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Bio- und Küchenabfälle: "Richtige Mülltrennung kann Bürgern bares Geld sparen" (19.11.2012)

Noch kein halbes Jahr ist vergangen, seitdem der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises auf dem Gelände des Entsorgungszentrums Borg eine hochmoderne Biogasanlage in Betrieb genommen hat, die im Gegensatz zu vergleichbaren Anlagen ausschließlich mit Bioabfällen betrieben wird – doch schon jetzt zeichnet sich eine erste positive Zwischenbilanz der so genannten Trockenfermentation ab. Zurzeit werden monatlich durchschnittlich 150.000 kWh Strom produziert. Der nicht selbst durch den awb benötigte Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Zum Vergleich: Ein vierköpfiger Haushalt hat einen Jahresverbrauch von etwa 4.000 kWh. „Die produzierte Wärme der Blockheizkraftwerke reicht aus, um sämtliche Betriebsgebäude des Entsorgungszentrums Borg und auch die eigene Sickerwasserkläranlage zu beheizen. Mussten dafür zuvor jährlich etwa 30.000 Liter Heizöl beschafft werden, kann die komplette Anlage nun sowohl wärme- als auch stromunabhängig autark betrieben werden“, freut sich Landrat Dr. Heiko Blume. 

Das ausgasende Material wird in die Trockenfermentationsanlage gefahrenDas so erwirtschaftete Geld fließt in die Gebührenkalkulation der Abfallgebühren ein und kommt somit letztlich jedem Gebührenzahler im Landkreis Uelzen zugute. Vor diesem Hintergrund appelliert der awb dringend an alle Bürgerinnen und Bürger, Abfälle – insbesondere nutzbare Bioabfälle – sorgfältig zu trennen und nicht in den Restabfallbehälter zu werfen. „Um mögliche Gebührenerhöhungen abzuwenden oder zumindest aufzuschieben, können ab sofort alle verrottbaren Abfälle in die Biotonne, auch bekannt als Komposttonne“, so awb-Kundenberater Andreas König. Also ausdrücklich auch Essensreste. „Wenn es gelingt, dass auch Essensreste oder andere Küchenabfälle wie z. B. Kaffeefilter oder Obst- und Gemüseschalen statt in der Restmüll- in der Bio- beziehungsweise Komposttonne landen, zahlt sich das für alle aus. Denn gerade solche Abfälle sind begehrte Energieträger, die eine hohe Gasproduktion ermöglichen“, erklärt der Kundenberater des Abfallwirtschaftsbetriebes. Das gewonnene Gas werde dann in den Blockheizkraftwerken verstromt und in Wärme umgewandelt.

König weiter: „Hier schlummert ein enormes Potenzial, denn zum einen reduzieren sich so deutlich die Entsorgungskosten des Restabfalls, zum anderen kann mehr grüner Strom aus den Bioabfällen gewonnen werden.“

Bisher durften die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Uelzen ihre Bio- bzw. Komposttonne ausschließlich dazu nutzen, Gartenabfälle wie z. B. Rasen- und Strauchschnitte sowie Küchenabfälle ökologisch zu entsorgen. „Gartenabfälle haben aber einen vergleichsweise niedrigen Wirkungsgrad bei der Energiegewinnung. Um eine effektivere Vergärung und höhere Gasproduktion zu erreichen,“ so König, würden energiereichere Bioabfälle wie zum Beispiel Essensreste benötigt und aus diesem Grund dürften auch diese Abfälle ab sofort in der Bio- bzw. Komposttonne entsorgt werden.