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    Eltern auf Zeit: Jugendamt sucht "SOS-Plätze" für Kinder (05.08.2009)

     Wenn Eltern erkranken, wenn ihnen die häuslichen Probleme über den Kopf wachsen, wenn Überforderung, Gewalt oder Suchtprobleme eskalieren, können Kinder und Jugendliche oft nicht zu Hause bleiben. Bis ihre Eltern wieder fit oder andere Lösungen gefunden sind, benötigen sie eine vorübergehende Bleibe. Für solche Fälle sucht das Jugendamt des Landkreises Pflegefamilien für den so genannten Bereitschaftsdienst, die einem Kind in Notsituationen einen „SOS-Platz“ in ihrer Familie zur Verfügung stellen.

    „Die Unterbringung ist eine Art Krisenintervention und sollte nicht länger als sechs Monate dauern“, erklärt Sozialpädagoge Klaus Dittrich. „Während des Aufenthalts wird die Situation des Kindes geklärt, um notwendige Hilfestellungen in die Wege zu leiten.“ Während dieser Überbrückungsphase sollen die betroffenen Kinder und Jugendlichen Sicherheit finden und zur Ruhe kommen. Kontakte zu den Eltern sind jedoch in den meisten Fällen weiter erforderlich.

    Die Zusammenarbeit zwischen Pflegefamilien und Jugendamt wird vertraglich geregelt. Es handelt sich jedoch nicht um ein Arbeitsverhältnis mit dem Landkreis Uelzen.

    Pflegepersonen sollten folgende Voraussetzungen erfüllen:

    • Engagement für Kinder in Notsituationen
    • Kontaktbereitschaft zur Herkunftsfamilie der Kinder
    • Flexibilität, überdurchschnittliche Belastbarkeit und Durchhaltevermögen
    • Erfahrungen mit Kindern (im Idealfall eine fachliche Qualifikation, z.B. Erzieher, Sozialpädagoge o.ä.)
    • Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt
    • Genügend Platz für Kinder oder Jugendliche
    • Bereitschaft zur Selbstreflexion, Teilnahme an Fortbildungen und Supervision
    • Es sollten möglichst keine eigenen minderjährigen Kinder mehr im Haushalt der Pflegepersonen leben.

    Ständige Rufbereitschaft der Pflegeeltern ist Voraussetzung.

    Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Pflegekinderdienst des Kreisjugendamtes Uelzen, Klaus Dittrich, Telefon 0581/82-333 oder Gerd Härig-Lindenthal, Telefon 0581/82-331.