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    Neues Projekt: Zahnärztliche Beratung in Seniorenheimen (28.04.2010)

     Um Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen zahnmedizinisch besser versorgen und beraten zu können, hat das gemeinsame Gesundheitsamt der Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg vor einigen Wochen ein neues Projekt gestartet. Unter dem Motto „Mundhygiene und Zahnprothesenpflege bei pflegebedürftigen Senioren“ bietet das Gesundheitsamt eine praxisorientierte Beratung für Pflegekräfte an – und zwar direkt in den entsprechenden Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Für die jeweiligen Schulungen wurde unter anderem ein Informationskoffer mit praxiserprobtem Material zusammengestellt. Nachdem bereits einige Einrichtungen im Landkreis Uelzen von dem neuen Angebot Gebrauch gemacht haben, waren die Fachleute des zahnärztlichen Dienstes und der Heimaufsicht des Gesundheitsamtes gestern im Uelzener Heilig-Geist-Stift zu Gast. Dort lauschten rund 25 Pflege- und Hilfskräfte sowie Heimleiter Michael Möller und Pflegedienstleiterin Diana Krenz dem knapp einstündigen Vortrag von Dr. Detlev Preuß, dem zuständigen Zahnarzt beim Gesundheitsamt. Zu den Teilnehmern der Veranstaltung zählten auch Amtsarzt Dr. Gerhard Wermes und Karin Subke von der Heimaufsicht des Gesundheitsamtes.      

    Mit dem neuen Projekt reagiert das Gesundheitsamt sowohl auf allgemeine wissenschaftliche Erkenntnisse als auch auf eigene Untersuchungen. Im Jahr 2009 hatte die Heimaufsicht des Gesundheitsamtes im Rahmen ihrer Kontrollen den Schwerpunkt auf die Zahnpflege alter Menschen gelegt. Dabei wurde festgestellt, dass in den Heimen entsprechender Beratungs- und Informationsbedarf besteht.

    Bestätigt wird dies durch die Ergebnisse einer bundesweiten Stichprobenstudie. Während deutschlandweit eine steigende Zahl von Senioren noch über eigene Zähne bzw. entsprechenden Zahnersatz verfügt (2005 konnte in der Altersgruppe der 65- bis 75-Jährigen nur noch bei knapp über 20 Prozent eine völlige Zahnlosigkeit festgestellt werden – mit abnehmender Tendenz), stellt sich die Situation bei ambulant oder stationär betreuten Senioren deutlich negativer dar. Lediglich rund 34 Prozent aller Pflegebedürftigen hatten in den vergangenen fünf Jahren einen Zahnarztbesuch. Um überhaupt zum Zahnarzt zu gelangen, benötigten davon über 60 Prozent der Pflegebedürftigen einen speziellen Krankentransport. Über zwölf Prozent waren gar nicht transportfähig. Sie benötigten deshalb eine Behandlung in der Pflegeeinrichtung.

    „Der zu verzeichnende stärkere Zahnverlust im höheren Alter ist zumeist auf die Zunahme von Parodontalerkrankungen und Zahnhals- sowie Wurzelkaries zurückzuführen. Wenn ältere Patienten hilfe- und pflegebedürftig werden, ändern sich auch die Anforderungen an die Mundhygiene“, so Dr. Detlev Preuß.

    Mit dem neuen Angebot des Gesundheitsamtes soll den Pflegekräften die entsprechende, oftmals vorhandene Unsicherheit genommen werden. Diese Gelegenheit nutzten gestern zum Beispiel auch Lydia Hessler und Valentina Ranert. Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten sie, wie übrigens alle ihrer Kolleginnen und Kollegen, ein entsprechendes Teilnahme-Zertifikat. Pflegedienstleiterin Diana Krenz zeigte sich nach der Schulung ebenso angetan, wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Wir sind bemüht, die Qualität unserer Pflege ständig zu verbessern und stehen Fortbildungsveranstaltungen deshalb grundsätzlich positiv gegenüber. Und wir sind sicher, dass unsere Bewohner davon auch in ihrem Alltag profitieren werden.“