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Kreisveterinär nimmt an Forschungsprojekt in Afrika teil (25.01.2012)

„Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht“, macht Dr. Jörg Pfeiffer aus seinem derzeitigen Gemütszustand keinen Hehl – doch das, was den Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Landkreises Uelzen in Kürze im Rahmen seines Jahresurlaubes erwartet, ist alles andere als Urlaub. Im Gegenteil: Als Teilnehmer eines außergewöhnlichen Forschungsprojektes in Afrika erwartet den Uelzener Tierarzt dort statt Entspannung und bequemen Hotelunterkünften sehr viel Arbeit und Zeltlager-Atmosphäre.

Dr. Jörg PfeifferDr. Pfeiffer, der im Laufe seiner beruflichen Karriere bereits als Zoo-Tierarzt tätig war, pflegt spätestens seit dieser Zeit eine besondere Beziehung zu afrikanischen Wildtieren. Mit der Teilnahme an dem Forschungsprojekt möchte der Kreisveterinär auch eine seltene Gelegenheit nutzen, dieser Leidenschaft nachzukommen. „In erster Linie geht es aber natürlich darum, wissenschaftliche Erkenntnisse zu sammeln, die anschließend in der Praxis umgesetzt und angewandt werden können“, erklärt der Uelzener Kreisveterinär.

Dazu fliegt der gebürtige Saarländer von Ende Februar bis Mitte März für drei Wochen nach Kenia in die „Massai Mara“. Gemeinsam mit drei weiteren Tierärzten, einer Wildbiologin und Rangern wird Dr. Pfeiffer vor Ort einige der dort von den ansässigen Massai gehaltene Rinder sowie Wildtiere auf Tuberkulosebefall untersuchen. Die Ergebnisse sind für das durch das Friedrich-Löffler-Institut durchgeführte Projekt von großer Bedeutung.

So soll nicht nur festgestellt werden, wie weit die Tuberkulose bei den Massai-Rindern bzw. den Wildtieren verbreitet ist, zusätzlich sollen aus den Ergebnissen auch konkrete Strategien zur Tierseuchenbekämpfung in Kenia erarbeitet werden. Darüber hinaus wollen die Experten neue Verfahren testen, wie Tuberkulosebefall an lebenden Tieren schneller und sicherer festgestellt werden kann. Diese Erfahrungen sollen auch dazu dienen, gegebenenfalls neue Nachweismethoden innerhalb der Europäischen Union zur Diagnostik der Tuberkulose bei Rindern zu etablieren.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, wird es der Uelzener Kreisveterinär neben den erwähnten Rindern vor allem mit wildlebenden Büffeln zu tun bekommen. Der Grund: Die Rinder der Massai und die Wildtiere beweiden teilweise die selben Flächen, so dass die Krankheit von Tier zu Tier übertragen werden kann.

Bei den Forschungsarbeiten handelt es sich um ein Projekt, das gemeinsam mit den Nationalparks in Südafrika, Mosambik, Tansania und Kenia durchgeführt wird und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie die Europäische Union finanziell unterstützt wird. Untergebracht sind die Teilnehmer in einem Forschungscamp des „Kenia Wildlife Service“. Von dort werden sie täglich gemeinsam mit den Rangern  zu den Massai gefahren, um ihre Untersuchungen vornehmen zu können.