverwerten. (Kategorie Innovative Ideen & Ansätze)

Bei dem Wettbewerb waren innovative Ideen und erfolgversprechende Konzepte für eine nachhaltige Produktion, den effizienten Einsatz von Rohstoffen und deren Wiedergewinnung aus Produkten nach Ablauf ihrer Lebensdauer gefragt. Teilnehmen konnten Unternehmen aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg. Hierzu zählen die elf Landkreise Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Uelzen, Verden. Eine Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft hat jeweils drei Gewinner-Unternehmen in den Kategorien „Best Practice“ und „Innovative Ideen und Ansätze“ ausgewählt. 

Als Preis erhalten die siegreichen Unternehmen die Einladung zu einem „Leuphana Projekt Tag“. Am 23. November 2012 werden sie gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität weiter an dem Thema effizienter Umgang mit Rohstoffen arbeiten. Langfristiges Ziel der Wettbewerbsveranstalter ist die Entwicklung einer regionalen Rohstoffstrategie, um der Verknappung von Rohstoffen und steigenden Weltmarktpreisen zu begegnen und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen für die Zukunft zu stärken. 

„Der Wettbewerb zeigt, dass es viele innovative Ideen in unserer Region gibt, ebenso Unternehmen, die bereit und in der Lage sind, diese innovativen Ideen auch umzusetzen. Gemeinsam mit den Unternehmen wollen wir zukünftig noch viel mehr Innovationen unterstützen und dabei vor allem das Thema „Rohstoffquelle Produkt“ in den Vordergrund rücken. Die Rohstoffe werden knapper und die Materialkosten für die Unternehmen steigen", so Eberhard Gottschlich von der Wirtschaftsförderung "Uelzen aktiv". Marlis Kämpfer, die Leiterin der Wirtschaftsförderung "Uelzen aktiv", ergänzt: "Ich bin sehr froh, dass es so eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Inkubator, der ARTIE und den Kammern gegeben hat. Das ist zukunftsträchtig und hilft unseren Unternehmen weiter."

Die weiteren Gewinner des Wettbewerbs:

Kategorie Best Practice:
ASTRO Motorengesellschaft mbH& Co. KG aus Langen-Debstedt: Das Unternehmen fertigt Motoren im Baukastenprinzip. Nach Nutzungsdauer nimmt es die Bauteile zurück und arbeitet sie wieder in Motoren ein. Damit erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Recyclingquote von bis zu 90 Prozent.

DELTA Plus Datensysteme GmbH aus Celle: Das Unternehmen hat ein Kühlsystem für Serverräume und Rechenzentren entwickelt, bei dem Geothermie genutzt wird. Mit dem System erübrigt sich laut Delta der Einsatz von Kältegeräten wie Kompressoren, es könnten bis zu 90 Prozent Strom gespart werden.

Kategorie Innovative Ideen & Ansätze
PS Papierschaum GmbH aus Achim: Das Unternehmen plant zusammen mit einem Papierhersteller, Paletten und Palettenabdeckungen aus Papierfaserreststoffen, Altpapier und einem Zuschlagstoff aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Damit könne der hochwertigere Rohstoff Holz eingespart werden.

Soetebiers Dorfbäckerei GmbH aus Winsen: Die Bäckerei bereitet die Herstellung von Pellets aus nicht verkauften Backwaren zur Beheizung ihrer Backöfen vor. So könnte den für Bäckereien sehr hohen Energiekosten begegnet werden.