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    3. Gesundheitskonferenz erweist sich als Ideen-Pool zur nachhaltigen Versorgung (13.11.2017)

    „Es gibt genügend Ansatzpunkte und Ideen, um die Gesundheitsversorgung auch in ländlichen Regionen wie dem Landkreis Uelzen nachhaltig zu sichern – trotz oder gerade wegen des zunehmenden Ärzte- und Fachkräftemangels und trotz des demografischen Wandels mit all seinen Herausforderungen insbesondere für das Gesundheitswesen.“ Professor Dr. Martina Hasseler von der Ostfalia Hochschule brachte in ihrem Vortrag auf den Punkt, was sich auch als Ergebnis der inzwischen dritten „Gesundheitskonferenz der Gesundheitsregion Landkreis Uelzen“ zusammenfassen lässt.

    Die Verantwortlichen der Kreisverwaltung konnten als Moderatorin Lea Oesterle (4.v.r.) und als Referenten unter anderem Dr. Arno Schumacher (l.), Thomas Nerlinger (3.v.r.) sowie Dr. Almut Satrapa-Schill (3.v.l.) begrüßenZu der Konferenz unter dem Motto „Die Gesundheitsversorgung im Landkreis nachhaltig gestalten“ waren im Kurhaus Bad Bevensen rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – unter ihnen sowohl medizinisches und pflegerisches Fachpersonal als auch interessierte Bürgerinnen und Bürger – zusammengekommen, um entsprechende Projekte aus anderen Regionen kennen zu lernen, neue – auf den Landkreis Uelzen abgestimmte – Ideen zu entwickeln und deren Umsetzbarkeit zu diskutieren.

    Zu diesem Zweck hatte der Landkreis nicht nur mehrere Fachreferenten zu der Veranstaltung eingeladen, sondern in Rahmen der Konferenz insgesamt vier Foren bzw. Arbeitsgruppen eingerichtet, an denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer je nach Interesse beteiligen konnten. Konkret ging es dabei um die Themen „Gesundheitsförderung & Prävention“, „Ärztliche Versorgung“, „Pflegerische Versorgung“ und „Gesundheitsversorgung auf dem Land“. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, andere gesundheitsrelevante Themenkomplexe, die nicht einem der anderen Foren zuzuordnen waren, in ein weiteres fünftes Forum einzubringen und gemeinsam zu besprechen.

    Erste Ergebnisse wurden schon während der Konferenz vorgestellt und sollen nun in den jeweiligen Arbeitsgruppen weiterentwickelt werden. So zum Beispiel die Ideen, Übergänge von einer medizinischen Einrichtung in eine andere reibungsloser zu gestalten, die Kapazitäten der Pflegestützpunkte auszubauen oder besondere Programme in der Ärzteausbildung einzuführen, um deren Verbleib auf dem Land zu erhöhen. Außerdem wurden Präventionsprogramme speziell für Männer angeregt und Ideen entwickelt, wie diese Zielgruppe besser erreicht werden kann. Darüber hinaus kamen aus den Foren auch Vorschläge zur besseren gesundheitlichen Versorgung von Migranten, zur Vernetzung der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen und auch zu der Frage, wie angesichts einer künftig verstärkt digitalen Gesundheitsversorgung Datenschutzaspekte berücksichtig werden können.

    Digitale Gesundheitsversorgung – ein Aspekt, dessen zunehmende Bedeutung sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Fachvorträge zog und den auch Landrat Dr. Heiko Blume aufgriff: „Wir haben uns hier getroffen, um den Tatsachen ins Auge zu schauen und um entsprechende Maßnahmen zu entwickeln.“ Dabei sei ein entscheidendes Mittel, um die Gesundheitsversorgung im Landkreis nachhaltig gestalten zu können, das geplante kreisweite Glasfasernetz. Dies ermögliche eine funktionierende Telemedizin.

    Rund 100 Interessierte nahmen an der Konferenz im Kurhaus Bad Bevensen teilSo stellte Dr. Arno Schumacher vom Verein „Gesundheitsregion Euregio“ das Modellprojekt „Digitaler Hausbesuch“ vor. Ziel ist eine Qualitätsverbesserung der gesundheitlichen Versorgung mittels eines komplexen digitalen Gesundheitsnetzes. „Dieses Gesundheitsnetz sollte regional strukturiert sein mit der Option, auch überregional zu greifen“, so der Experte.

    Für das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung war Heidrun Kofahl-Langmack nach Bad Bevensen angereist. Stellvertretend für Ministerin Cornelia Rundt versicherte sie, dass das Modellprojekt „Gesundheitsregionen in Niedersachsen“ weitergeführt wird. „Ich ermutige Sie, auch weiterhin Projektanträge zu stellen, obwohl der Landkreis Uelzen in diesem Jahr leider nicht berücksichtigt werden konnte“, so Kofahl-Langmack. Schließlich, so Kofahl-Langmack, seien die Aktivitäten der Gesundheitsregion Uelzen beeindruckend. Versorgungsabläufe aufeinander abzustimmen und somit zu optimieren, dies werde in der Gesundheitsregion Uelzen vorbildlich praktiziert.   

    Landrat Dr. Blume rief abschließend alle an dem Thema Gesundheit und Gesundheitswesen Interessierten auf, sich weiterhin oder erstmals in den diversen Arbeitsgruppen der Gesundheitsregion Uelzen zu engagieren. Für das bisher Geleistete sprach er den deren Mitgliedern seinen ausdrücklichen Dank aus.

    Ebenso wie allen Referentinnen und Referenten der Konferenz-Veranstaltung – darunter Thomas Nerlinger, ebenfalls vom Verein „Gesundheitsregion Euregio“, der über Erfahrungen zum Modellprojekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ berichtete, Dr. Almut Satrapa-Schill vom „Verein zur Förderung des Nationalen Gesundheitsberuferates“, die eigens aus Süddeutschland nach Bad Bevensen angereist war und über kommunale Gesundheitsversorgung in einer älter werdenden Gesellschaft und die Rolle der Gesundheitsberufe referierte, sowie Dr. Antje Erler vom Institut für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihr Fachvortrag trug den treffenden Titel „Zukunftsperspektiven der hausärztlichen Versorgung – Beispiele teambasierter Zusammenarbeit aus Deutschland“.