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    Schlechte Schulleistungen: Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Landkreises bietet Hilfe (05.06.2009)

     Schlechte Schulleistungen – ein aktuelles Thema nicht nur vor dem Hintergrund bevorstehender Zeugnisse: Es ist kurz nach 13 Uhr. Der zehnjährige Malte kommt aus der Schule, knallt seinen Ranzen in die Ecke, zieht sich auf sein Zimmer zurück. Die Laune seiner Mutter sinkt augenblicklich. Nur zu gut kann sie sich den Verlauf des Nachmittags vorstellen. Sie wird Überzeugungsarbeit leisten müssen, ehe Malte überhaupt mit den Hausaufgaben anfängt. Den Eintrag „mangelhaft“ im Diktatheft wird sie vielleicht am Abend oder erst in den nächsten Tagen zu lesen bekommen.

    Regelmäßig wenden sich Eltern mit ähnlichen Sorgen und Fragen an die Erziehungs- und Familienberatungsstelle für den Landkreis Uelzen. Hinter Schulschwierigkeiten können sich verschiedene Ursachen verbergen. Zunehmend fallen Probleme im Zusammenhang mit Konzentrationsstörungen, Schul- und Prüfungsängsten oder mangelnder Bereitschaft zur Anfertigung der Hausaufgaben auf. Manchmal können sich die Schwierigkeiten durch unerlaubtes vorzeitiges Verlassen des Unterrichts bis hin zur mehrwöchigen Verweigerung des Schulbesuchs fortsetzen.

    Ursachen für schlechte Schulleistungen pauschal der „Faulheit“ oder der „Gleichgültigkeit“ des Kindes oder Jugendlichen bzw. „der Schule“ zuzuschreiben, wäre zu einfach. Durch voreilige Schuldzuweisungen können zusätzliche Frustrationen bei den Betroffenen erschaffen und begünstigt werden. Ebenso können verschiedene Symptome von Hör- und Sehschwächen, AD(H)S oder Teilleistungsstörungen eine Rolle spielen.

    Familiäre Belastungen wie Trennung oder Scheidung, Verlust des gewohnten sozialen und schulischen Umfeldes durch Wohnortwechsel können die Leistungsbereitschaft einschränken und Leistungsfähigkeit mindern.

    Von besonderer Bedeutung sind deshalb regelmäßige zeitnahe Kontakte und Gespräche zwischen Eltern, Lehrern und Schülern, um im Austausch frühzeitig kritische Entwicklungen im häuslichen Umfeld zu erkennen und strukturierende Hilfen anzubieten. Hierbei kann die Beratungsstelle unterstützend durch psychologische Diagnostik tätig werden. Auch eine in der Schule oder in einer anderen fachlichen Institution durchgeführte Leistungsdiagnostik kann Aufschluss zur Frage der Über- oder Unterforderung des Kindes geben.

    Wie aber lassen sich Kinder am besten auf den Schulalltag vorbereiten? Es ist sicher nicht sinnvoll, das Zuhause zu einer Zweigstelle der Schule werden zu lassen und Schule wichtiger als jede andere Aktivität zu nehmen. Freizeit ist wichtig. Druck und Zwang beim Lernen können zusätzliche Schwierigkeiten hervorrufen und genau das Gegenteil des Gewünschten bewirken. Andererseits ist es wenig sinnvoll, den Kindern alle „Lernwidrigkeiten“ aus dem Weg zu räumen.

    Kinder, die ihre Stärken erproben können, denen vertraut wird und die sich deshalb selbst etwas zutrauen, sind bei Frustrationen im schulischen Alltag besser gerüstet. Und nicht zuletzt sollten die Erwachsenen Erwartungen und Ansprüche dem Leistungsstand der Kinder anpassen, um überhaupt Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Denn gerade diese sind für den schulischen Bereich eine wichtige Motivationsquelle.