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    Borreliose-Gefahr droht auch in heimischer Flora und Fauna (21.04.2010)

     „Wir können nur immer wieder appellieren, die Gefahr ernst zu nehmen“, so der Leiter des Gesundheitsamtes Uelzen/Lüchow-Dannenberg, Dr. Gerhard Wermes. Schließlich seien nach wie vor auch zahlreiche Zecken in der heimischen Region Träger so genannter „Borrelien“, die beim Menschen zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können – zur „Borreliose“. Die Krankheit äußert sich nicht selten in starken Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Kurzatmigkeit – und das möglicherweise ein Leben lang. Auch starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und Gesichtslähmungen können durch die Bakterienübertragung verursacht werden. Schlimmstenfalls sind unheilbare Schäden im Gewebe die Folge. Mitunter sei sogar  das Gehirn betroffen. „Wird die Krankheit jedoch rechtzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika gut behandelt werden“, so der Mediziner. Erstes Anzeichen für eine Infektion ist in der Regel die so genannte Wanderröte – eine kreisförmige Rötung, die kurz nach dem Biss um das Einstichloch herum entstehen kann.  Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nach wie vor nicht.

    Ein Stich dieser Parasiten, die seit wenigen Wochen wieder in Wäldern, Wiesen und Gärten auf ihre Opfer lauern, kann darüber hinaus zur so genannten „Frühsommer-Meningoenzephalitis“ (FSME) und damit zu einer Hirnhautentzündung führen. Im Gegensatz zur „Borreliose“ ist hier aber eine Impfung möglich. Das Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg hat diesbezüglich bei 63 Forstbediensteten aus beiden Landkreisen Blutproben beim Nds. Landesgesundheitsamt untersuchen lassen. Es hat sich gezeigt, dass die Bediensteten sich während ihrer Arbeit nicht mit FSME angesteckt haben, obwohl sie häufig von Zecken gebissen wurden. Daraus ist laut Dr. Wermes zu folgern, dass in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg, wie auch im übrigen Niedersachsen, keine Ansteckungsgefahr für FSME besteht. Wer jedoch nach Süddeutschland oder ins Ausland verreist, sollte sich informieren, ob eine Impfung erforderlich ist. Dies ist möglich im Gesundheitsamt telefonisch unter der Rufnummer 0581/82-462 oder in der Impfsprechstunde am ersten Mittwoch im Monat zwischen 14 und 16 Uhr, das nächste Mal am 5. Mai.   

    Grundsätzlich empfiehlt das Gesundheitsamt, den gesamten Körper nach einem Aufenthalt im Grünen auf die Parasiten hin zu untersuchen. Wer gebissen wurde, sollte die Zecke möglichst schnell mit einer Spezialzange entfernen und die Einstichstelle genau beobachten. Bei entsprechenden Symptomen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

    Der beste Schutz sei aber, sich erst gar nicht von Zecken stechen zu lassen, so Dr. Wermes. „Wer Zeckenstiche und damit schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen von vornherein verhindern will, sollte bei Ausflügen in die Natur Kleidung tragen, die den Körper möglichst ganz bedeckt und an Armen, Beinen und am Hals eng abschließt“, rät der Amtsarzt. Außerdem gebe es Anti-Zecken-Mittel, die die Milben davon abhalten sollen, den Menschen zu befallen.

    Weitere Informationen sind erhältlich beim Gesundheitsamt in Uelzen, Auf dem Rahlande 15.