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    Reservisten übernehmen Koordination der Bundeswehr im Katastrophenfall (29.09.2006)


    Wegen Umstrukturierungen der Bundeswehr wird künftig ein neues, aus Reservisten bestehendes Kreisverbindungskommando (KVK) im Katastrophen- oder Krisenfall den Einsatz von Soldaten im Landkreis Uelzen koordinieren und die zivil-militärische Zusammenarbeit mit Verwaltung und Krisenstab übernehmen. Am Donnerstag besuchten fünf Uniformierte des KVK das Kreishaus, um bei einem ersten Kennenlerngespräch mit Landrat Dr. Elster, Erstem Kreisrat Dr. Heiko Blume, Ordnungsamtsleiter Reinhard Tiedemann und dessen Stellvertreter Bernd Fabisiak über die künftigen Möglichkeiten der militärischen Unterstützung zu sprechen.

    Zurzeit wird die Schnittstellenfunktion zwischen Bundeswehr und Landkreis noch von Oberst Artur Schwitalla ausgeübt, dem stellvertretenden Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 in Munster. Seine Position als Beauftragter für regionale Aufgaben der Streitkräfte, die er neben seiner normalen Diensttätigkeit ausführt, fällt jedoch bald weg. Stattdessen setzt die Bundeswehr auf Reservisten, die ortsnah wohnen und ihre Aufgabe ehrenamtlich über einen längeren Zeitraum wahrnehmen können.

    Leiter des neuen Uelzener Kreisverbindungskommandos wird der 58 Jahre alte Hartmuth Martens, Oberstleutnant a.D., sein. Er hat bereits bei den Überflutungen an Oder und Elbe sowie beim ICE-Unglück von Eschede Erfahrungen bei der Bewältigung von Katastrophenfällen gesammelt. Ihm zur Seite stehen die Reservisten Oberstleutnant Andreas Wilkens, die Majore Ralf-Peter Stechert und Dr. Hans-Martin Hauskeller sowie Leutnant Sören Sauk. Im zivilen Leben arbeiten sie als Vermögensberater, Forstoberrat oder Diplom-Kaufmann. Bis Ende März 2007 wollen sie ihre Arbeitsbereitschaft herstellen, d.h. Vorbereitungen abschließen, Ausrüstung komplettieren und Ausbildungslehrgänge absolvieren. Insgesamt soll das Team auf zehn Mitglieder aufgestockt werden und aus vier Stabsoffizieren, drei Offizieren und drei Unteroffizieren bestehen, die in Trioformationen die Übernahme eines 24-Stunden-Schichtdienstes gewährleisten können.